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11.04.2016

12:40 Uhr

Henkel-Hauptversammlung

Der schwere Abschied von Kasper Rorsted

VonChristoph Kapalschinski

Kasper Rorsted nimmt mit einer schlechten Nachricht Abschied von Henkel: Der Konzern verpasst wohl sein strategisches Umsatzziel. Trotzdem weinen die Aktionäre dem scheidenden Chef gleich mehrere Tränen nach.

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DüsseldorfHenkel wird die strategischen Ziele, die Konzernchef Kasper Rorsted für den Vierjahreszeitraum bis Ende 2016 ausgerufen hat, wohl nicht erreichen. Vor allem beim Wachstumsziel auf 20 Milliarden Euro Umsatz, davon zehn Milliarden Euro aus Schwellenländern, hapert es. „Daher ist eine Punktlandung beim Umsatzziel von insgesamt 20 Milliarden Euro bis Ende 2016 aus heutiger Sicht unwahrscheinlich“, sagte Rorsted am Montag auf der Hauptversammlung des Konsumgüterherstellers. Im Mittelpunkt stehe nun das Ergebnis je Aktie.

„Wir sind fest entschlossen, das Ziel von durchschnittlich zehn Prozent Wachstum pro Jahr im aktuellen Strategiezyklus, also bis Ende 2016, erreichen“, sagte Rorsted. Das allerdings ist nur möglich, falls Henkel am oberen Ende seiner Jahresprognose für 2016 liegt.

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In Rorsteds Verantwortung liegt das nicht mehr: Er verlässt Henkel Ende April und wird im Herbst Vorstandschef beim Sportartikelhersteller Adidas. Die Hauptversammlung stand daher im Zeichen seines Abschieds.

Teile der strategischen Ziele hatte er kassiert – und doch erhielt Rorsted fast überschwängliches Lob von den Aktionärsvertretern. „Time to Say Goodbye. Es ist heute schon ein denkwürdiger Tag, auch für uns Aktionäre“, sagte Jella Benner-Heinacher von der Schutzgemeinschaft DSW. „Beim Blick auf Ihre Bilanz bekommen wir Aktionäre schon glänzende Augen“, sagte sie. Der Aktienkurs habe sich in Rorsteds Amtszeit seit 2008 fast vervierfacht, die Dividende sei beträchtlich gestiegen. „Sie haben viel frischen Wind in den Konzern gebracht“, lobte sie und erinnerte daran, dass Rorsted als externer Zugang von HP der erste Ausländer an der Konzernspitze gewesen sei. „Für uns sind Sie der Mann der Superlative, der Rekordmacher.“

Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung Institutionelle Privatanleger fragte Rorsted: „Tut es gut, wenn einem beim Weggehen hinterhergeweint wird?“ Auch wenn die Kursentwicklung 2015 nicht gerade ein „Feuerwerk“ gewesen sei, sagte er mit Blick auf Rorsteds anstehenden Wechsel zu Adidas: „Der Turnschuh, den Sie Ihrem Nachfolger Hans Van Bylen hinterlassen, ist schon gewaltig groß.“ Interessant sei nun, wie ehrgeizig die neuen strategischen Ziele ausfallen, die Van Bylen Ende Herbst vorstellen will.

Auch Michael Ruoff von der Schutzgemeinschaft SdK sprach von einem „Rückblick auf elf Jahre Erfolg“. Man dürfe Rorsted gratulieren. „Ich hätte mir aber auch ein Abschiedsgeschenk für uns Aktionäre gewünscht: eine höhere Dividende.“ 40 Prozent seien angemessen – statt der vorgeschlagenen 30 Prozent.

Auch die Aufsichtsratsvorsitzende Simone Bagel-Trah dankte Rorsted gleich mehrfach. „Herr Rorsted hat für Henkel sehr viel erreicht“, sagte sie. „Ich bedanke mich auch persönlich für die sehr gute Zusammenarbeit.“ Neu in den Aufsichtsrat soll an diesem Montag Telekom-Chef Timotheus Höttges gewählt werden.

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