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18.03.2014

14:44 Uhr

In den USA

Siemens schnappt Caterpillar Lok-Auftrag weg

General Electric und Caterpillar heißen die großen Lokhersteller in den USA. Doch der Siemens-Konzern konnte zuletzt Aufträge auf dem US-Markt gewinnen. Nun kündigt Caterpillar Beschwerde gegen diese Entscheidung an.

Die Bestellung der Verkehrsministerien von fünf US-Bundesstaaten enthält zudem die Option über weitere 225 Lokomotiven von Siemens. Reuters

Die Bestellung der Verkehrsministerien von fünf US-Bundesstaaten enthält zudem die Option über weitere 225 Lokomotiven von Siemens.

DüsseldorfSiemens hat in den USA seinen Rivalen auf der Schiene ein Schnippchen geschlagen. Der deutsche Konzern hat von den fünf US-Bundesstaaten Illinois, Kalifornien, Michigan, Missouri und Washington den Auftrag zum Bau von 32 Dieselloks für Personenzüge im Wert von umgerechnet 165 Millionen Euro bekommen. Damit verbunden ist eine Option über weitere 225 Lokomotiven für den Regional- und Fernverkehr. Die Loks sollen vom Herbst 2016 an ausgeliefert werden.

„Für Siemens bedeutet dieser Auftrag den Einstieg in den US-Markt für dieselelektrische Lokomotiven“, erklärte Siemens' Bahntechnik-Chef Jochen Eickholt am Dienstag. Bei derartigen Loks erzeugt ein Dieselmotor den Strom für den elektrischen Antrieb. Hintergrund ist, dass in den USA weite Teile des Schienennetzes nicht elektrifiziert sind, insbesondere im Güterverkehr. In diesem Loksegment sind der Siemens-Erzrivale General Electric und der Baumschienen-Primus Caterpillar stark.

Bereits Ende 2013 hatte das Illinois Department of Transportation (IDOT), das im Auftrag der übrigen Bundesstaaten die Bestellung koordiniert, seine Absicht bekanntgegeben, den Auftrag mit Siemens weiter voranzutreiben. Schon dagegen hatte Caterpillar Beschwerde eingelegt, die allerdings abgelehnt wurde. Nun will der US-Konzern in die nächste Instanz gehen. Der Baumaschinen- und Motorenhersteller argumentiert, IDOT habe die abgegebenen Angebote unfair ausgewertet und die Auswahlkriterien aufgeweicht. „Wir haben einen unterschriebenen Auftrag“, kommentierte dies ein Siemens-Sprecher.

Stärken und Schwächen von Siemens

Stärke 1

Dividendenstärke

Seit einigen Jahren gilt bei Siemens das Ziel, einen Anteil von 40 bis 60 Prozent des Gewinns nach Steuern auszuschütten, deutlich mehr als früher. Für 2013 gab es wieder eine Dividende auf dem Rekordniveau von drei Euro. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 57 Prozent.

Stärke 2

Aufträge

Der Auftragseingang, also die Umsätze von morgen, legte im abgelaufenen Geschäftsjahr um acht Prozent auf 82,4 Milliarden Euro zu.

Stärke 3

Ertragsperlen

Die Medizintechnik, der kleinste der vier Siemens-Sektoren, glänzte im vergangenen Geschäftsjahr nicht nur mit der höchsten operativen Umsatzrendite. Auch in absoluten Zahlen lieferte die Medizintechnik mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) von zwei Milliarden Euro den höchsten Gewinnbeitrag.

Schwäche 1

Abhängigkeit von Europa

Was in Boomzeiten ein Vorteil ist, wird zum Nachteil, wenn die Konjunktur lahmt – die starke Position von Siemens in Europa. In Südeuropa etwa können die Schuldenstaaten derzeit nur noch wenige große Infrastrukturprojekte anstoßen. Das bekommt auch Siemens zu spüren.

Schwäche 2

Fehlende Innovationskraft

Es gibt Zweifel an der Innovationskraft von Siemens – trotz 60.000 neuen Patenten im Jahr. Denn der Konzern erzielte zuletzt mit seinen Geschäften nur eine Bruttomarge von 27,4 Prozent. Nach Einschätzung von Konzernchef Joe Kaeser ist dies ein Anzeichen dafür, dass Siemens mit seinen Produkten nicht die Preise erzielen kann, die man gerne hätte. Die Produkte sind womöglich nicht immer innovativ genug.

Schwäche 3

Sonderlasten

Vor allem schlecht gemanagte Großprojekte verhageln dem Konzern seit Jahrzehnten die Ergebnisse. 2013 war es besonders arg. Die anhaltenden Probleme bei der Anbindung der Offshore-Windparks an das Stromnetz auf dem Festland, die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen, der Ausstieg aus dem Solargeschäft und andere Pannen verursachten im Konzern fast 900 Millionen Euro an Sonderaufwendungen.

Der deutsche Konzern hatte schon zuvor mit seiner Bahntechnik in den USA punkten können: Im Februar waren die ersten von 70 Elektroloks für den Personenfernverkehr bei Amtrak in Betrieb gegangen. Bei Stadtbahnen ist Siemens nach eigenen Angaben Marktführer. Der Konzern unterhält ein Werk für Bahntechnik im kalifornischen Sacramento. In Deutschland dagegen machte Siemens Negativschlagzeilen mit der verspäteten Lieferung von ICE-Zügen.

Kommentare (1)

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18.03.2014, 18:53 Uhr

Hauptsache wir liefern Qualität und lassen keine deutsche Experten ran!!!!!!!!!!!!!!

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