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02.09.2013

16:56 Uhr

ILO

Kritik an Arbeitsbedingungen in Thailands Fischindustrie

Gewalt und Kinderarbeit sind in Thailands Fischindustrie nicht unüblich. Das ergab eine Befragung der ILO. Die massive Ausbeutung wird insbesondere durch die überwiegend illegale Anstellung der Arbeiter begünstigt.

Rund zehn Prozent der Beschäftigten würden während der Arbeit geschlagen, so die ILO. ap

Rund zehn Prozent der Beschäftigten würden während der Arbeit geschlagen, so die ILO.

BangkokDie Internationale Arbeitsorganisation (ILO) übt massive Kritik an der thailändischen Fischindustrie. Es gebe „ernsthafte Vergehen“ wie Zwangsarbeit und Gewalt, erklärte die Organisation am Montag in Bangkok. Eine Befragung von fast 600 Beschäftigten habe ergeben, dass rund 17 Prozent der überwiegend illegal angestellten Fischer aus Birma und Kambodscha unter Androhung von Gewalt, finanziellen Einbußen und Denunziation arbeiten müssten. Die breite Mehrheit der Arbeiter habe einen „irregulären Status“ und könne daher leichter ausgebeutet werden, sagte Max Tunon von der ILO.

Rund zehn Prozent der Beschäftigten würden während der Arbeit geschlagen, mehr als ein Viertel von ihnen habe angegeben, zwischen 17 und 24 Stunden arbeiten oder in Rufbereitschaft sein zu müssen. Unter den Befragten seien sieben Kinder unter 15 Jahren und 26 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren gewesen.

Bio - öko - fair

Ein Wirrwarr an Siegeln

Fair, bio, öko – und dazu mehrere Dutzend Gütesiegel: Viele Verbraucher verlieren da den Überblick. Dabei gibt es zwischen den Begriffen durchaus Unterschiede.

Fair

Eine faire Produktion soll gewährleisten, dass die Produzenten angemessene Löhne zahlen und die Mitarbeiter nicht unter gesundheitsgefährlichen Bedingungen arbeiten. Der gemeinnützige Verein Transfair verleiht sein Siegel beispielsweise für Produkte wie Kaffee, Bananen oder Blumen, aber auch Kleidung und Fußbälle. Inzwischen berücksichtigt die Organisation allerdings nicht nur ökonomische und soziale, sondern auch ökologische Kriterien – das sei im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.

Bio

Bio-Siegel garantieren die ökologische Produktion von Lebensmitteln und anderen Produkten. Dabei dürfen beispielsweise weder Gentechnik noch chemische Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Die Anforderungen der Siegel unterscheiden sich allerdings zum Teil erheblich. Besonders streng sind Demeter, Naturland und Bioland.

Öko

Bio ist jedoch nicht automatisch öko: Auch die Umweltbilanz von Bioprodukten kann schlecht sein, etwa wenn Äpfel aus Südafrika nach Deutschland transportiert werden. Weniger CO2 fällt an, wenn Verbraucher Produkte aus der Region kaufen.

Thailand ist der drittgrößte Fischexporteur der Welt. Die Fischindustrie, darunter auch die lukrativen Fisch- und Shrimps-Farmen und der Verpackungssektor, machen 1,2 Prozent der thailändischen Wirtschaft aus.

Von

afp

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