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14.01.2005

08:34 Uhr

Hersteller erwarten weiteren Umsatzzuwachs – Scharfer Wettbewerb der Messen

Modebranche gibt sich für das neue Jahr optimistisch

VonStefanie Bilen (Handelsblatt)

Die deutschen Bekleidungshersteller erwarten 2005 weiter steigende Umsätze. Bei der Damenmode rechnet die Branche mit einem Plus von 1,8 Prozent, der Umsatz mit Herrenbekleidung soll sogar um 4,5 Prozent steigen. Das sagte Peter Boveleth, Vizepräsident des German Fashion Modeverbands, mit Blick auf die CPD Modemesse, die vom 30.1. bis zum 1.2. in Düsseldorf stattfindet.

HB DÜSSELDORF. 2004 erreichte die Branche einen um vier Prozent gestiegenen Umsatz von 12,3 Mrd. Euro. Wie schon in den vergangenen Jahren legte vor allem der Export zu. Den Markt in Deutschland sieht der Herstellerverband kritisch: „Das Jahr 2004 war für den deutschen Modemarkt wieder sehr hart“, sagte Boveleth. „Da der kleinere und mittlere Fachhandel in Deutschland für die Industrie der wichtigste Kunde ist, erfüllt uns diese Tendenz mit großer Sorge.“

Im Gegensatz zu den Herstellern verloren die Textilhändler Umsatz. Wie der Händlerverband BTE mitteilte, schloss die Branche 2004 mit einem Rückgang von voraussichtlich zwei Prozent. „Auch ein erfreuliches Weihnachtsgeschäft hat am negativen Jahresergebnis nichts ändern können“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer, Siegfried Jacobs. Der Umsatz ging um eine Mrd. auf 56 Mrd. Euro zurück.

Dennoch gibt es zahlreiche Unternehmen, die auch in diesen schwierigen Zeiten profitieren: Spezialisierte Fachgeschäfte und Anbieter von hochwertiger sowie preisaggressiver Bekleidung legten zu. Dagegen verloren Einzelhändler mit einem sehr breiten Sortiment und mittelteueren Waren. Jacobs hofft, dass seine Mitglieder 2005 vom Trend zum „Wertigen und Dekorativen“ profitieren. Laut einer aktuellen Befragung des Marktforschungsunternehmens GfK ist die Zahl derer, die in diesem Jahr mehr Geld für Bekleidung ausgeben wollen, um sieben Prozent auf 32 Prozent gestiegen.

Die schlechte Stimmung in der deutschen Modelandschaft wirkt sich auch auf das Messegeschehen aus. Der bislang weltgrößten Modemesse CPD (Collections Premieren Düsseldorf) laufen die Kunden davon. Nach 1 800 Ausstellern im Vorjahr haben sich für die Veranstaltung in gut zwei Wochen nur noch 1 500 Firmen angemeldet. Der Grund sind unter anderem Berliner Messeaktionen: Am 21. Januar öffnen gleich mehrere Modemessen ihre Pforten in der Hauptstadt, darunter die „B in Berlin“ mit massentauglicher Bekleidung als Konkurrenzveranstaltung zur CPD.

Der Hersteller- und der Händlerverband beklagen diese Entwicklung gleichermaßen. „Wir brauchen eine starke Messe“, heißt es beim German Fashion Modeverband, „nicht mehrere kleine.“ BTE-Vertreter beklagen, dass viele Händler „nicht einmal wissen, auf welcher Messe sie ihre Lieferanten finden“.

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