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25.10.2013

16:11 Uhr

Imagekampagne

Ryanair lässt zweites Handgepäck mit in den Flieger

Michael O'Leary sagt, er höre seinen Kunden zu. Und die haben ihm geflüstert, dass sie gern eine Tasche mehr mit an Bord nehmen würden. Der Billigflieger setzt die Charmeoffensive fort – und schafft außerdem Gebühren ab.

Da staunt selbst Michael O'Leary: Ein zweites Handgepäck-Stück soll bei Ryanair bald Standard sein. ap

Da staunt selbst Michael O'Leary: Ein zweites Handgepäck-Stück soll bei Ryanair bald Standard sein.

DublinRyanair will sein schlechtes Image mit einer Kundenoffensive aufpolieren. Europas größter Billigflieger kündigte am Freitag an, innerhalb eines halben Jahres Gebühren für das Ausdrucken der Bordpässe abzuschaffen und ein zweites Stück Handgepäck zu erlauben. Wer im Internet eingecheckt hat, aber seinen Boarding Pass am Flughafen vergisst, der zahlt für die Neuausstellung künftig 15 Euro statt wie bisher 70 Euro.

Vom 1. November an bietet Ryanair vor 8 Uhr morgens und nach 21 Uhr abends „leise Flüge“ ohne Extra-Durchsagen sowie mit gedimmten Licht an. Zudem würden kleinere Fehler bei der Buchung innerhalb von 24 Stunden kostenlos behoben und die Kosten fürs Standardgepäck um die Hälfte auf 30 Euro gesenkt.

Die für die Kundenbetreuung zuständige Ryanair-Managerin Caroline Green stellte weitere Verbesserungen in Aussicht. Spätestens Ende März 2014 sollen die Regelungen umgesetzt sein. „Wir hören unseren Kunden zu und reagieren auf sie“, erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Er hatte Anfang der Woche herbe Kritik einstecken müssen, als er sich beim Internetdienst Twitter Kunden-Kommentaren stellte. Ryanair wirbt seit Jahren damit, die günstigste Airline Europas zu sein. Viele Kunden sind jedoch sauer wegen der Verkaufsmethoden des Billigfliegers. Unter anderem monieren sie, dass für Sonderleistungen wie Gepäckbeförderung hohe Aufpreise verlangt würden.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Der Easyjet-Konkurrent war in einer Umfrage kürzlich unter den 100 größten Marken in Großbritannien zur schlechtesten gewählt worden. Daraufhin räumte das Management ein, aus den Negativschlagzeigen herauskommen zu müssen, um das Geschäft nicht zu belasten.

Die Charmeoffensive hat auch einen anderen Grund: Die Iren mussten zuletzt ihre Gewinnprognose kassieren. Im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) war der Gewinn von Ryanair bereits um 21 Prozent auf 78 Millionen Euro zurückgegangen. Der Billigflieger hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Passagiere innerhalb von fünf Jahren auf 110 Millionen von derzeit 80 Millionen zu steigern.

Um den angepeilten Wachstumskurs fortzusetzen, hat es Ryanair nun verstärkt auf die Geschäftskunden abgesehen. Schon heute ist jeder vierte Ryanair-Kunde geschäftlich mit dem Billigflieger unterwegs. Daneben setzt die Airline auch auf eine neue Online-Strategie. Der Internetauftritt soll Ende November überarbeitet werden. Auch die mobile App von Ryanair, die bisher drei Euro kostete, soll künftig kostenlos sein.

Kommentare (2)

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audi

25.10.2013, 16:10 Uhr

Glückwunsch und vielen Dank.

Für mich ein weiterer Grund, dass wir so oft, wie es geht mit dieser Airline fliegen.

Account gelöscht!

25.10.2013, 16:48 Uhr

Dass Extragepäck viel Geld kostet, sollte inzwischen bekannt sein...

Das wird auch offen kommuniziert...

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