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15.01.2004

07:31 Uhr

Im britischen Einzelhandel scheint der Dauer-Boom vorbei

Nach dem Fest folgt die Handels-Ernüchterung

VonAndreas Hoffbauer (Handelsblatt)

Die Weihnachtsbilanz im britischen Einzelhandel löst im Vergleich zu früheren Jahren wenig Jubel aus. Natürlich gibt es auch diesmal wieder Gewinner, doch insgesamt steht der Handel auf der Insel vor Problemen.

LONDON. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass der seit Jahren anhaltende Verkaufsrausch der Briten an Schwung verloren hat. Beim British Retail Consortium schätzt man sogar, dass die Verkäufe im Dezember (ohne Neueröffnungen) gegenüber Vorjahr um 0,2 % gesunken sind.

Zudem ist deutlich geworden, dass sich der Wettbewerb zwischen kleineren City-Ketten und den Supermarktriesen wie Tesco, die in den Verkauf von Büchern, Elektronik und Bekleidung drängen, dramatisch verschärft hat.

Vor allem Modehäuser geraten da unter Druck. Prominentestes Beispiel: Die Marks & Spencer plc. Die Traditionsmarke feuerte nach einem „enttäuschenden“ Weihnachtsgeschäft gestern den Vorstand für Bekleidung, David Norgrove. Der flächenbereinigte Umsatz (ohne Lebensmittel) war in den 15 Wochen bis zum 10. Januar um 4,5 % gefallen. Zu teuer, falsches Marketing und noch immer zu altmodisch begründen Analysten die neue M&S-Krise.

Norgrove, früher Privatsekretär von Ex-Premier Maggie Thatcher, hat sich als Fehlgriff erwiesen. „Die Strategie ist völlig in die Hose gegangen“, sagt CSFB-Analyst Tony Shiret. Damit ist die sich abzeichnende Kehrtwende des vor Jahren in die Krise geratenen Warenhauses wieder in Frage gestellt, denn nur im Lebensmittelbereich konnte M&S noch zulegen. Das könnte Konzernchef Roger Holmes unter Druck bringen. Er musste gestern einräumen, vor allem Frauen als Modekunden an die Konkurrenz verloren zu haben. Eine dramatische Entwicklung – dieser Bereich ist die klassische M&S-Domäne und immer noch doppelt so groß wie die Männermode.

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