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26.03.2013

11:48 Uhr

Hoher Jahresverlust

Konzernumbau kommt Celesio teuer zu stehen

Der Stuttgarter Pharmahändler Celesio ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Die Folge des Konzernumbaus, den der neue Chef vorantreibt. Aktionäre sollen trotzdem nicht leer ausgehen.

Markus Pinger, der neue Celesio-Vorstandsvorsitzende, hat einen Jahresverlust vorgelegt. dpa

Markus Pinger, der neue Celesio-Vorstandsvorsitzende, hat einen Jahresverlust vorgelegt.

FrankfurtDer Pharmahändler Celesio ist im vergangenen Jahr wegen des Konzernumbaus tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich fiel 2012 ein Verlust von 149 Millionen Euro an nach einem schmalen Gewinn von 5,8 Millionen Euro im Vorjahr, wie das Stuttgarter Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Analysten hatten mit einem einem Minus von 153 Millionen Euro gerechnet. Der Verkauf von Firmentöchtern, die Konzernchef Markus Pinger zu geringeren Preisen abgab als sein Vorgänger sie einst erwarb, führte zu hohen Wertberichtigungen. Die Celesio-Aktionäre sollen dennoch nicht leer ausgehen. Ihnen stellte die Konzernführung eine um fünf Cent auf 30 Cent angehobene Dividende in Aussicht.

Operativ lief es für den Konzern im vergangenen Jahr wieder besser. „Wir haben unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert und gleichzeitig wichtige Weichen für profitables Wachstum gestellt“, sagte Pinger. Der Manager hat nach seinem Amtsantritt im August 2011 eine Kehrtwende im Konzern eingeleitet. Celesio will sich künftig wieder ganz auf die angestammten Geschäfte Pharmahandel und Apotheken ausrichten. Der operative Gewinn (Ebitda) nahm 2012 um 9,5 Prozent auf 542,5 Millionen Euro zu. Sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte Celesio sogar um 20,2 Prozent auf 370,1 Millionen Euro.

Die hartnäckigsten Gesundheitsmythen

Obst und Gemüse schützt vor Krebs

Wer sich gesund ernährt und mehr Gemüse als Fleisch isst, der tut seinem Körper etwas Gutes. Doch ein konkreter Schutz vor Krebs ist das nicht. Das ergab eine Studie von Hsin-Chia Hung und Walter Willet, Harvard University Boston/"Journal of the National Cancer Institute". Die Probanden, die mehr Obst und Gemüse aßen, hatten jedoch ein geringeres Herzinfarktrisiko.

Dunkle Schokolade macht weniger dick

Das stimmt leider nicht. Egal, wie dunkel die Schokolade ist, sie besteht in erster Linie aus Kakaobutter, Zucker und Kakaomasse. Im Gegensatz zu Milchschokolade enthält dunkle Schokolade keine Milch, folglich auch keinen Milchzucker. Die Kalorienzahl ist aber vergleichbar mit der der Milchschokolade.

Kaffee trocknet den Körper aus

Nein, Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. Koffein wirkt allerdings harntreibend: Wer viel Kaffee trinkt, muss also öfter die Toilette aufsuchen. Das bedeutet aber nicht, dass er dabei mehr Flüssigkeit verliert, als er mit dem Bürokaffee aufgenommen hat.

Pro Tag zwei Liter Wasser trinken

Es ist richtig, dass der Mensch "ausreichend" Flüssigkeit braucht. Er muss aber nicht zwangsläufig zwei Liter in Form von Wasser trinken. Auch Obst, Gemüse und Milchprodukte enthalten Flüssigkeit. Außerdem hängt der Flüssigkeitsbedarf davon ab, wie heiß es ist, wie viel der Mensch wiegt und ob man sich körperlich stark anstrengt. Pauschal eine Menge von zwei Litern zu empfehlen ist wenig sinnvoll. Zu viel Wasser kann dem Körper auch schaden. Wer ein normales Durstgefühl hat, nimmt automatisch genug Flüssigkeit zu sich.

