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10.01.2014

10:15 Uhr

In der Schweiz

Lufthansa entgeht Kartellstrafe

Nur durch eine Kronzeugenregelung ist die Lufthansa einer empfindlichen Kartellstrafe in der Schweiz entgangen. Dafür verpfiff die Fluglinie aber auch eine Reihe von Wettbewerbern.

Zu den betroffenen Airlines gehören auch British Airways, Air France-KLM, SAS, American Airlines. dpa

Zu den betroffenen Airlines gehören auch British Airways, Air France-KLM, SAS, American Airlines.

ZürichDie Lufthansa ist in der Schweiz als Kronzeuge einer Kartellstrafe entgangen. Die Wettbewerbskommission (WEKO) verhängte wegen Preisabsprachen in der Luftfracht gegen zahlreiche Fluggesellschaften eine Strafe von insgesamt rund elf Millionen Franken (neun Millionen Euro). Der Lufthansa, die das Verfahren durch eine Selbstanzeige in Gang gebracht hatte, wurde die Strafe erlassen, teilte die Behörde am Freitag mit.

Der WEKO zufolge sprachen sich die Airlines in den Jahren 2000 bis 2005 über Frachtraten sowie diverse Zuschläge etwa für Treibstoff und Zollabfertigung ab.

Das sind die neuen Flieger der Lufthansa

Spritsparende Modelle

Die Lufthansa hat im Herbst 2013 für 14 Milliarden Euro die neuesten Langstrecken-Jets von Boeing und Airbus bestellt. Die Airline deckt sich mit zweistrahligen Langstrecken-Jets ein, die wesentlich weniger Sprit verbrauchen sollen als derzeitige Modelle. Das ist wichtig, da die Tankrechnung einer der größten Kostenposten der Airline ist. Mit 300 bis gut 400 Sitzen sind die neuen Flieger eine Nummer kleiner als das Lufthansa-Flaggschiff, der Airbus A380.

A350 – Leichtbauweise und neue Triebwerke

Der A350 ist das neueste Kind des europäischen Flugzeugbauers: Erstmals hob der Jet mit zwei Triebwerken im Juni ab. Das vollkommen neu konstruierte Flugzeug besteht zur Hälfte aus Verbundwerkstoffen, die das Gewicht senken. Die Leichtbauweise und neue Triebwerke sollen dafür sorgen, dass der Spritverbrauch im Vergleich zu heutigen Maschinen um ein Viertel sinkt.

A350 – Platz für bis zu 350 Passagiere

Im A350 haben je nach Variante 270 bis 350 Passagiere Platz. Der von der Lufthansa bestellte Typ A350-900 zählt 314 Sitze. Derzeit liegen 707 Bestellungen für den laut Listenpreis bis zu gut 320 Millionen Dollar teuren Prestigeflieger vor. Das erste Exemplar soll 2014 an Qatar Airways ausgeliefert werden.

777X – Lufthansa Erstkunde?

So weit wie Airbus ist Boeing mit seinem Nachfolger des Bestsellers 777 lange nicht. Offiziell ist der Bau der zweistrahligen Maschinen noch nicht beschlossen - der US-Hersteller sammelt derzeit noch Bestellungen ein. Die Lufthansa hat gute Chancen, Erstkunde für die sogenannte 777-9X zu werden. Auch Emirates spielt eine Großorder durch. Die Auslieferung der Jets dürfte erst Ende des Jahrzehnts starten.

777X – 20 Prozent weniger Kerosinverbrauch

Die von der Lufthansa favorisierte Variante zählt 414 Sitze. Nach der Pannenserie beim Dreamliner 787 setzten die Boeing-Ingenieure aber nicht ganz so viel neue Technologie ein. Nicht das ganze Flugzeuge, sondern lediglich die Flügel und die Triebwerke werden neu konstruiert. Damit soll der Kerosinverbrauch um 20 Prozent sinken. Das Flugzeug ist eine Fortentwicklung des Bestsellers 777, der seit den 90er Jahren fliegt.

Neben Lufthansa waren das auch British Airways, Air France-KLM, SAS, American Airlines, United Continental, Singapore Airlines, Cathay Pacific Airways, Japan Airlines, Cargolux Airlines, Korean Air Lines und Atlas Air Worldwide. Viele dieser Unternehmen zeigten sich nach Bekanntwerden des Kartells ebenfalls selbst an und zahlten deswegen deutlich geringere Bußen.

Von

rtr

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