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05.01.2004

07:45 Uhr

In Großbritannien beschert Öko-Food dem Lebensmittelhandel ein solides Wachstum

Briten bedienen sich bei Bio-Bauern

VonJulia Höchel (Handelsblatt)

Ob Biospaghetti, Biospinat oder Biospeck – Anhänger gesunden Essens müssen in Großbritannien keineswegs lange nach Ökoprodukten suchen. Jeder größere Supermarkt hat inzwischen eine eigene Biomarke.

LONDON. Und das Geschäft boomt: Im Vorjahr gaben die Briten erstmals mehr als 1 Mrd. Pfund (1,4 Mrd. Euro) für biologisch angebautes Essen aus, das ergab eine Studie des Verbands für ökologische Lebensmittel, Soil Association (SA).

Damit ist Großbritannien der drittgrößte Markt für Ökonahrung auf der Welt, hinter den USA und Deutschland. SA-Direktor Patrick Holden: „Die Zukunft für den Markt mit Öko-Lebensmitteln ist sehr günstig.“ In den vergangenen Jahren ist der Öko-Markt auf der Insel um jeweils 10 % gewachsen.

Von dem neuen Gesundheitstrend profitieren bislang vor allem die großen Supermärkte. Im Jahr 2002/2003 machten die Einzelhandelsketten allein 81 % des mit Bionahrung erzielten Umsatzes – rund 820 Mill. Pfund (1,2 Mrd. Euro). „Die Kunden wollen Bionahrung, daher ist dieser Bereich sehr wichtig für die Supermärkte geworden“, sagt Timothy Attenborough, Analyst bei BNP Paribas. Zudem sei die Gewinnspanne bei Ökoprodukten größer als bei normalen Lebensmitteln. In Zukunft wird der Biobereich in den britischen Supermärkten weiter an Bedeutung gewinnen, meint auch Jürgen Elfers, Analyst bei Commerzbank Securities. Denn der herkömmliche Lebensmittelmarkt sei – anders als in Kontinentaleuropa – mit Eigenmarken gesättigt. Die britischen Supermärkte würden daher auf Bioprodukte ausweichen, um die höheren Margen abschöpfen zu können.

Der oft happige Preis scheint die Briten aber nicht zu schrecken. Vor allem bei Babynahrung greifen sie gerne tiefer ins Portemonnaie. Drei von vier englischen Babies werden regelmäßig mit Biobrei gefüttert, so die Soil Association. Insgesamt wuchs der mit dem Verkauf von Bionahrung erzielte Umsatz doppelt so schnell wie im traditionellen Foodbereich.

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