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28.02.2012

12:00 Uhr

Hintergrund

Fluglotsen überwachsen tausende Flüge

Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung überwachen rund 10.000 Flüge am Tag. Die Lotsen überwachen die Maschinen bei Start und Landung sowie in der Luft.

Fluglotsen der Deutsche Flugsicherung (DFS) regeln im Tower des Flughafens Düsseldorf den Luftverkehr. dpa

Fluglotsen der Deutsche Flugsicherung (DFS) regeln im Tower des Flughafens Düsseldorf den Luftverkehr.

FrankfurtDie Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) überwachen zivile und militärische Flüge im deutschen Luftraum. Nach DFS-Angaben koordinieren die Mitarbeiter täglich bis zu 10.000 Flugbewegungen, im Jahr knapp drei Millionen. Die Lotsen überwachen die Maschinen bei Start und Landung sowie in der Luft. Sie sorgen dafür, dass Flugzeuge auf festgelegten Routen in richtiger Höhe fliegen und Sicherheitsabstände einhalten.

Das bundeseigene Unternehmen mit Hauptsitz in Langen bei Frankfurt hat rund 6000 Mitarbeiter in Deutschland und bei Eurocontrol im niederländischen Maastricht, darunter etwa 1000 Techniker und Ingenieure sowie mehr als 1900 Fluglotsen. Sehr viele von ihnen sind bei der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) organisiert.

Kontrollzentren für die Überflüge werden in Langen, Bremen, Karlsruhe und München betrieben. Außerdem sitzen die DFS-Lotsen in den Kontrolltürmen der 16 internationalen Flughäfen in Deutschland. Chef ist bereits seit 1991 der heute 66 Jahre alte Dieter Kaden, dessen Vertrag aber in diesem Jahr ausläuft.

Fluglotsen verdienen außergewöhnlich gut, erfahrene Kollegen können schon ohne Zulagen bis zu 130.000 Euro im Jahr verdienen. Für die jährlich rund 160 Ausbildungsplätze an der DFS-Akademie in Langen gibt es ein hartes Auswahlverfahren mit hohen Anforderungen an die Bewerber, die neben perfektem Englisch und guten naturwissenschaftlichen Kenntnissen auch Stressfestigkeit und die Fähigkeit zum Multi-Tasking mitbringen müssen. Die Ausbildung dauert zwischen 13 und 17 Monaten. Laut GdF besteht auf Jahre ein höherer Bedarf an neuen Lotsen.

Die DFS ging 1993 als privatrechtlich organisierte GmbH aus der Bundesanstalt für Flugsicherung hervor. Lotsen werden seitdem angestellt und nicht mehr verbeamtet. Im Jahr 2006 sollte die DFS privatisiert werden. Der damalige Bundespräsident Horst Köhler verweigerte aber die Unterschrift unter dem Gesetz mit der Begründung, dass Flugsicherung nach dem Grundgesetz eine originär staatliche Aufgabe sei. Die DFS gehört weiterhin zu 100 Prozent der Bundesrepublik. 2009 wurde die Verfassung geändert. Heute kann die Überwachung des Luftverkehrs über Deutschland von der DFS auch an ausländische Flugsicherungs-Organisationen delegiert werden.

Von

dpa

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