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19.12.2015

17:29 Uhr

Hohe Rohstoffpreise

Bittere Stimmung in der Schokoladenindustrie

Weihnachtszeit ist Schokozeit – kein Monat ist für die Schokobranche so wichtig wie der Dezember. Festtagsstimmung kommt derzeit aber nicht auf in der Branche. Die Preise für Nüsse und Kakao machen ihr zu schaffen.

Der Schokoladenabsatz brummt zu Weihnachten – bei den Herstellern herrscht dennoch trübe Stimmung. dpa

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Der Schokoladenabsatz brummt zu Weihnachten – bei den Herstellern herrscht dennoch trübe Stimmung.

WaldenbuchDie Kassen klingeln in der Schokobranche, doch die Stimmung ist schlecht. Grund sind höhere Rohstoffpreise für Kakao, Haselnüsse und Mandeln. So rechnet Marktführer Ritter Sport zwar mit einem geschätzten Plus von neun Prozent auf wohl etwa 470 Millionen Euro Umsatz 2015.

„Doch das Umsatzwachstum macht uns nicht froh - 2015 ist kein gutes, sondern ein enttäuschendes Jahr“, sagt Firmenchef Andreas Ronken. Die hohen Rohstoffpreise belasteten das Ergebnis schwer. Ronken rechnet in etwa mit einer schwarzen Null, immerhin etwas besser als der leichte Verlust von 2014. Auch Wettbewerber wie Nestlé, Rübezahl und Klett äußern sich besorgt über die hohen Rohstoffpreise.

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Bei den Ritter-Sport-Zahlen handelt es sich um Prognosen, die genauen Zahlen gibt das Unternehmen aus Waldenbuch bei Stuttgart erst Ende Januar bekannt. Schätzungen gibt es auch von Rübezahl, einer auf Schokoweihnachtsmänner und Schokohasen spezialisierten Firma aus dem schwäbischen Dettingen. Bei 180 Millionen Euro Jahresumsatz sei zwar ein leichtes Plus gemacht worden, so Sprecher Dieter Schäfer. Grund für den Zuwachs waren allerdings Preiserhöhungen, die durch höhere Rohstoffpreise verursacht wurden. „2015 waren die Rohstoffpreise für Mandeln und Haselnüsse auf einem noch nie dagewesenen, hohen Niveau.“

Vor allem der Preisanstieg für Haselnüsse hat die Schokobranche hart getroffen. Noch 2013 habe man für ein Kilo etwa 6 Euro bezahlt, 2014 sei der Preis wegen einer Missernte im Hauptanbauland Türkei auf 17 Euro hochgeschossen, sagt Ritter-Sport-Chef Ronken. Inzwischen sei der Wert zwar wieder auf etwa 11 Euro abgesackt. „Verglichen mit vor zwei Jahren ist das aber immer noch fast eine Verdopplung.“ Pro Jahr brauche seine Firma 5000 Tonnen Haselnüsse, die Mehrkosten von fünf Euro pro Kilo schlagen also mit 25 Millionen Euro zu Buche. Auch die Kakao- und Mandelpreise seien sehr hoch, sagt Ronken.

Ein düsteres Bild zeigt eine Commerzbank-Analyse. Die Kakaopreise dürften sich auch 2016 auf hohem Niveau bewegen, schreiben die Experten. Sollte die Kakaoernte in Ghana und anderswo schlecht ausfallen, „könnte dies die Preise noch weiter nach oben treiben“.

Die beliebtesten Schokolademarken Deutschlands

Platz 10

Sarotti

Die Schokomarke mit dem Mohr hat ihre Wurzeln in Berlin, doch kommt heute aus dem Hause Stollwerck und wird in Köln produziert.

Umfrage: Ifak Institut, Ipsos, GfK Media and Communication Research.

Platz 9

Toblerone

Die dreieckige Schokolade aus der Schweiz ist auch hierzulande ein Verkaufshit. Die Schokomarke gehört dem Lebensmittelmulti Mondelēz, der auch Milka produziert.

Platz 8

Trumpf/Schogetten

In Aachen begann die Erfolgsgeschichte der vorportionierten Tafeln. Mittlerweile gehört die Schokoladenmarke zur Krüger-Gruppe und wird auch in den großen Discountern vertrieben.

Platz 7

Kinderschokolade

„Mit der Extra-Portion Milch“ wirbt der Hersteller Ferrero für seine süßen Tafeln. Dabei bleibt die Hauptzutat natürlich Zucker.

Platz 6

Alpia

Auch die rosa Schokomarke kommt aus dem Hause Stollwerck und soll vor allem preisbewusste Kunden ansprechen.

Platz 5

Merci

Das schokoladige Dankeschön in Form kleiner Schokoriegel aus dem Hause Storck ist in Deutschland weiterhin gefragt. Inzwischen wird es in 70 Ländern weltweit vertrieben.

Platz 4

Yogurette

„Jung, Schwung, Stimmung“. Die Schokoriegel mit Erdbeer-Joghurt-Geschmack haben mittlerweile viele saisonabhängige Ableger.

Platz 3

Lindt

Der internationale Schokokonzern aus der Schweiz genießt auch in Deutschland einen guten Ruf - von Schokohasen bis Pralines.

Platz 2

Ritter Sport

Zuletzt machte der Mittelständler aus Waldenbuch durch einen Streit mit der Stiftung Warentest von sich reden. Der Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

Platz 1

Milka

Der lila Riese dominiert die deutsche Schokobranche. Mittlerweile wird die Marke auch auf etlichen anderen Produkten vermarktet.

Wenig Begeisterung löst das Thema Kakaopreis auch beim Branchenriesen Nestlé aus. „Kakao wurde aufgrund der Missernte in Ghana deutlich teurer, Mandeln sind sogar extrem gestiegen, während Zucker leicht rückläufig war“, sagt Nestlé-Managerin Barbara Groll. Für 2016 rechne man mit teilweise weiter steigenden Rohstoffkosten.

Aktuell sprechen viele Firmen mit den Einzelhändlern über Abnahmeverträge für 2016. Wollen die Schokofirmen höhere Preise durchdrücken, die letztlich an den Verbraucher weitergereicht würden? Ritter-Sport-Chef Ronken hält sich bedeckt: „Dazu kann ich jetzt noch nichts sagen.“ Zugleich betont er: „Die Rohstoff-Kosten für uns werden nicht geringer.“

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