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04.12.2014

12:21 Uhr

Hawesko und der Eigentümerstreit

Verteidiger suchen nach dem weißen Ritter

Der Vorstand lehnt das Übernahmeangebot ab und sucht nun einen weißen Ritter. Die Mehrheitsverhältnisse sprechen für einen spannenden Ausgang bei Deutschlands größten Weinhändler, zu dem auch Jacques' Weindepots gehören.

Ein Kunde prüft am Dienstag in Hamburg in einem zur Hawesko Holding gehörenden Jacques Weindepot eine Weinflasche. Um die Mehrheit von Hawesko herrscht derzeit ein Machtkampf. dpa

Ein Kunde prüft am Dienstag in Hamburg in einem zur Hawesko Holding gehörenden Jacques Weindepot eine Weinflasche. Um die Mehrheit von Hawesko herrscht derzeit ein Machtkampf.

DüsseldorfDer Vorstand der Weinhandelsgruppe Hawesko Holding empfiehlt den Aktionären der Gesellschaft in seiner heutigen Stellungnahme nachdrücklich, das Übernahmeangebot des Aufsichtsrats Detlev Meyer nicht anzunehmen. „Dieses Angebot in Höhe von 40 Euro je Aktie spiegelt den wahren Wert und das große Potenzial von Hawesko nicht annähernd wider“, sagt Ulrich Zimmermann, Finanzvorstand stellvertretend für den Vorstand von Hawesko.

Das ergebe sich auch aus dem Gutachten der Privatbank Berenberg, die den Vorstand berät, und der vom Aufsichtsrat separat beauftragten Investmentbank Perella Weinberg. „Das Übernahmeangebot schadet aus Sicht des Vorstands nicht nur den Aktionären, sondern auch den Interessen der Gesellschaft und ihren Kunden und Lieferanten“, heißt es in der Stellungnahme. Daher suche der Vorstand nach einer besseren Alternative zu dem Angebot - einen „weißen Ritter“. Gespräche mit „einigen“ Interessenten würden bereits geführt, diese seien aber noch in einem frühen Stadium.

Meyer, Gründer der Textil-Holding CBR (Cecil, Street One), bietet über seine Beteiligungsgesellschaft Tocos 40 Euro pro Aktie und hat wiederholt bekräftigt, dieses Angebot nicht zu erhöhen. Vor seinem Angebot notierte das Papier von Hawesko bei 36 Euro, danach legte die Aktie auf über 40 Euro zu. Derzeit notiert das Papier bei 41,20 Euro.

Die teuersten Weine

Rang 10

Weingut Lafite (Bordeaux), Lafite 1825 (Rotwein), 17.676,82 €, Quelle: Wine-Stocks, nur 0,75 l Flaschen.

Rang 9

Weingut D'Yquem (Bordeaux), D'Yquem 1929 (Weißwein), 22.704,00 €, Quelle: Wine-Stocks, nur 0,75 l Flaschen.

Rang 8

Weingut Domaine de la Romanee Conti, Romanee Conti 1926 (Rotwein), 23.275,20 €

Rang 7

Weingut Sine Qua Non (Kalifornien), Queen of Hearts 1995 (Rotwein), 27.123,59 €

Rang 6

Weingut Jayer-Henri (Burgund), Richebourg 1959 (Rotwein), 28.750,00 €

Rang 5

Weingut Domaine de la Romanee Conti, Romanee Conti 1945 (Rotwein), 30.892,65 €

Rang 4

Weingut Penfolds (Australien), Bin 1 1951 (Rotwein), 30.892,65 €

Rang 3

Weingut Jura No Name (Jura), Vin Jaune 1774, (Weißwein), 33.300,00 €

Rang 2

Weingut D'Yquem (Bordeaux), D'Yquem 1784 (Weißwein), 43.947,00 €

Rang 1

Weingut D'Yquem (Bordeaux), D'Yquem 1811 (Weißwein), 70.888,00 €

Die Machtverhältnisse bei Hawesko sprechenden für einen spannenden Ausgang: Vor dem Angebot hatte Meyer 29,5 Prozent, Vorstandschef und Mehrheitseigner Alexander Margaritoff 30 Prozent. Mittlerweile ist Meyers Anteil nach seinen eigenen Angaben auf mindestens 31,3 Prozent gestiegen, weil ihm weitere 165.000 Aktien in den ersten drei Tagen der Annahmefrist für sein Übernahmeangebot angedient worden seien.

Die übrigen Aktionäre haben noch bis zum 22. Dezember Zeit. Notfalls könne Hawesko aber auch eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, die die Annahmefrist automatisch auf zehn Wochen verlängere, erklärte das Unternehmen („Wein & Vinos“, „Jacques' Wein-Depot“).

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