Salat hat viele Vitamine

Das stimmt nicht. Salat hat viel Folsäure, die der Körper braucht, aber Vitamin C etwa findet sich in der doppelten bis achtfachen Menge in Tomaten oder Paprika.

Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

Cholesterin ist ein lebensnotwendiger, natürlicher Stoff und kein Schadstoff. Der Körper produziert selbst Cholesterin und stoppt die Produktion, wenn zu viel Cholesterin in Form von Nahrung aufgenommen wird. Nur wer eine Cholesterin-Stoffwechselstörung hat muss auf seine Ernährung achten. Alle anderen können so viele Frühstückseier essen, wie sie wollen.

Salz ist ungesund

Das stimmt nur, wenn Sie zu den so genannten salzsensitiven Menschen zählen. Bei denen kann der häufige Genuss von stark gesalzenen Speisen zu einem Anstieg des Blutdrucks führen. Da die Mehrheit der Menschen aber nicht salzsensitiv isst, müssen sie auch nicht auf Salz verzichten.

Mehrere Mahlzeiten sind besser

Immer wieder hört man, es sei besser fünf kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, als die drei großen Klassiker Frühstück – Mittag – und Abendessen. Im Grunde ist es völlig egal, wann man isst. Wer mit fünf „kleinen“ Mahlzeiten am Tag abnehmen möchte, läuft jedoch schnell Gefahr, zu viele Kalorien aufzunehmen. Wer sich an feste Mahlzeiten hält, behält besser den Überblick über die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien.

Am Abend essen macht dick

Ob wir zu- oder abnehmen liegt an der Menge der Kalorien, die wir zu uns nehmen und nicht am Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Mehrere Studien haben widerlegt, dass Stoffwechselvorgänge am Abend ruhen und daher, wer abends mehr isst, schneller dick wird.

Der Mensch nutzt nur einen Bruchteil des Gehirns

Zwar keine Ernährungsweisheit, aber ein Gesundheitsmythos ist, dass der Mensch gar nicht die volle Leistung des Gehirns ausschöpfe. Einmal heißt es 10 Prozent, ein andermal 25 Prozent. Mehr unserer Hirnkapazitäten nutzen wir nicht? Doch, tatsächlich nutzt der Mensch alle Bereiche seines Gehirns. Untersuchungen haben gezeigt, dass es keine inaktiven Teile gibt. So verführerisch der Gedanke an noch ungenutzte Areale und Möglichkeiten wie Telepathie und Telekinese sein mag, sie bleiben Fantasterei.

Celesio leidet auch unter einen scharfen Wettbewerb im deutschen Apothekenmarkt. Seit Jahresbeginn gebe es eine Rabattschlacht unter den Rivalen im Apothekengeschäft, die er so noch nicht gesehen habe, sagte Konzernchef Markus Pinger. Anfangs sei auch Celesio dabei gewesen. "Wir werden uns nicht weiter daran beteiligen", fügte er aber hinzu.

2013 soll für den Pharmahändler nun das Jahr der Neuausrichtung werden. „Damit wird Celesio einen wesentlichen Schritt machen, um ab 2014 wieder profitabel wachsen zu können“, erklärte das Management. Celesio stellte für das laufende Jahr ein um Sondereffekte bereinigtes Ebit von 445 bis 475 Millionen Euro in Aussicht sowie ein bereinigtes Ebitda von 580 bis 610 Millionen Euro. Für das neue Apotheken-Netz, das unter dem Namen „Lloyds“ laufen solle, werde 2013 die Pilotphase starten. Dabei solle das Geschäft noch enger mit den Großhandelsaktivitäten des Konzerns verzahnt werden. Im Jahr 2014 soll dann der breite Marktstart erfolgen.

Von

rtr

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