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30.03.2017

10:34 Uhr

HHLA

Hamburger Hafenbetreiber erwartet weniger Gewinn

Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA rechnet für 2017 mit einem sinkenden operativen Gewinn – trotz stabilem Containerumschlag und Umsatz. Diese Nachricht ließ die Aktie des SDax-Konzerns abstürzen.

Für 2017 sagt Vorstandschefin Angela Titzrath dem Konzern eine „stabile Entwicklung“ voraus. Dies gilt jedoch nur für die Entwicklung von Containerumschlag und Umsatz. dpa

Hamburger Hafen

Für 2017 sagt Vorstandschefin Angela Titzrath dem Konzern eine „stabile Entwicklung“ voraus. Dies gilt jedoch nur für die Entwicklung von Containerumschlag und Umsatz.

HamburgDer Hamburger Hafenbetreiber HHLA rechnet nach einem leichten Gewinnplus im abgelaufenen Jahr für 2017 mit überraschend deutlich schlechteren Geschäften. Obwohl Containerumschlag und Umsatz das Niveau von 2016 erreichen sollen, dürfte der operative Gewinn sinken, teilte das Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz mit. Als Grund führte die neue Vorstandschefin Angela Titzrath die unsicheren Rahmenbedingungen an. Für 2017 sagte Titzrath dem Konzern zwar eine „stabile Entwicklung“ voraus. Dies gilt jedoch nur für die Entwicklung von Containerumschlag und Umsatz.

Der operative Gewinn (Ebit) hingegen dürfte in der Hafenlogistik von knapp 148 Millionen Euro auf 115 bis 145 Millionen Euro zurückgehen. Einschließlich des nicht börsennotierten Teilkonzerns Immobilien erwartet die Managerin ein Ebit von 130 bis 160 Millionen Euro. Im abgelaufenen Jahr hatte es noch bei 164 Millionen gelegen. Der Überschuss legte konzernweit um fast zehn Prozent auf 73 Millionen Euro zu. In der Hafenlogistik stieg er um acht Prozent auf 64 Millionen Euro.

Anlegern hat der Blick in das laufende Jahr missfallen. Die Aktien stürzten am Donnerstag um bis zu 13,6 Prozent auf 17,15 Euro ab. Damit notierten sie so schwach wie seit rund anderthalb Monaten nicht mehr und hielten die rote Laterne im Kleinwerteindex SDax. „Der Ergebnisausblick ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben", sagte ein Börsianer.

Die Analysten von Exane BNP Paribas sehen im Containergeschäft kräftigen Gegenwind für das Unternehmen. Der Aussichten für Containerumschlagplätze seien schwierig. „Wir glauben, dass HHLA erheblich an Marktanteilen verlieren wird.“ Sie stuften die Papiere herunter auf „Underperform“ von „Neutral“.

Titzrath forderte erneut eine schnelle Lösung für die Elbvertiefung: „Je früher die Arbeiten beginnen, desto besser.“ Das Bundesverwaltungsgericht hatte bei dem Milliardenprojekt Anfang Februar Nachbesserungen bei den Planungen verlangt. Der Fluss soll vertieft werden, damit große Containerschiffe den Hamburger Hafen problemlos erreichen können. Verfechter des Projekts fürchten, dass künftig mehr Schiffe auf Häfen in Rotterdam und Antwerpen ausweichen. Umweltschützer sorgen sich um massive Eingriffe in Flora und Fauna.

Titzrath schloss nicht aus, dass sich die HHLA an Terminals außerhalb Hamburgs beteiligen könnte. „Wenn Hamburg das Tor zur Welt ist, dann werden wir auch mal durch das Tor gehen und uns mit wachen Augen umschauen.“ HHLA betreibt bereits ein Terminal im ukrainischen Odessa. Die Anteilseigner des börsennotierten Teilkonzerns Hafenlogistik sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 0,59 Euro je Aktie erhalten.

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