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19.11.2016

10:59 Uhr

Indio Airline Aero Sarayaku

Die ungewöhnlichste Fluglinie der Welt

2012 erstritt das Dorf Sarakuya in Ecuador vom Staat 1,3 Millionen Schadensersatz, mit dem Geld kauften die Bewohner zwei Flugzeuge. Jetzt besitzen 1400 Amazonas-Indigenas eine Airline, die etwas anders ist.

Bei Aero Sarayaku gibt es keine Einzel-Tickets, man muss das ganze Flugzeug buchen – der Drei-Sitzer für 228 Dollar, der Fünf-Sitzer für 320 Dollar. Das führt dazu, dass einige Bewohner in Shell tagelang warten, in der Hoffnung, dass Priester oder ausländische Helfer ein Flugzeug buchen, das sie umsonst mit nach Sarayaku nimmt. dpa

Die erste Indio-Airline der Welt

Bei Aero Sarayaku gibt es keine Einzel-Tickets, man muss das ganze Flugzeug buchen – der Drei-Sitzer für 228 Dollar, der Fünf-Sitzer für 320 Dollar. Das führt dazu, dass einige Bewohner in Shell tagelang warten, in der Hoffnung, dass Priester oder ausländische Helfer ein Flugzeug buchen, das sie umsonst mit nach Sarayaku nimmt.

SarayakuEtwas wacklig setzt die Cessna 182 P nach 20 Minuten Flug auf der Landepiste auf. Der Airline-Chef empfängt persönlich, er trägt eine Kette mit den Zähnen eines getöteten Tapirs. Am kleinen Flughafen von Shell. Das ist kein Scherz, das 8000-Einwohner-Nest am Rande des ecuadorianischen Amazonasgebiets heißt wirklich so. Hier hatte der Ölmulti 1937 seine erste Erdöl-Basis im Land errichtet.

Das umstrittene Öl ist auch der Grund, warum José Gualinga vom Stamm der Kichwa heute Chef der ersten indigenen Airline der Welt ist. Gualinga gestikuliert, hinter ihm ist eine Karte mit rund 400 Landepisten im Regenwald zu sehen. Ein Jahr gibt es nun Aero Sarayaku, die wohl ungewöhnlichste Fluglinie der Welt. 2012 gewann der David, das Amazonas-Dorf Sarayaku, gegen den Goliath, den Staat Ecuador, vor dem Interamerikanischen Gerichtshof in Costa Rica.

Denn der hatte an den argentinischen Erdölkonzern CGC die Lizenz zur Erdölförderung im Gebiet von Sarayaku gegeben. Ohne die Bewohner zu fragen oder zu konsultieren begannen Erkundungsarbeiten. Der Ort liegt 70 Kilometer von Shell entfernt, im Primär-Regenwald. Sarayaku wurde Schadenersatz von 1,3 Millionen US-Dollar zugesprochen. 300.000 wurden für das Grundkapital der gemeinsamen Dorfbank genommen und für 610.000 Dollar wurde die Fluglinie aufgebaut, erzählt der Verwalter der Banco Solidario Mushuk Kawsay, Rolando Santi. Der Banktresor steht übrigens in einer der hier typischen Pfahl-Holzhütten.

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Im April 2015 erteilte Ecuadors Luftfahrtbehörde die Genehmigung, wegen diverser Auflagen dauerte es bis November, bis es mit Aero Sarayaku los ging. Und wie sieht die erste Bilanz aus? „Es ist schwierig“, sagt Gualinga. Aber unter Strich stehe die schwarze Null.

Die größte Herausforderung? „Wir sehen uns auch als Sozial-Service, der Solidarität verpflichtet.“ Das schließt Notfall-Flüge ein, etwa wenn in einer der Amazonas-Gemeinden jemand von einer Schlange gebissen worden ist und schnell in das Hospital der nahe Shell gelegenen Provinzhauptstadt Puyo gebracht werden muss. „Die Kosten tragen wir in der Regel“, sagt Gualinga. Neben der Cessna 182 P für drei Passagiere haben sie noch die Cessna T206H für fünf Passagiere.

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