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05.01.2007

10:13 Uhr

Heimwerkerkette

Home Depot steuert ins Ungewisse

Der überraschende Rücktritt von Robert Nardelli als Chief Executive und Verwaltungsratschef bei Home Depot ist noch nicht der letzte Akt der Aktionärsrevolte bei der nach Umsatz größten Heimwerkerkette der Welt. Doch nun könnte auch ein Angriff aus einer ganz anderen Richtung bevorstehen.

Die Heimwerkerkette ist die nach Umsatz größte Handelskette der Welt. Foto: AP ap

Die Heimwerkerkette ist die nach Umsatz größte Handelskette der Welt. Foto: AP

je PORTLAND. Nicht nur sorgt das Ablösungspaket für Nardelli mit einem Wert von 210 Mill. Dollar für einen Proteststurm, auch die Ernennung von Frank Blake zu seinem Nachfolger löste scharfe Kritik aus. Großaktionäre konzentrieren nun ihre Angriffe auf den Verwaltungsrat. Außerdem kursieren Spekulationen, dass der Konzern reif für die Übernahme durch einen Anlagefonds sein könnte.

Die 1978 gegründete Home Depot betreibt heute mit gut 230 000 Beschäftigten etwa 2 000 riesige Heimwerkermärkte in den USA, Kanada und Mexiko und expandiert jetzt auch nach China. In den sechs Jahren seit dem Amtsantritt von Nardelli Ende 2000 hat sich der Umsatz des Konzerns auf gut 90 Mrd. Dollar verdoppelt. Der Reingewinn pro Aktie hat sich auf fast drei Dollar ebenfalls fast verdoppelt.

Das Wachstum aber war in erster Linie Folge eines außerordentlichen Bau- und Renovierungsbooms in den USA seit 2001. Vielmehr hat Home Depot stetig Marktanteile an den Konkurrenten Lowe’s Companies verloren, obwohl Nardelli sieben Mrd. Dollar für die Übernahme von rund 40 kleineren Firmen ausgab. Die Aktie, die zwischen 1978 und 2000 steil stieg und viele Aktionäre reich gemacht hatte, sackte seit Nardellis Antritt von rund 80 auf zeitweilig 20 Dollar und dümpelt seit gut zwei Jahren um die 40 Dollar-Marke herum. Gleichzeitig hat sich der Kurs von Lowe’s fast verdoppelt.

Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 84 Mrd. Dollar und einer soliden Bilanz mit relativ geringer Verschuldung sowie einem Cashflow von fast sieben Mrd. Dollar pro Jahr wäre Home Depot für Private Equity Fonds kein unerreichbares Ziel. Analysten rechnen, dass potenzielle Übernehmer zwischen 30 und 40 Mrd. Dollar an eigenem Geld aufbringen müssten, was angesichts der jüngsten Rekordflut von Anlagefonds-Deals nicht ausgeschlossen wäre.

Zuerst jedoch, so sagen Kritiker, müsste der Konzern mit den Fehlern der Nardelli-Ära aufräumen und sie bezweifeln, dass dazu der gegenwärtige Verwaltungsrat oder Nardelli-Nachfolger Blake in der Lage wäre. Blake kommt wie Nardelli von dem Mischkonzern General Electric, der sich unter seinem legendären Chef Jack Welch zur Kaderschmiede für knallharte Konzernbosse entwickelt hat. Blake verbrachte zehn Jahre bei GE und wechselte dann als stellvertretender Energieminister nach Washington.

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