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14.04.2006

13:16 Uhr

Ikea öffnet Markt in Peking

Billys langer Marsch

VonAndreas Hoffbauer

Ikea hat am Mittwoch in Peking seine erste Filiale eröffnet. Es könnte der Auftakt für einen neuen Eroberungsfeldzug der Schweden sein.

Ob Kiel, München, Dubai oder Schanghai – überall verkauft Ikea nach dem gleichen Muster. Foto: dpa

Ob Kiel, München, Dubai oder Schanghai – überall verkauft Ikea nach dem gleichen Muster. Foto: dpa

PEKING. Sie stehen alle in Zweierreihen und warten. Die Sicherheitsbeamten mit den grauen Uniformen, die Ikea-Mitarbeiter in ihrem blau-gelben Einheitsdress. Und natürlich die Billy-Regale. Das Produkt, das die schwedische Marke Ikea einst weltweit berühmt gemacht hat, soll auch in China die Massen erobern. Und so empfängt Billy im neuen Megastore in Peking die Kunden wie alte Freunde – gleich am Eingang. In Birkenfurnier, nordisch hell. Zum Sonderpreis.

Alle sind heute ein bisschen aufgeregt. Schließlich wird die mit 43 000 Quadratmetern Verkaufsfläche zweitgrößte Ikea-Filiale der Welt eröffnet. Klappstühle, Kochtöpfe, Kinderbetten und Tische auf einer Größe von sechs Fußballfeldern – das setzt selbst altgediente Manager wie Ake Forsberg unter Hochspannung.

Der Schwede arbeitet seit 30 Jahren für den Konzern, ist seit drei Jahren für die Expansion in Asien zuständig. „Das hier sind schon Superlative“, sagt er und streicht sich nervös über die Stirn.

Rollrasen hat über Nacht den staubigen Vorplatz noch schnell in eine Wiese verwandelt, dazu Ballons, Fahnen und Musik. Die Bauarbeiter, die noch die Zufahrt fertig stellen, nehmen ihre orangefarbenen Helme ab und machen erst mal Pause. Auf der kleinen Bühne vor dem Ikea-Markt spricht der schwedische Botschafter. „In Schweden gibt es keinen Haushalt ohne ein Möbelstück von Ikea“, sagt Börje Ljunggren. Es klingt wie ein Aufruf zur Nachahmung. Schwedisches Design werde nun auch chinesische Wohnungen erobern. Und Ian Duffy, der für Asien und Pazifik zuständige Ikea-Manager, macht auf Sozialpolitik. „Ich bin sicher, Ikea wird das tägliche Leben der Chinesen verbessern.“

Mehrere tausend Menschen warten da schon auf Einlass. Darunter ist eine 52-jährige Großmutter, die mit ihrer Enkeltochter gekommen ist. Sie sei eigentlich nur neugierig, sagt sie. „Ich kenne Ikea nicht. Ist das ein Supermarkt? Mit Lebensmitteln?“

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