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22.03.2013

18:54 Uhr

Illegale Preisabsprachen

Kartellamt ermittelt gegen dutzende Brauereien

Mehrere Brauereien sollen Preise abgesprochen haben. Warsteiner und Krombacher haben Ermittlungen des Bundeskartellamts bestätigt. Auch internationale Konzerne sind im Visier der Wettbewerbshüter.

Krombacher steht wie etliche weitere Brauereien im Verdacht, illegale Preisabsprachen getroffen zu haben. dpa

Krombacher steht wie etliche weitere Brauereien im Verdacht, illegale Preisabsprachen getroffen zu haben.

BonnDas Bundeskartellamt ermittelt gegen mehrere große Brauereien wegen möglicher illegaler Preisabsprachen. Auf Anfrage bestätigten die Warsteiner und Krombacher Brauerei am Freitag die Untersuchungen der Bonner Wettbewerbsbehörde. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ sollen rund ein Dutzend Brauereien mit einem Marktanteil von insgesamt 50 Prozent ins Visier der Kartellwächter geraten sein.

Betroffen seien 24 Premiummarken. Dabei sprach das Magazin vom größten Kartellverfahren in der Geschichte der deutschen Bierbranche. Ein Stellungnahme der Behörde war am Freitag nicht zu erhalten.

Wie Warsteiner weiter mitteilte, habe das Bundeskartellamt die Brauerei bereits im ersten Halbjahr 2012 davon unterrichtet, dass gegen sie ermittelt werde. Gegenstand seien mögliche Preisabsprachen mit Wettbewerbern, Ergebnisse lägen bislang aber nicht vor. „Das Ermittlungsverfahren betrifft auch unser Unternehmen“, sagte ein Sprecher der Krombacher Brauerei. Das Unternehmen stehe im Kontakt mit dem Kartellamt, wolle aber zu laufenden Ermittlungen keine Angaben machen.

Neben den beiden genannten Unternehmen sollen laut „Focus“ auch die internationalen Brauerei-Gruppen Carlsberg (Holsten), AB-Inbev (Becks) sowie die Familienunternehmen Erdinger, Bitburger und die Getränkesparte des Oetker-Konzerns mit den Marken Radeberger und Jever zu den beschuldigten Brauereien gehören. Sollte den Unternehmen Preisabsprachen nachgewiesen werden, drohen ihnen Strafen in dreistelliger Millionenhöhe.

Die 10 größten Biermarken 2011

Die Inside-Marken-Hitliste 2011

Die zehn größten deutschen Biermarken laut der Marken-Hitliste des Getränkemarkt-Magazins „Inside“ 2011. Dabei handelt es sich nicht um Unternehmensangaben, sondern um Zahlen beziehungsweise Hochrechnungen des Fachmagazins. Die Brauereien haben ihre Zahlen zum Teil noch nicht veröffentlicht. Enthalten sind Biermischgetränke und alkoholfreies Bier. Bei Oettinger, Beck's, und Hasseröder ist jeweils nur der Inlandsabsatz berücksichtigt.

Platz 10

Erdinger

+ 4,4 Prozent

1,72 Millionen

Platz 9

Radeberger

+ 6,1 Prozent

1,96 Millionen

Platz 8

Paulaner

+ 0,4 Prozent

2,23 Millionen

Platz 7

Veltins

+ 4,2 Prozent

2,69 Millionen

Platz 6

Hasseröder

+ 9,9 Prozent

2,71 Millionen

Platz 5

Warsteiner

- 3,0 Prozent

2,72 Millionen

Platz 4

Beck's

+ 4,0 Prozent

2,75 Millionen

Platz 3

Bitburger

+ 2,8 Prozent

4,03 Millionen

Platz 2

Krombacher

- 0,3 Prozent

5,39 Millionen

Platz 1

Oettinger

- 2,1 Prozent

6,21 Millionen

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

22.03.2013, 20:56 Uhr

Pfui !
Jeden Tag muss man sich diese kriminellen Beutezüge einer globalen-, monopolistischen-, DrecksVettern-Pestwirtschaft reinziehen.
Sind das die Erfolge des neoliberalen Strukturwandels?

Donnerwetter!


General-Investigation

23.03.2013, 09:09 Uhr

Also mal ehrlich, wer hat denn ernsthaft geglaubt, das sich Unternehmen nicht absprechen? Wer bitte ist denn wirklich so naiv das zu glauben...
Und so ist es sicherlich auch in anderen Branchen wie Lebensmittel, Kraftfahrzeuge und Elektronik uvm.

Solche berichte können mich gar nicht mehr vom Stuhl reißen, ebenso wenig die ständig auftauchenden "Lebensmittelskandale" - am weiß davon (schon seit Jahrzehnten)und hat trotzdem im Bereich Fleisch/Geflügel/Fisch gerade einmal pro 1000 Betreibe einen Kontrolleur - der auch nur Stichproben machen kann und niemals so eine Kontrolle durchführen könnte wie sie eigentlich sein sollte, nämlich gründlich.

Also warum noch wundern oder Betroffenheit heucheln?
Jeder im Besitz des klaren Verstandes weiß auch, das Bio ein Schwindel ist, denn so viel Fläche um diese Nachfrage zu befriedigen, haben wir nicht. Und Bio aus tausenden von Kilometern entfernten betrieben kann es doch wohl nicht sein - doch genau die gleichen Kunden machen auch den Aufstand beim Umweltschutz, schaffen aber nicht die Denkleistung das alles Umwelt ist, was um sie herum passiert.

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