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21.04.2016

08:29 Uhr

Henkel, Dr. Oetker, Nestlé

Markenartikel erleben ein Comeback

Der Siegeszug möglichst preisgünstiger Marken im Lebensmittelhandel scheint vorerst vorbei zu sein. 2015 konnten die Markenhersteller erstmals seit Jahren wieder ihren Marktanteil steigern. Doch das hat seinen Preis.

Verbraucher greifen wieder öfter zu Markenartikeln. dpa

Einkauf im Supermarkt

Verbraucher greifen wieder öfter zu Markenartikeln.

DüsseldorfDie deutschen Verbraucher gönnen sich wieder etwas. Immer öfter lassen sie die billigeren Handelsmarken der Supermarktketten und Discounter links liegen und greifen stattdessen zu den Produkten von Markenartikel-Herstellern wie Henkel, Dr. Oetker oder Nestlé. Die Folge: Erstmals seit 2009 stieg der Marktanteil der Markenhersteller im vergangenen Jahr wieder an, wie Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) berichtet.

Es ist eine Trendwende nach einer langen Zeit, in der der Siegeszug der teils niedrigpreisigen, teils auf höhere Ansprüche zielenden Eigenmarken von Edeka, Rewe, Aldi und Co. fast unaufhaltsam schien. Die Gründe sind vielfältig: Der Anstieg der verfügbaren Einkommen spielt nach Einschätzung Adlwarths ebenso eine Rolle wie die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsene Bereitschaft der Verbraucher, der Qualität Vorrang vor dem Preis einzuräumen.

Doch auch die Entscheidung des Discount-Marktführers Aldi, neben den klassischen Eigenmarken immer mehr Markenartikel zu aggressiv kalkulierten Preisen in seine Regale zu stellen, dürfte großen Einfluss darauf gehabt haben. „Bei etlichen Marken sind die Preise durch die Listung bei Aldi ins Rutschen gekommen. Das erleichtert den Griff zur Marke“, betont der Handelsexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU. „Oft wurde der bisherige Aktionspreis zum Dauerpreis.

Die Freude über wachsende Umsätze wird deshalb auch bei gar nicht wenigen Markenartiklern durch Sorgen über den Verfall der Preise gedämpft. Die langfristigen Effekte der Aldi-Listung für das Image und die Gewinnmargen der betroffenen Markenhersteller werde man wohl erst in zwei oder drei Jahren beurteilen können, meint Fassnacht.

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