Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.12.2011

13:57 Uhr

Immobilien

Zwei Investoren wollen LBBW-Wohnungen

Ein Augsburger Unternehmen sowie ein lokales Konsortium wollen den LBBW-Wohnungsbestand übernehmen. Die Angebote liegen zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro. Noch in diesem Jahr könnten die Verträge stehen.

Das Wohnungspaket der Landesbank ist Milliarden wert. dpa

Das Wohnungspaket der Landesbank ist Milliarden wert.

FrankfurtDas Rennen um das milliardenschwere Wohnungspaket der LBBW dürfte sich zwischen zwei strategischen Investoren entscheiden. Die börsennotierte Augsburger Gesellschaft Patrizia Immobilien und ein lokales Konsortium um die Stadt Stuttgart buhlen mit verbindlichen Offerten zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro um den Zuschlag, wie mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag sagten. Dabei sei das Konsortium leicht im Vorteil, weil es mehr Fremdkapital einplane und damit über den größeren Hebel verfüge. Die Bieterfrist läuft an diesem Freitag ab. „Dann werden die Briefe geöffnet“, sagte einer der Insider.

Wie schnell eine Entscheidung falle, hänge an den Gremien der Landesbank, sagte ein anderer. Es sei aber gut möglich, dass die Verträge noch 2011 unterzeichnet würden. Keine der Parteien wollte sich zum laufenden Prozess äußern.

Die LBBW muss sich von ihren rund 21.000 Wohnungen im wirtschaftlich starken Südwesten der Republik auf Druck der EU-Kommission trennen. Preisvorstellungen hat die Bank nie genannt, in der Branche wird das Paket aber auf etwa 1,5 Milliarden Euro taxiert. So oder so ist es einer der größten Immobiliendeals in Deutschland seit der Finanzkrise vor drei Jahren. Für das Paket hatten sich vorübergehend auch die Finanzinvestoren Blackstone und Cerberus interessiert.

Allerdings ist der Verkauf von Wohnungen an eine Beteiligungsgesellschaft hierzulande ein schwieriges Thema. Zuletzt war der Wohnungskonzern Gagfah, mehrheitlich im Besitz des US-Finanzinvestors Fortress, wegen einer Milliardenklage der Stadt Dresden in die Schlagzeilen geraten. Dresden wirft dem Unternehmen vor, Mieterschutzklauseln verletzt zu haben, was Gagfah bestreitet.

Im Falle der LBBW-Wohnungen spielt das Baden-Württemberg-Konsortium genau diesen Trumpf aus: Es wirbt damit, dass der von einer Versicherungstochter angeführten Gruppe kommunale Partner angehören, die Wohnungsbestände seien dort also in besten Händen. Das Finanzierungsmodell erinnert allerdings eher an Beteiligungsgesellschaften: Das Konsortium hält sich Branchenkreisen zufolge offen, bis zu 80 Prozent des Kaufpreises durch Kredite zu finanzieren. Für die Konkurrentin Patrizia wiederum komme eine derart hohe Verschuldung und ein Wettbieten nicht infrage. Das Unternehmen - eigentlich ein klassischer Immobilienhändler - sucht den Schulterschluss mit finanzstarken, langfristig orientierten Pensionskassen, um den Zuschlag zu bekommen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×