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28.01.2011

09:48 Uhr

Hohe Schulden

Call-Center-Betreiber Walter Services droht das Aus

VonSönke Iwersen, Hans-Peter Siebenhaar

ExklusivDer Finanzinvestor Odewald & Compagnie hat sich bei der mehr als 330 Millionen Euro schweren Übernahme des Call-Center-Betreibers Walter Services aus Baden-Württemberg verpokert. Warum die Gesellschafter vor dem Totalverlust stehen.

Kundencenter des Call-Center-Betreibers Walter Services in Ettlingen. Pressebild

Kundencenter des Call-Center-Betreibers Walter Services in Ettlingen.

DÜSSELDORF..Dem Mittelstandsinvestor Odewald & Compagnie droht in seinem aktuellen Fonds die zweite Insolvenz innerhalb von drei Monaten. Die kreditgebenden Banken haben den Finanzinvestor in dieser Woche aufgefordert, seine Aktien an Walter Services, dem zweitgrößten Betreiber von Call-Centern in Deutschland, auszuhändigen. Odewald, mit 40 Prozent größter Aktionär, würde damit seine komplette Beteiligung verlieren – ähnlich wie beim Autozulieferer Saargummi, der im November Insolvenz anmeldete. Nach Beschlagnahmung der Aktien könnten die Banken Walter Services verkaufen, um ihre Forderungen zu befriedigen. Das Ultimatum der Banken unter Führung der LBBW an die Investoren läuft Anfang nächster Woche ab.

Sollten Odewald und die anderen Investoren sich weigern, auf ihre Anteile zu verzichten, droht dem Unternehmen mit seinen 7000 Mitarbeitern das Aus. Walter Services beauftragte bereits im Sommer 2010 die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers damit, ein Sanierungsgutachten zu erstellen. Darin beschreiben die Wirtschaftsprüfer diverse Probleme bei dem Call-Center-Anbieter und verweisen insbesondere auf die kritische Liquiditätslage. Ihr Urteil: Die Gruppe ist in Insolvenzgefahr.

Walter-Chef Kogeler sieht trotzdem positiv in die Zukunft. „Nach schwierigen Jahren 2009 und 2010 zieht das Geschäft seit drei Monaten wieder an. Wir spüren die konjunkturelle Aufwärtsentwicklung“, sagte der frühere Finanzvorstand des Medienkonzerns Axel Springer.

Eine Sprecherin von Odewald wollte zu den Details der Verhandlungen mit den Banken nicht Stellung nehmen. Aus dem Umfeld der Finanzinvestoren hieß es, die Abtretung der Anteile sei erst für den Fall gefordert, dass die Verhandlungen mit den Banken scheiterten. Allerdings seien die Gesellschafter auch in diesem Fall nicht bereit, auf ihre Anteile an Walter Services zu verzichten.

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