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22.09.2011

11:54 Uhr

Howard Schultz im Interview

Starbucks will Deutschland erobern

VonGabor Steingart, Astrid Dörner

Zuletzt musste Starbucks viele deutsche Filialen wieder schließen. Diese Krise scheint aber überwunden und eine neue Deutschlandstrategie steht bereit. Darüber sprach das Handelsblatt mit Starbucks-Chef Howard Schultz.

Starbucks-Chef Howard Schultz. Reuters

Starbucks-Chef Howard Schultz.

Handelsblatt: Herr Schultz, Sie waren in den vergangenen Wochen sehr unzufrieden mit der politischen Führung in Washington. Sie haben einen offenen Brief geschrieben mit dem Titel "Liebe besorgte Mitbürger" und die Bewegung "Upward Spiral 2011" gegründet. Was hat Sie so wütend gemacht?

Howard Schultz: Es ist ungewöhnlich für einen amerikanischen Vorstandschef, sich so zu äußern. Aber es sind auch ungewöhnliche Zeiten. Ich habe wie viele Amerikaner mit tiefer Enttäuschung beobachtet, wie die Verhandlungen über die Schuldenobergrenze zum Debakel zwischen Präsident Obama und dem Kongress wurden. Die Amerikaner brauchen langfristige Lösungen. Aber vor lauter Ideologie und Parteipolitik bekommen sie nicht das, was sie verdienen. Ich glaube, das Ganze hat eine Vertrauenskrise ausgelöst in den USA und im Rest der Welt.

Die Deutschen suchen meist schon früh in der politischen Debatte Einigkeit. Man könnte argumentieren, dass die Amerikaner schlicht eine fortgeschrittene Demokratie haben.

Ich denke, das Wesen der Demokratie und der wundervolle Aspekt an ihr ist die kreative Debatte mit ihren Spannungen - aber nicht Ideologien und Parteipolitik. Ich habe meine Meinung gesagt. Aber ich habe keine bestimmte Partei kritisiert, auch nicht den Präsidenten, lediglich den Prozess und die Tatsache, dass es keine Lösung gegeben hat. Ich wollte die Politiker ermutigen, den Dialog wieder aufzunehmen und einen Durchbruch zu erzielen.

Die größten Franchise-Nehmer

463.000 Menschen verdienten ihr Geld Ende 2010 in der Franchise-Wirtschaft, 33,6 Prozent als zehn Jahre zuvor. Knapp die Hälfte arbeitet im Bereich Dienstleistung, mit 32 folgt der Handel, danach Gastronomie und das Handwerk.

Platz 1

Tui/First

Die meisten Reisebüros von Tui und First werden von Franchise-Nehmern geführt. In Deutschland waren es 2009 wie schon in den Vorjahren 1.405 Betriebe.

Platz 2

Der wohl bekannteste Franchise-Geber der Welt liegt in Deutschland nur auf Rang zwei: McDonalds betreibt 1.334 Betriebe in diesem System.

Platz 3

In Deutschland brauchen immer mehr Kinder Nachhilfe. Davon profitiert auch die Schülerhilfe: Mit 1.023 Betrieben Platz liegt das Unternehmen auf Rang drei .

Platz 4

Es folgt der Studienkreis mit 1.006 Betrieben auf Rang vier.

Platz 5

Man findet sie praktisch in jeder Stadt - die Bäckerei-Filialen von Kamps. 930 davon werden im Franchise-System betrieben.

Platz 6

Subway rangiert in Deutschland in Deutschland auf Platz sechs mit 755 Betrieben.

Platz 7

Alles für den Hund - und andere Haustiere: Fressnapf setzte von Beginn an auf Franchising - heute sind es in Deutschland 723 Läden.

Platz 8

Apollo Optik hat in den vergangenen Jahren kräftig zugekauft und setzt auch auf das Franchise-System: 670 Filialen hat die Optikerkette.

Platz 9

Auch die Fastfood-Kette Burger King schafft es in die Top Ten. 650 Betriebe werden von Franchisern geführt.

Platz 10

Eine bekannte Marke, die es trotz der Insolvenz der Mutter noch gibt: Foto Quelle führt 560 Betriebe in Franchise-System.

Platz 11

Dicht dahinter folgt der Ad-Auto Dienst mit 550 Betrieben.

Platz 12

Besonders spannend ist das Genre von Datac nicht: Buchhaltung, Lohnabrechnung und solche Dienstleistungen übernimmt das Unternehmen in 524 Betrieben.

Platz 13

Die Schuhverkäufer von Reno folgen auf Rang 13 mit 498 Läden in Deutschland.

Platz 14

Musikalisch geht es weiter. 475 Betriebe unterhält die Musikschule Fröhlich im Franchise-System.

Platz 15

Zwei Plätze hinter Reno folgt Konkurrent Quick Schuh mit 400 Filialen.

Platz 16

Früher waren Rastplatztoiletten oft ein Graus - Sanifair hat da einiges zum Besseren gewandelt. Auf 368 Betriebe kommt das Unternehmen.

Platz 17

Auf Rang 17 folgt Wohnkultur - das schreibt sich Topa Team zumindest auf die Fahne in 340 Betrieben.

Platz 18

Die Autovermieter von Avis haben es mit 338 Betrieben noch in die Top 20 geschafft.

Platz 19

Mit Holiday Land steht ein zweiter Reiseanbieter in den Top 20. Immerhin kommt das Unternehmen auf 335 Büros in Deutschland.

Platz 20

Obi übersteht den Preiskampf unter den Baumärkten derzeit recht gut. 333 Läden betreibt Obi in Deutschland im Franchise-System.

So einen Schritt hat niemand erwartet von dem Chef von Starbucks, einem Unternehmen, das für Gemütlichkeit steht und Kunden zufrieden machen will.

Die Folgen habe ich wirklich nicht absehen können. Ich habe mir nicht vorstellen können, so viel Unterstützung und so viele Medienanfragen zu bekommen. Wir haben mittlerweile 160 Unternehmenschefs aus beiden Parteien, die sich meiner Initiative anschließen. Aber wir müssen noch mehr tun. Die führenden US-Konzerne können nicht auf Washington warten. Wir müssen zeigen, dass wir bereit sind, die Wirtschaft zu stützen und Arbeitsplätze zu schaffen.

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