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03.01.2006

12:00 Uhr

Inside: EADS

EADS und die Rüstung: Entscheidung in den USA

VonMarkus Fasse

Die Nachricht in den letzten Tagen des alten Jahres kam gerade recht: Atlas-Elektronik, die Perle der deutschen Marinetechnik, geht an das Konsortium von Thyssen-Krupp und EADS. Vor allem für den deutsch-französischen Luft- und Raumfahrtkonzern ist das eine gute Nachricht, unterbricht sie doch eine Reihe von schlechten.

MÜNCHEN. Im vergangenen Jahr hat Boeing, der Erzrivale im Flugzeugbau, die EADS-Tochter Airbus ausgestochen. Zwar produziert Airbus derzeit mehr Passagierflugzeuge als Boeing, bei den Bestellungen aber liegen die Amerikaner mittlerweile deutlich vorne. Vor diesem Hintergrund ist der Atlas-Erfolg für EADS besonders wichtig. Denn der Kauf des Marineausrüsters ist Teil eines Strategiewechsels, den sich die EADS-Chefs Noel Forgeard und Tom Enders seit ihrem Amtsantritt im April 2005 auf die Fahnen geschrieben haben.

Das Militärgeschäft soll nicht mehr nur Anhängsel des Flugzeugbaus sein – Rüstungsgüter im weiteren Sinn sollen die starken Zyklen des Zivilgeschäfts künftig stärker ausgleichen. Mit Atlas hat der Konzern Zugriff auf die Marineanwendungen Sonar- und Ortungstechnik, militärische Schlüsselfelder.

Zwanzig Prozent erwirtschaftet EADS derzeit im Rüstungsgeschäft, künftig sollen es mindestens dreißig sein. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Friedensmissionen, der „Krieg gegen den Terror“ und Naturkatastrophen machen die Beschaffungseinrichtungen der Militärs weltweit zu einem Wachstumsmarkt. Und EADS nutzt seine Chancen, zu den US-Konkurrenten aufzuschließen – vor allem im Export.

Beispiel Eurofighter: Während die europäischen Regierungen laut darüber nachdenken, die Bestellungen für das Kampfflugzeug zu reduzieren, bestellte Saudi-Arabien kurz vor Weihnachten 72 Maschinen. EADS ist Hauptlieferant des europäischen Kampfflugzeugs. Weitere Bestellungen aus Skandinavien, Griechenland und der Türkei könnten folgen.

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