Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.10.2015

14:58 Uhr

Hermes, DPD und GLS

Post-Rivalen wollen mit Paketkastensystem angreifen

Die Deutsche Post installiert angesichts des Booms im Online-Handel schon länger Paketkästen. Doch sind diese nur für die Paketzusteller des „gelben Riesen“ zugänglich. Nun zieht die Konkurrenz nach.

Ein Paketzusteller der Deutschen Post liefert ein Paket an einen Paketkasten vor einem Haus aus. Paketkästen in Vorgärten sind bequem für den Zusteller erreichbar. dpa

Ein Paketzusteller der Deutschen Post liefert ein Paket an einen Paketkasten vor einem Haus aus. Paketkästen in Vorgärten sind bequem für den Zusteller erreichbar.

DüsseldorfDer Wettbewerb auf dem boomenden deutschen Paketmarkt wird härter. Nach der Deutschen Post wollen nun auch die Konkurrenten Hermes, DPD und GLS einen Paketkasten in Wohnhäusern einführen. Das System soll anders als das der Post für alle Anbieter offen sein. Es soll im kommenden Sommer auf den Markt kommen, wie die Unternehmen in Düsseldorf erklärten. Auch die Post kündigte eine Ausweitung des Angebots an: Im kommenden Jahr sollen auch Mehrfamilienhäuser mit Paketkästen ausgestattet werden.

Bisher hatte die Post die Boxen nur in Ein- und Zweifamilienhäusern installiert. Nun kommen mehr als Tausend große Mietshäuser in Berlin dazu. Später solle das System wahrscheinlich auf ganz Deutschland ausgeweitet werden, sagte Thomas Ogilvie, Geschäftsführer der DHL Paket Deutschland, in Berlin.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Die Paketkästen sind so etwas wie der große Bruder des Briefkastens: Die Sendungen werden auch dann zugestellt, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist. Auch Rücksendungen können abgewickelt werden. Die Kästen der Post sind allerdings nur für die eigenen DHL-Zusteller zugänglich. Pakete der Konkurrenz werden nicht angenommen. „Eine direkte Zusammenarbeit mit dem Wettbewerb ist für uns nicht in Sicht“, sagte Ogilvie.

Die DHL-Konkurrenten dagegen setzen auf Kooperation: Mit ihrem anbieterunabhängigen System wollen Hermes, DPD und GLS die Zustellung für die Kunden deutlich bequemer machen. Es soll allen Paketdiensten – auch der Posttochter DHL – offenstehen und sogar vom Pizza-Service oder der örtlichen Apotheker genutzt werden können.

„So wie heute schon einen Briefkasten wird künftig jeder einen Paketkasten haben“, sagte GLS-Chef Rico Back. Das von den Post-Konkurrenten entwickelte System könne zum neuen Standard werden, weil es ein Durcheinander verschiedener Paketkästen – einen „Kleinkrieg im Vorgarten“ – verhindere. Die Hersteller gehen davon aus, dass in fünf bis sieben Jahren schon zehn Prozent aller Paketzustellungen über Paketkästen erfolgen dürften.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×