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10.06.2015

12:02 Uhr

Inditex-Chef Amancio Ortega

Mit Klamotten von Zara reicher werden als Buffett

VonSandra Louven

Inditex hat starke Marken und heute auch starke Zahlen präsentiert. Hinter dem Textilkonzern steckt Amancio Ortega Gaona. Ihm ist es gelungen Warren Buffett als zweitreichsten Mann der Welt zu überholen. Wie geht das?

Der öffentlichkeitsscheue Unternehmer zählt zu den reichsten Menschen der Welt. dpa - picture-alliance

Amancio Ortega

Der öffentlichkeitsscheue Unternehmer zählt zu den reichsten Menschen der Welt.

MadridEs gibt Geschichten, die würde man im Kino für kitschig halten. Die Lebensgeschichte von dem zweitreichsten Mann der Welt ist so eine. Aber sie ist (noch) nicht verfilmt, sondern hat sich tatsächlich so abgespielt

Amancio Ortega Gaona, Gründer des Inditex-Konzerns und Marken wie Zara, Massimo Dutti oder Bershka, die heute mit knapp 6700 Läden in 88 Ländern vertreten sind, wollte als Kind der Armut seiner Eltern ein Ende setzen. Er verließ deshalb mit 13 Jahren die Schule und schuf im Alleingang ein Milliardenimperium. Mit einem Privatvermögen von aktuell 71,5 Milliarden Euro (17 Prozent mehr als im Vorjahr) hat er laut Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg gerade Warren Buffet als zweitreichsten Mann der Welt überholt. Seine Firmengruppe verdient bestens: Auch im ersten Quartal ist es wieder kräftig nach oben gegangen.

Anders als Buffet meidet Ortega wenn es irgendwie geht die Öffentlichkeit. Seiner Biographin vertraute er aber ein Erlebnis an, das die Motivation für seine Arbeit geliefert habe. Eines Tages stand der kleine Ortega mit seiner Mutter in der Metzgerei, als der Inhaber sich weigerte, der Familie noch einen weiteren Kredit zu geben. Die beiden zogen unverrichteter Dinge wieder ab. „Ich war geschockt“, sagt Ortega. „Ich wollte, dass so etwas meiner Mutter nie wieder passiert.“

Der Grundstein war gelegt für den kometenhaften Aufstieg des spanischen Vorzeigeunternehmers Amancio Ortega Gaona. Vom Laufburschen arbeitet er sich zum Verkäufer in einem Modegeschäft hoch, wo er seine erste Ehefrau kennenlernt. Die beiden beschließen, ähnliche Mode wie die bei ihrem teuren Arbeitgeber selbst zu fertigen – aus billigeren Stoffen, die sie an lokale Händler in Ortegas Heimatstadt La Coruna in Galizien verkaufen.

H&M, Primark und Zara im Zahlenvergleich

Umsatz

Primark:
5,2 Mrd. Euro, Anstieg im Vorjahresvergleich: 22 %

H&M:
16,4 Mrd. Euro, Anstieg im Vorjahresvergleich: 6 %

Inditex (Zara):
16 Mrd. Euro, Anstieg im Vorjahresvergleich: 15 %

Gewinn vor Steuern

Primark:
626 Mio. Euro, Anstieg im Vorjahresvergleich: 44 %

H&M:
2,5 Mrd. Euro, Anstieg im Vorjahresvergleich: 1 %

Inditex (Zara):
3,1 Mrd. Euro, Anstieg im Vorjahresvergleich: 22 %

Filialen

Primark:
270, in Deutschland: 12

H&M:
3.100, in Deutschland: 400 (sämtliche Marken)

Inditex (Zara):
6000, in Deutschland: 91 (sämtliche Marken)

Beschäftigte

Primark:
53.000

H&M:
116.000

Inditex (Zara):
120.000

(Hinweis: Bei Primark und H&M beziehen sich sämtliche Zahlen auf das Geschäftsjahr 2013, bei Inditex (Zara) auf das Jahr 2012)

1963 gründen sie zunächst eine Fabrik, die Bademäntel produziert, 1975 dann ändert Ortega sein Konzept: Mit einem Partner eröffnet er den ersten Zara-Laden. Den Partner zahlt er später aus und beginnt alleine eine beispiellose Expansion – „die Demokratisierung der Mode“, wie er selbst sagt.
Er kopiert trendige Designer und bringt die Sachen blitzschnell in seine Läden. Ortega gilt als Erfinder des „Fast Fashion“-Prinzips: Von der Idee für ein Design bis zur Auslieferung in den Laden vergehen heute im Schnitt nur zwei bis sechs Wochen. Zwei Mal in der Woche treffen bei Zara neuen Lieferungen ein.

Kommentare (5)

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Herr Erik Wikinger

10.06.2015, 12:12 Uhr

Zweitreichster Mann der Welt - zum vorzeigen fürs naive Volk ...
Die wirklich Reichen und Mächtigen findet ihr nicht in den (...)medien .....

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Marc Otto

10.06.2015, 12:21 Uhr

hihi, naja, denen gehören ja die Medien (u.a.).

Nur die Armen geben mit ihren Reichtümern an.
Der wahre Geldadel tarnt sich als Gutmensch.

Herr T M

10.06.2015, 14:19 Uhr

Wie das geht? Wie so oft: Ausnutzung der Lohndifferenzen, Basis des Reichtums der 1. Welt ist die Armut der 3. Welt. Man nehme Bangladesch/Vietnam als Produktionsland, zupft die aktuellen Kollektionen von "Premium"herstellern auf, labelt sein Brand drauf und erhält trotzdem noch ein Premiumplus ggü. Nonames. Verkauft wird natürlich in Hochpreisländern, aber dort als "gute Qualität zum günstigen Preis". Profit ist nicht fair verteilt. Wer das glaubt...

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