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23.11.2012

15:37 Uhr

Ideenkonferenz TED expandiert

Mit Max und Moritz die Welt erklären

VonChristof Kerkmann

In den USA ist die TED schon legendär – die Vorträge sind dort stets ein Jahr im voraus ausgebucht. Nun soll die Innovationskonferenz in alle Welt expandieren. Ein Besuch in Berlin macht Lust auf mehr.

Die amerikanische Aktivistin Carolina Gonzalez-Bunster berichtet auf der Tedx in Berlin, wie der Unfall ihres Bruders sie dazu brachte, ihren Job bei Goldman Sachs zu kündigen und eine Stiftung zu gründen, die sich für gehbehinderte Menschen einsetzt. Foto: Sebastian Gabsch/Tedx Sebastian Gabsch

Die amerikanische Aktivistin Carolina Gonzalez-Bunster berichtet auf der Tedx in Berlin, wie der Unfall ihres Bruders sie dazu brachte, ihren Job bei Goldman Sachs zu kündigen und eine Stiftung zu gründen, die sich für gehbehinderte Menschen einsetzt. Foto: Sebastian Gabsch/Tedx

Berlin Blockbuster, Smartphones und coole Internet-Dienste sind die bekanntesten Exportgüter aus Kalifornien. Eines könnte bald dazukommen: Ein legendäres Konferenz-Konzept. Denn die Innovationskonferenz TED, die alljährlich hochrangige Politiker, Wissenschaftler und die Elite des Silicon Valley in den Westen der USA lockt, expandiert in alle Welt. Mehr als 5000 Konferenzen hat es bereits gegeben. Die nicht-kommerzielle Organisation setzt dabei auf ein bewährtes Rezept großer Konzerne, wie die Konferenz an diesem Freitag in Berlin zeigt.

Die TED-Konferenz ist in den USA legendär. Wobei der Begriff Konferenz das Phänomen nur unzureichend beschreibt. Es gibt keine Krawatten, kein Pult, kein Powerpoint-Gewitter. Mit den kurzen, prägnanten und unterhaltsamen Vorträgen ist sie eher ein Ideen-Festival mit einer wilden Themenmischung. Mal geht es um Fusionsreaktoren für die Garage, mal darum, wie Schulen die Kreativität abwürgen, mal um den Einfluss von Facebook und Twitter auf die Politik.

Rhetorik: Nutzen Sie die Macht Ihrer Stimme

Rhetorik

Nutzen Sie die Macht Ihrer Stimme

Egal ob ein Kurzvortrag im Meeting oder die große Präsentation bei Kunden: Selbst wenn alles perfekt vorbereitet ist, werden Sie ohne Redekunst nur bedingt Erfolg haben. Doch die „Kunst“ kann man lernen. Ein paar Tipps.

„Ideas worth spreading“ lautet das Motto – Ideen, die es wert sind, weitererzählt zu werden. Wenn es gemeinsame Nenner gibt, sind das die Technikbegeisterung und eine „leicht euphorisierte Zukunftsgläubigkeit“, wie die "Süddeutsche Zeitung" einmal schrieb. Andere Konferenzen nehmen sich das längst zum Vorbild, in Deutschland zum Beispiel die DLD.

In diesem Geist lädt auch die TEDx nach Berlin. Draußen am Spreeufer ist es winterlich grau, im Haus der Kulturen leuchtet auf der halbdunklen Bühne das rote Logo. Wenn ein Redner nach vorn schreitet, wandern die Scheinwerfer herum wie bei einem Konzert. TED-Vorträge sind eine Show.

„Crossing Borders“ lautet das Motto an diesem Freitag. Ben Scott, früher Berater der US-Außenministerin Hillary Clinton, zeigt etwa am Beispiel des Facebook-Nutzers Tom, wie die Sozialen Medien die Politik umkrempeln. Der Aktivist John Bunzl erklärt anhand der Geschichte von Max und Moritz, warum sich die Regierungen so wenig für den Klimaschutz tun und wie Bürger sie zu mehr Engagement bewegen können. Und die amerikanische Aktivistin Carolina Gonzalez-Bunster berichtet, wie der Unfall ihres Bruders sie dazu brachte, ihren Job bei Goldman Sachs zu kündigen und eine Stiftung zu gründen, die sich für gehbehinderte Menschen einsetzt. Zwischendurch gibt es Musik.

