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10.06.2011

16:28 Uhr

Immobilien-Deal

Konsortium will LBBW-Immobilien übernehmen

In den milliardenschweren Immobilienverkauf der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) kommt Bewegung. Am Freitag kündigte ein lokales Bieterkonsortium an, die rund 24.000 Wohnungen im Paket übernehmen zu wollen.

Das Logo der Landesbank Baden-Württemberg an der Stuttgarter Zentrale. Quelle: dpa

Das Logo der Landesbank Baden-Württemberg an der Stuttgarter Zentrale.

FrankfurtAm Freitag kündigte ein lokales Bieterkonsortium an, die rund 24.000 Wohnungen im Paket übernehmen zu wollen. Der Gruppe gehören vier regionale Wohnungsbaugesellschaften und die Landeshauptstadt Stuttgart an. „Als Landeshauptstadt haben wir ein großes Interesse an einer dauerhaften und qualitätsvollen Weiterentwicklung der LBBW-Wohnungsbestände“, erklärte der Erste Bürgermeister Michael Föll. Ziel sei es, den Verkauf der Wohnungen an Finanzinvestoren zu verhindern.

Die LBBW, die sich auf EU-Geheiß bis Ende 2012 von ihrer Immobilientochter trennen muss, begrüßte den Vorstoß. Der Wert des Wohnungsbestands wurde von dem Konsortium auf bis zu 1,5 Milliarden Euro taxiert. Damit wäre der Verkauf einer der größten Immobiliendeals in Deutschland seit der Finanzkrise und könnte auch Bieter aus dem Ausland anlocken. Nach langen Vorbereitungsarbeiten will die Landesbank nun im Sommer den Startschuss für den eigentlichen Verkaufsprozess geben. Ein Abschluss könnte noch in diesem Jahr möglich sein.

Das Interesse an dem Paket ist groß: Auch börsennotierte Immobiliengesellschaften wie Deutsche Wohnen und Patrizia haben den Finger gehoben, ebenso der nicht gelistete Wohnungsriese Deutsche Annington. Finanzinvestoren wagten sich bislang nicht aus der Deckung, sind Kreisen zufolge aber ebenfalls dabei. Unklar ist, welche Chancen sie haben, nachdem der Wohnungskonzern Gagfah - mehrheitlich im Besitz des US-Finanzinvestors Fortress - von der Stadt Dresden wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Sozialcharta verklagt wurde. Für die LBBW sei bei ihrem Immobilienverkauf wichtig, dass „im Land weiter Friede herrscht und sich das Negativ-Beispiel Dresden nicht wiederholt“, sagte eine mit der Sache vertraute Person.

Seit Monaten wurde erwartet, dass sich Kommunen und regionale Gesellschaften zusammentun würden, um einen Verkauf an einen Finanzinvestor zu verhindern. Das „Baden-Württemberg-Konsortium“ wird nun angeführt von der GWG-Gruppe, die knapp 60 Prozent an der Gesellschaft hält. Stuttgart ist mit rund 25 Prozent zweitgrößter Partner. Sie werben damit, dass sie den Verkauf mit einer Eigenkapitalquote von „mindestens 30 Prozent“ abschließen können. Allerdings behalten sie sich vor, einzelne Wohnungsbestände aus dem Gesamtpaket nach der Übernahme an kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen zu übergeben. Auf Arbeitnehmerseite stößt das Konzept deshalb auf Kritik. Es sei zu befürchten, dass dann viele Mitarbeiter der LBBW-Immobilientochter auf der Straße stehen, sagte ein Insider.

Von

rtr

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