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15.04.2014

11:58 Uhr

Immobilienkonzern Conwert

Streitbarer Investor will in Verwaltungsrat einziehen

Ärger für Conwert: Der als streitbarer Aktionäre bekannte Alexander Proschofsky will in den Verwaltungsrat des Immobilienkonzerns gewählt werden. Das kommt nicht gut an, der Investor ist dennoch zuversichtlich.

Conwert in Österreich: Der Aktionär Alexander Proschofsky will in den Verwaltungsrat des Immobilienkonzerns. Reuters

Conwert in Österreich: Der Aktionär Alexander Proschofsky will in den Verwaltungsrat des Immobilienkonzerns.

WienDem österreichischen Immobilienkonzern Conwert stehen weitere Turbulenzen bevor: Der Investor Alexander Proschofsky will gemeinsam mit dem Berliner Immobilienmanager Peter Hohlbein in den Verwaltungsrat der Wohnimmobilienfirma einziehen, wie er der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Einen entsprechenden Wahlvorschlag für die am 7. Mai geplante Hauptversammlung habe er bereits bei der Firma eingereicht. Proschofsky und Hohlbein sehen sich als Gegenkandidaten zu den von der Firma vorgeschlagenen zwei Verwaltungsräten, die laut Proschofsky Vertraute des neuen Firmenchefs Clemens Schneider beziehungsweise des Großaktionärs Hans Peter Haselsteiner sind. Mit seinem Gegenvorschlag will der Investor den Einfluss von Haselsteiner und Schneider begrenzen.

Proschofsky hält nach eigenen Angaben 1,5 Prozent der Conwert-Aktien. Vom Management fordert er, sich auf die Wertsteigerung des Bestands in Deutschland und Österreich zu konzentrieren und an einer Strategie festzuhalten, statt diese laufend zu verändern. „Der Fokus des Unternehmens liegt immer woanders – das ist frustrierend.“ Die Firma habe sogar den Verkauf ihres Deutschland-Portfolios erwogen und Gespräche mit mindestens einem potenziellen Interessenten geführt – der sich dann aber dagegen entschied, sagte Proschofsky. Ein Insider bestätigte das. Ein Conwert-Sprecher sagte, die Strategie seines Unternehmens sei auf Wachstum in Deutschland gerichtet. Die Kandidaten für den Aufsichtsrat würden bis Mittwoch bekannt gegeben.

Das sind Deutschlands Immobilienriesen

Platz 6: GAG

Die GAG Immobilien AG bewirtschaftet rund 42.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte Vermieter in Köln. Die GAG verwalte damit 2,8 Millionen Quadratmeter Wohnfläche.

Platz 5: GSW

Die GSW Immobilien kommt auf 60.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist börsennotiert und wurde im Jahr 1924 gegründet. Schwerpunkt der Arbeit ist Berlin, die GSW ist dort nach eigenen Angaben „ein führendes privates Wohnimmobilienunternehmen“.

Platz 4: TAG

Die TAG Immobilien AG kommt auf Platz vier der deutschen Wohnungsriesen. Das Unternehmen verwaltet 68.781 Wohnungen. Hauptstandorte sind nach eigenen Angaben die Großräume Hamburg und Berlin, die Region Salzgitter, Thüringen/Sachsen sowie Nordrhein-Westfalen. Sitz der TAG ist Hamburg.

Platz 3: Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen mit Sitz in Berlin bewirtschaftete im April 2013 insgesamt 82.500 Wohnungen. Aktuell gibt das börsennotierte Unternehmen die Zahl der Wohnimmobilien mit rund 89.500 an. Schwerpunkt ist der Großraum Berlin sowie das Rhein-Main-Gebiet, Rheinland, Hannover, Braunschweig, Magdeburg.

Platz 2: Gagfah

Die Gagfah Gruppe mit Sitz in Essen ist die Nummer zwei der Wohnimmobilien-Unternehmen in Deutschland. Im April bewirtschaftete das Unternehmen 145.000 eigene Mietwohnungen und 13.000 für Dritte verwaltete Wohnungen. Aktuell gibt das Unternehmen sogar 35.000 für Dritte verwaltete Wohnungen an.

Platz 1: Deutsche Annington

Die Deutsche Annington erregte mit dem Börsengang im Juli 2013 zuletzt großes Aufsehen. Das Bochumer Immobilienunternehmen bewirtschaftet 210.000 Wohnungen - davon 180.000 eigene. Die Deutsche Annington stieg im Jahr 2005 auf, als sie die Viterra AG mit 138.000 Wohnungen von Eon erwarb.

Bei der Hauptversammlung wolle das Unternehmen für die zwei vakanten Posten im Verwaltungsrat die ehemalige Chefin der Beteiligungsgesellschaft top.equity, Martina Postl, sowie den auf Insolvenzen spezialisierten Anwalt Alexander Schoeller vorschlagen, sagte Proschofsky. Der seit Februar amtierende Firmenchef Schneider war zuvor Vorstand in der Holding von Haselsteiners Westbahn, die der österreichischen Bahn auf der Strecke zwischen Wien uns Salzburg Konkurrenz macht. Haselsteiner hält 24,4 Prozent der Conwert-Aktien.

Der Investor hatte bereits im vergangenen Jahr mit seiner Kritik an der Führungsstruktur des Konzerns für Aufsehen gesorgt, bei der der damaligen Firmenchef Johannes Meran zugleich auch Chef des Verwaltungsrats war. Danach zog sich Meran zunächst als Chef zurück und kündigte daraufhin auch seinen Abgang als Verwaltungsrat an.

Der als streitbarer Aktionär bekannte Proschofsky sagte, er habe sich für seinen Wahlvorschlag bereits Rückendeckung von zwei Investorengruppen gesichert, die gemeinsam mehr als zehn Prozent der Conwert-Aktien besitzen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Chance haben, zu gewinnen“, sagte er. Als Eigentümer mehrerer Wiener Zinshäusern fühle er sich qualifiziert für einen Posten im Verwaltungsrat. „Ich habe elf Jahre Erfahrung bei Immobilien in Wien und auch Erfahrung an der Börse. Ich denke, dass ich etwas beitragen kann“, sagte er. An einer Führungsposition im operativen Geschäft habe er kein Interesse.

Hohlbein, der gemeinsam mit ihm in das Gremium einziehen will, war zuletzt Geschäftsführer der Berliner Immobilien Holding und davor für die Gewerbeimmobilienfirma TLG tätig.

Von

rtr

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