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13.01.2010

11:24 Uhr

Inamori

Kyocera-Gründer soll Japan Airlines retten

Der Gründer des japanischen Technologie-Konzerns Kyocera, Kazuo Inamori, soll die angeschlagene Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) retten. Der 77-Jährige willigte auf Bitten der Regierung ein, das Amt des Chief Executive Officers (CEO) zu übernehmen

Kazuo Inamori soll JAL retten. Reuters

Kazuo Inamori soll JAL retten.

HB TOKIO. Der japanische Milliardär Kazuo Inamori, Gründer des Technologie-Konzerns Kyocera, soll die angeschlagene Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) retten. Der 77-Jährige willigte am Mittwoch auf Bitten der Regierung ein, das Amt des Chief Executive Officers (CEO/Vorstandschef) zu übernehmen, wie Inamori mitteilte. Er sprach zuvor mit Vertretern der staatlichen Sanierungsgesellschaft Etic, die eine gerichtlich begleitete Umstrukturierung der größten Airline Asiens plant, und auch mit Regierungschef Yukio Hatoyama.

„Wenn wir den Sanierungsplan, der von der Etic ausgearbeitet wurde, stetig umsetzen, glaube ich, dass ein Revival von JAL möglich ist“, wurde Inamori zitiert. Inamori, zu dessen wichtigsten Leitsätzen Bescheidenheit gehört, erklärte, er werde kein Gehalt als CEO akzeptieren. Der Ehrenvorsitzende von Kyocera bezeichnete sich laut der Nachrichtenagentur Kyodo als einen „kompletten Amateur in der Transportindustrie“. Aber er wolle sein Bestes tun, um zu kooperieren, auch wenn er wegen seines Alters nicht Vollzeit arbeiten könne, wie der Vorzeigemanager sagte.

Inamori, der schon lange vor ihrer Regierungsübernahme die Demokratische Partei Japans (DPJ) von Premier Hatoyama unterstützte, ist einer der einflussreichsten Wirtschaftsführer Asiens. Er gründete Managementschulen, die eine ethische Form der Unternehmensführung propagieren.

„Die meisten MBA-Schulen lehren, wie man kurzfristig den größten Profit erwirtschaftet. Meine Philosophie ist auf nachhaltigen Erfolg angelegt, der auch für die Öffentlichkeit Wert schafft“, sagte Inamori einmal in einem Interview. Regierungschef Hatoyama sagte, Inamori sei „die am besten qualifizierte Person, JAL zu führen“.

Japans größte und hochverschuldete Fluggesellschaft steuert auf eine staatlich gelenkte Insolvenz zu. Die drei größten Gläubigerbanken der Airline stimmten am Vortag bei einem Treffen mit Transportminister Seiji Maehara einem Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz im Endeffekt zu. Nach Etic-Schätzungen übersteigen die Verbindlichkeiten der Fluggesellschaft das Vermögen um mehr als 860 Mrd. Yen (6,5 Mrd Euro). JAL-Aktien fielen am Mittwoch an der Tokioter Börse nach hohen Verlusten am Vortag weiter von 37 auf nur noch sieben Yen.

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