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13.12.2015

13:32 Uhr

Icelandair

Überflieger von der Vulkaninsel

VonHelmut Steuer

Weder Wirtschaftskrisen noch Vulkane können Icelandair aufhalten: Immer mehr Passagiere verbinden einen Transatlantikflug mit einem Zwischenstopp auf der Insel. Der Chef setzt auf die Erfolgsrezepte der Wikinger.

Die Fluggesellschaft will ihre Flotte weiter ausbauen. ap

Icelandair-Maschine über Rejkjavik

Die Fluggesellschaft will ihre Flotte weiter ausbauen.

ReykjavikAus seinem Fenster in dem Bürogebäude am Rande Reykjaviks hat Birkir Hólm Gu∂nason einen guten Überblick. Selbst an einem grau-trüben Tag wie diesem schweift sein Blick in die Ferne. „Dahinten, auf dem Flughafen Keflavik, kommen unsere Passagiere an. Und wir hoffen, dass sie mindestens einen Tag hier in Island bleiben“, sagt der 41-Jährige und zeigt gen Süden. Rund 50 Kilometer entfernt befindet sich die Basis der von ihm geleiteten Fluggesellschaft Icelandair.

So viel wird schnell im Gespräch mit dem Handelsblatt klar: Hólm ist kein Freund von transatlantischen Nonstop-Flügen. „Wir unterscheiden uns von anderen Airlines durch unser Konzept der Transatlantikflüge via Reykjavik“, sagt er. Tatsächlich hat die 1937 gegründete Fluggesellschaft ein anderes Geschäftsmodell entwickelt. „Wir fliegen von verschiedenen europäischen Städten nach Island, dort steigt man um oder besser, man legt einen Stopover ein, und dann geht es weiter nach Nordamerika“.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Die Idee, auf der Inselgruppe im Nordatlantik, im Land der Geysire, Vulkane und Elfen, einen Zwischenstopp einzulegen, fasziniert immer mehr Passagiere, die eigentlich nur von Frankfurt nach New York reisen wollten. Derzeit bietet Icelandair Stopover-Möglichkeiten von 26 Abflughäfen in Europa und 16 in Nordamerika an. Und auch diejenigen, die keinen längeren Zwischenstopp in Island einlegen wollen, müssen nicht eine deutlich längere Reisezeit einplanen. Denn die Abflugzeiten in Europa sind so aufeinander abgestimmt, dass die Maschinen im Minutentakt in Kevlavik landen. Nach kurzem Beinevertreten kann es 40 Minuten später bereits weiter nach Nordamerika gehen.

„Der Tourismus ist in den vergangenen fünf, sechs Jahren kräftig gewachsen, allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Touristen in Island um 20 Prozent“, berichtet Hólm stolz. Und während viele andere Fluggesellschaften derzeit mit der Profitabilität kämpfen, ist seine Airline zum Nutznießer des gestiegenen Interesses an einem Aufenthalt in Island geworden. Denn Icelandair ist eine Tochtergesellschaft der Icelandair Group, und dieses an der Börse in Reykjavik notierte Unternehmen betreibt Hotels, eine Inlandsfluglinie und Reiseveranstalter. „Man darf nicht vergessen, dass all die Fluggesellschaften, die jetzt Island anfliegen, den Markt für uns vergrößert haben“, lacht Hólm.

Die Konkurrenz ist härter geworden, da seit einiger Zeit auch Billigfluggesellschaften wie Norwegian und Easyjet die Nordatlantikinsel anfliegen. Doch Hólm sieht die neue Konkurrenz gelassen. „Sie wecken das Interesse an Island, und das ist auch gut für uns“. Die Icelandair Group ist nach einigen turbulenten Jahren wieder zurück in der Erfolgsspur.

Seit 2010 konnte der Umsatz jährlich um rund 15 Prozent gesteigert werden. Im vergangenen Jahr beförderte das Unternehmen 2,6 Millionen Passagiere und setzte über 1,1 Milliarden Dollar um. Der Vorsteuergewinn betrug knapp 80 Millionen Dollar. Fast 95 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Fluggeschäft, den Rest steuern die eigenen Hotels und Reiseveranstalter bei. Bis heute ist die Fluggesellschaft ein Privatunternehmen. Zu keinem Zeitpunkt hielt der isländische Staat Anteile an der Airline. Die größten Investoren sind isländische Pensionsfonds und Banken.

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