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28.03.2012

11:02 Uhr

Immobilienkonzern

IVG schreibt erneut Verluste

Deutliches Minus für den Bonner Büroimmobilienkonzern: Die IVG hat 2011 Verluste von 126 Millionen Euro eingefahren, erwartet aber für 2012 ein ausgeglichenes Ergebnis. Postbankchef Stefan Jütte wird Aufsichtsratschef.

Objekte der IVG in Berlin. IVG

Objekte der IVG in Berlin.

FrankfurtDer Büroimmobilienkonzern IVG ist 2011 in die Verlustzone zurückgefallen. Unter dem Strich lag das Minus bei 126 Millionen Euro, wie das Bonner Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das war mehr als doppelt so viel wie Analysten erwartet hatten. 2010 hatte nach zwei Krisenjahren immerhin ein Mini-Gewinn von 23 Millionen zu Buche gestanden.

Doch seit dem Herbst war klar, dass die IVG nicht wieder einen Gewinn schaffen würde. Zu groß waren die Abschreibungen auf den riesigen Geschäfts- und Hotelkomplex „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen, der sich als Fass ohne Boden erweist.

Der neue Vorstandschef Wolfgang Schäfers, seit November am Ruder, machte den leidgeprüften Aktionären aber Hoffnung auf Besserung: 2012 sei ein ausgeglichenes Ergebnis möglich, erklärte er. 2013 wolle die IVG dann ein „deutlich positives“ Ergebnis schaffen. „2012 und 2013 sind die entscheidenden Wendejahre.“

Der scheidende Postbank-Chef Stefan Jütte soll bei IVG neuer Aufsichtsratsvorsitzender werden. Jütte werde nach acht Jahren Chefaufseher Detlef Bierbaum ablösen, teilte die IVG am Mittwoch mit. Die Wahl in das Kontrollgremium ist mit der Hauptversammlung Mitte Mai geplant, danach soll Jütte dann an die Aufsichtsratsspitze rücken. Auf dem Chefsessel der Deutsche-Bank-Tochter Postbank wird Jütte zum 1. Juli von Frank Strauß abgelöst, wie schon länger feststeht. Bei der IVG wird Jütte als Aufsichtsratschef die Sanierung überwachen.

Von einer Dividende können die IVG-Aktionäre bis auf Weiteres nur träumen, die letzte gab es 2007 - bevor die Finanzkrise den Immobilienriesen mit einst großen Ambitionen in Europas Metropolen ins Wanken brachte, weil vielerorts enorme Bestandsabwertungen anfielen.

Seither ist die IVG mit der Sanierung beschäftigt. Das bedeutet den Rückzug auf den deutschen Heimatmarkt, den Verkauf von Immobilien und vor allem den Abbau der milliardenschweren Schuldenlast. Bei letzterem halfen zuletzt vor allem die Einnahmen aus der Vermietung und dem Verkauf von unterirdischen Öl- und Gasanlagen.

Auch die Erlöse aus der Kapitalerhöhung Ende 2011 flossen in diese sogenannten Kavernen und nicht etwa ins Kerngeschäft. Die IVG steht bei den Banken noch mit knapp fünf Milliarden Euro in der Kreide.

Von

rtr

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