FAQ Die Macht der Macht

Der Ratgeber

Einen praktischen Leitfaden zum Umgang mit Macht hat Reiner Neumann herausgebracht. Der Berater erklärt in „Die Macht der Macht“, worauf Führungspersönlichkeiten achten müssen, um ihre Macht zu steigern und vor allem zu erhalten. Hier einige Auszüge.

Gesten

Gesten mit beiden Händen wirken sehr viel stärker und dynamischer als die mit einer Hand. Vermeiden Sie Gesten mit negativem Gehalt wie erhobene Zeigefinger oder vor der Brust verschränkte Arme.

Sprache

Vermitteln Sie Souveränität durch ruhiges Sprechtempo und gut gewählte Pausen. Das zeugt davon, dass Sie keine Angst vor Unterbrechungen haben. Betonen Sie maximal zwei Wörter pro Satz und passen Sie die Lautstärke der Größte des Raumes an.

Unterbrechen

Menschen mit Macht unterbrechen, Menschen ohne werden unterbrochen. Es ist nicht höflich, aber wirkungsvoll. Sorgen Sie dafür, wenn man Sie mal unterbricht, dass Sie Ihren Gedanken zu Ende bringen können.

Regeln aufstellen

Macht hat, wer die Regeln definiert. Übernehmen Sie keine Normen blind vom Vorgänger. Regeln schaffen Sicherheit und Vertrauen, schränken bisweilen aber auch zu stark ein. Ideal ist es, wenn nicht der Chef, sondern die Allgemeinheit Verstöße ahndet.

Körperhaltung und Mimik

Macht und Dominanz strahlt man – bisweilen auch zu viel – aus durch entspanntes Zurücklehnen, gespreizte Beine, weit geöffnete Augen und hochgezogene Brauen. Bemühen Sie sich um flüssige Bewegungen und vermeiden Sie keinen Blickkontakt – das ist ein Zeichen von Schwäche.

Netzwerken

Geben und Nehmen: Der beste Einstieg ist eine Investition von Ihrer Seite – gehen Sie in Vorleistung. Pflegen Sie Beziehungen durch regelmäßiges Kontaktieren und zeigen Sie Interesse für den Anderen. Und seien Sie verlässlich, auch wenn es mal schwer fällt.

Symbole

Mal ist es ein eigenes Büro, bei einigen ein Firmenwagen oder die Zahl der Sekretärinnen: Symbole zeigen, wie mächtig ein Manager ist. Nutzen Sie diese Symbole und setzen Sie sie geschickt ein.

Die richtigen Aufgaben übernehmen

Kämpfen Sie um die Projekte, mit denen Sie glänzen können: Überschaubares Risiko, hohes Prestige und die Aufmerksamkeit des Top-Managements sind die wesentlichen Kriterien.

Kommentare (1)

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esm

23.11.2012, 16:17 Uhr

Chapeau für den Artikel. Nur sollten sie vielleicht auch einmal einen Artikel über die interssantesten Inhalte bringen. Denn im Gegensatz zu Hollywood SciFi-Filmen ala Starwars/Matrix, die ja auch aus Californien kommen, sind die TED Talks fast schon Realität.

Frau Schavan Sie stehen in der Pflicht die Wissensgesellschaft Realität werden zu lassen. Mein Appell an Sie: Jeder Lehrer in Deutschland sollte sich verpflichtend diese Videos reinziehn

Ich empfehle die Talks zur Synthetischen Biologie und Robotik. Spätestens seit Craig Venter in 2010 erstmalig künstlich programmiertes Leben erschaffen hat, ist die Zeit der Religionen hoffentlich endgültig vorbei.

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