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14.10.2015

14:39 Uhr

Ikea zieht Bilanz

Klickst Du noch, oder kaufst Du schon?

VonFlorian Kolf

Alle reden über den Onlinehandel. Doch Ikea hat einen anderen Plan: Der Möbelgigant will seine Kunden lieber in die Einrichtungshäuser locken. Die verschlafene Konkurrenz macht es ihm leicht.

Ikea Deutschland zieht Bilanz – und stellt seine Pläne für die Zukunft vor. dpa

Ikea

Ikea Deutschland zieht Bilanz – und stellt seine Pläne für die Zukunft vor.

HofheimWo der Schwerpunkt für den Chef von Ikea Deutschland liegt, ist klar: „Wir investieren in die Begegnung mit unseren Kunden“, sagt Peter Betzel. Und wo die am liebsten stattfinden soll, darüber lässt er auch keinen Zweifel. „Uns ist es wichtig, den Menschen die zu uns kommen, einen schönen Tag zu bereiten.“

Während in vielen Branchen fast alle Energie und der größte Teil des Kapitals ins Onlinegeschäft investiert wird, setzt der Möbelhandel in Deutschland immer noch größtenteils auf den direkten Kundenkontakt in den Häusern. Und Ikea als Marktführer gibt die Marschrichtung vor.

Von den 4,435 Milliarden Euro, die Ikea im vergangenen Jahr in Deutschland umgesetzt hat, wurden gerade einmal 189,6 Millionen Euro online erwirtschaftet. Das sind nicht einmal 4,4 Prozent. Und der Ehrgeiz, das auszubauen, hält sich offenbar in Grenzen. Während Experten im Handel insgesamt langfristig von einem Online-Anteil von mindestens 20 ausgehen, gibt Ikea als Zielwert gerade einmal gut 10 Prozent aus.

Dass sich der Möbelgigant das leisten kann, liegt auch an der schwachen Konkurrenz. So konnte Ikea im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Marktanteil in Deutschland erneut auf mittlerweile 13,4 Prozent ausbauen. Der zweitstärkste Mitbewerber, die Höffner-Gruppe kommt nur auf gut die Hälfte.

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Und auch im Online-Geschäft ist der Druck gering. „Die meisten Möbelhändler haben noch nicht begriffen, wie wichtig eine gute Online-Präsenz ist“, wundert sich Gerrit Heinemann, E-Commerce-Experte von der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. „Die meisten Websites von Möbelhändlern sind nicht mal für Mobilgeräte optimiert.“ Und reine Onlinehändler für Möbel, wie etwa Home24, sind noch weit von einem profitablen Geschäft entfernt.

Da ist Ikea schon deutlich weiter. Fast 220 Millionen Besucher verzeichnet die Website „Ikea.de“ pro Jahr. Es gibt eine Katalog-App, mit der man Sofas oder Regale virtuell in sein eigenes Wohnzimmer setzen kann. Und das Unternehmen verfolgt einen Multichannel-Ansatz: Online bestellte Waren können nach Hause oder ins Warenhaus geliefert werden, neuerdings kann man sie in kleinen Abhollagern in Empfang nehmen.

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