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28.11.2014

13:40 Uhr

Hawesko und der Eigentümerstreit

Meyers Weindepot

VonJürgen Röder

Bei Deutschlands größtem Weinhändler Hawesko – bekannt durch Jacques' Weindepots – will Aufsichtsratsmitglied Detlev Meyer die Mehrheit übernehmen und hat ein Angebot vorgelegt. Verstößt das gegen die Compliance-Regeln?

Kampf um die Macht beim Verkauf von edlen Tropfen: Bis zum 22. Dezember müssen sich die Aktionäre entscheiden, wer bei der Hawesko AG das Sagen hat. Imago

Kampf um die Macht beim Verkauf von edlen Tropfen: Bis zum 22. Dezember müssen sich die Aktionäre entscheiden, wer bei der Hawesko AG das Sagen hat.

DüsseldorfZumindest bei den Aktionärsschützern steht diese Aktion in der Kritik. Denn das Angebot von Detlev Meyer, seines Zeichens Aufsichtsratsmitglied bei Deutschlands größtem Weinhändler Hawesko, die Mehrheit der Aktien zu übernehmen, betreffe auch das Thema Corporate Governance. „Er ist als Aufsichtsratsmitglied dem Wohle des Unternehmens verpflichtet“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Er hätte seinen Konkurrenten, Vorstandschef Alexander Margaritoff, darüber informieren sollen. „Wie soll denn der Informationsfluss laufen, wenn der Aufsichtsrat über Abwehrmaßnahmen berät“, fragt der Vertreter der freien Aktionäre. Eigentlich müsse Meyer nun von allen Informationen abgeschnitten werden.

Die Hawesko-Aktionäre haben bis zum 22. Dezember 2014 Zeit, das Übernahmeangebot der Beteiligungsgesellschaft Tocos anzunehmen, die zu Meyer gehört. Zum Angebotsstart gehörten ihm 29,5 Prozent der Anteile. Mittlerweile besitzt Tocos bereits 31,3 Prozent, wie der 61-Jährige am Donnerstag verkündete. Größter Aktionär war vorher der Vorstandsvorsitzende Alexander von Margaritoff, Sohn des Unternehmensgründers, mit 30 Prozent der Anteile. Fünf Prozent gehören der Augendum Vermögensverwaltung, der Rest ist Streubesitz.

Für den Compliance-Experten Reinhard Preusche liegt bei dem Angebot von Meyer zur Übernahme von Hawesko allerdings kein Interessenkonflikt vor. „Dafür gibt es das Übernahmegesetz, das so etwas regelt“, sagt der Rechtsanwalt und Mitglied des Compliance-Netzwerks. Und dagegen sei nach seinem Erkenntnisstand nicht verstoßen worden.

Die teuersten Weine

Rang 10

Weingut Lafite (Bordeaux), Lafite 1825 (Rotwein), 17.676,82 €, Quelle: Wine-Stocks, nur 0,75 l Flaschen.

Rang 9

Weingut D'Yquem (Bordeaux), D'Yquem 1929 (Weißwein), 22.704,00 €, Quelle: Wine-Stocks, nur 0,75 l Flaschen.

Rang 8

Weingut Domaine de la Romanee Conti, Romanee Conti 1926 (Rotwein), 23.275,20 €

Rang 7

Weingut Sine Qua Non (Kalifornien), Queen of Hearts 1995 (Rotwein), 27.123,59 €

Rang 6

Weingut Jayer-Henri (Burgund), Richebourg 1959 (Rotwein), 28.750,00 €

Rang 5

Weingut Domaine de la Romanee Conti, Romanee Conti 1945 (Rotwein), 30.892,65 €

Rang 4

Weingut Penfolds (Australien), Bin 1 1951 (Rotwein), 30.892,65 €

Rang 3

Weingut Jura No Name (Jura), Vin Jaune 1774, (Weißwein), 33.300,00 €

Rang 2

Weingut D'Yquem (Bordeaux), D'Yquem 1784 (Weißwein), 43.947,00 €

Rang 1

Weingut D'Yquem (Bordeaux), D'Yquem 1811 (Weißwein), 70.888,00 €

Auch die Tatsache, dass ein Aufsichtsratsmitglied die Mehrheit an dem Unternehmen übernehmen will, sei nicht zu beanstanden. Schließlich gebe es viele Konzerne, in denen wichtige Anteilseigner auch im Aufsichtsrat sitzen würden. Beispielsweise hat Susanne Klatten als wichtigste Aktionärin des Wiesbadener Grafit- und Carbonherstellers SGL sogar den Aufsichtsratsvorsitz inne.

Bei solchen Angeboten müsse man nach Angaben des ehemaligen Leiters der Compliance-Abteilung des Allianzkonzerns zwar grundsätzlich prüfen, ob hier nicht Kenntnisse über Insider-Informationen eine Rolle gespielt haben könnten. Aber das sei bei Hawesko wohl nicht der Fall. Das Unternehmen habe am 6. November 2014 Quartalszahlen veröffentlicht, erst kurz danach habe Meyer sei Übernahmeangebot gestartet.

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