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17.04.2013

19:08 Uhr

„Inakzeptables Angebot“

Neuer Streik bei der Lufthansa möglich

Die Gewerkschaft Verdi hat ein Angebot der Lufthansa abgelehnt. Die Fluggesellschaft habe keine Zusagen zur Beschäftigungssicherung gemacht. Erneute Arbeitsniederlegungen scheinen im Tarifkonflikt unausweichlich.

Passagiere beim Streik Ende März: Die Lufthansa habe ein „inakzeptables Angebot“ vorgelegt, sagt Verdi. ap

Passagiere beim Streik Ende März: Die Lufthansa habe ein „inakzeptables Angebot“ vorgelegt, sagt Verdi.

FrankfurtIm Tarifkonflikt der Lufthansa mit der Gewerkschaft Verdi wird der Ton rauer. Nachdem die Fluggesellschaft in der dritten Verhandlungsrunde am Mittwoch erstmals ein Angebot vorgelegt hat, drohte Verdi mit baldigen Streiks. Die Offerte von Lufthansa sei "inakzeptabel" und "ein Skandal", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle. "Wir liegen meilenweit auseinander."

Verdi hatte schon vor den Gesprächen angekündigt, bei einem für die Beschäftigten enttäuschenden Angebot komme es bald zu neuen Warnstreiks. "Wir werden uns morgen beraten und möglicherweise schon entscheiden, ob wir erneut streiken werden", sagte eine Verdi-Sprecherin. Die Passagiere will die Gewerkschaft frühzeitig über geplante Streiks informieren.

Die Lufthansa biete an, die Löhne ab 1. Oktober 2013 bei Lufthansa Technik um insgesamt 2,3 Prozent, bei Lufthansa Cargo und Lufthansa Systems um insgesamt 2,1 Prozent und bei der Lufthansa AG um insgesamt 1,7 Prozent anzuheben, erklärte die Fluggesellschaft. Das sei "ein differenziertes, an der jeweiligen wirtschaftlichen Situation des Geschäftsfeldes orientiertes Angebot", erklärte Lufthansa. Zudem sollten die Beschäftigten für Februar bis September 2013 weitere 400 Euro als Einmalbetrag erhalten, Auszubildende 200 Euro. Bislang hatte die Lufthansa angesichts sinkender Gewinne, Stellenabbau und Standortschließungen eine Nullrunde angestrebt.

Streiks und Warnstreiks im deutschen Luftverkehr

21. März 2012

Am Frankfurter Flughafen fallen während eines fünftägigen Arbeitskampfes mehr als 1700 Flüge aus, rund 170 000 Passagiere sind betroffen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

27. März

Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld legen rund 1500 Beschäftigte des Bodendienstleisters Globeground die Arbeit nieder.

7. September

Die Gewerkschaft Ufo verursacht den bislang größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100 000 Passagiere sind betroffen. Es ist der erste bundesweite Streik der rund 18 000 Lufthansa-Flugbegleiter. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

10. Dezember

Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals führen an mehreren deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

18. Januar 2013

Ein Streik legt den Hamburger Flughafen weitgehend lahm. Die meisten Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen folgen einem Verdi-Aufruf und legen für den ganzen Tag die Arbeit nieder. Betroffen sind rund 19 000 Reisende.

24./ 25. Januar

Ein Streik des privaten Sicherheitspersonals auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sorgt für große Behinderungen. Hunderte Flüge fallen aus.

14./ 15. Februar

Streiks der Sicherheitskräfte in Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn legen den Betrieb erneut fast komplett lahm.

20. Februar

Die Streiks gehen in Hamburg weiter, vor den Terminals gibt es wieder lange Warteschlangen.

26. Februar

In der ersten Runde der Tarifverhandlungen bei der Lufthansa kommen sich die Parteien nicht näher. Die Gespräche werden auf den 22. März vertagt.

20. März 2013

Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde ruft Verdi zu Warnstreiks an den Standorten Frankfurt, Berlin und Hamburg auf. Die Gewerkschaft Verdi vertritt vor allem Beschäftigte in den Boden- und Serviceeinheiten der Lufthansa.

Verdi erklärte, das Lufthansa-Angebot habe zwei Stufen, so dass die Erhöhung zum 1. Oktober 2013 dann 1,2 Prozent und ab 1. Oktober 2014 dann 0,5 Prozent betrage bei einer Laufzeit von 29 Monaten. Zudem habe Lufthansa keinerlei Zusagen zur Beschäftigungssicherung gemacht, beklagte die Gewerkschaft. Lufthansa erklärte, sie habe ihre grundsätzliche Bereitschaft zu beschäftigungssichernden Zusagen erneuert. Dazu sei aber nötig, dass Verdi ihren Beitrag zum Sparprogramm "Score" leiste.

Vertreter von Deutschlands größter Fluggesellschaft und Verdi waren am Mittag in Frankfurt zusammengekommen. Verdi fordert für rund 33.000 Lufthansa-Beschäftigte Zusagen für sichere Jobs sowie 5,2 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Ende März hatte Verdi erstmals zu einem Warnstreik aufgerufen - 700 von 1800 Flügen fielen aus, darunter so gut wie alle Flüge innerhalb Deutschlands und ins europäische Ausland.

Verhandelt wird über die Gehälter der Beschäftigten bei Lufthansa Cargo, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems sowie der Lufthansa-Mitarbeiter am Boden und in der Kabine. Für die Catering-Tochter LSG will Lufthansa eine gesonderte Vereinbarung erzielen. Zwei weitere Verhandlungstermine sind bereits für den 29./30. April sowie für den 2./3. Juni angesetzt.

Von

rtr

Kommentare (10)

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Insider

17.04.2013, 18:55 Uhr

Verdie agiert jenseits von Gut und Böse!

Plymo

17.04.2013, 19:02 Uhr

Ach ja ?
Sie sind bestimmt auch einer von den unzähligen selbsternannten Experten, die alle so gut Bescheid wissen, welche Reichtümer Bodenpersonal bei LH verdient ?!

aktionaer

17.04.2013, 19:21 Uhr

ich sag es doch schon IMMER,

nehmt Singapore Airlines !!!

Dort hat man einen sehr guten Service. außerdem nutzen SING Airlines schon lange den A380.

Also was für einen Grund gibt es noch, die Lufthansa zu nutzen??

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