Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.09.2011

14:16 Uhr

Insider-Information

Nestle will russische Babybrei-Firma schlucken

Nestle verhandelt angeblich über den Kauf des russischen Babynahrungskonzerns Progress. Der Kauf würde dem weltgrößten Nahrungsmittelkonzern die Spitzenposition auf dem russischem Markt sichern.

Gemessen am Umsatz ist Russland für Nestle der sechstgrößte Markt für Babynahrung weltweit. Reuters

Gemessen am Umsatz ist Russland für Nestle der sechstgrößte Markt für Babynahrung weltweit.

Moskau/ZürichDer weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle steht Insidern zufolge vor einer Übernahme im Babynahrungs- und Fruchtsaftgeschäft. Der Schweizer Konzern verhandle über den Kauf des russischen Unternehmens Progress, sagten zwei Branchenvertreter am Freitag. Nestle wollte sich nicht äußern.

Die russische Wirtschaftszeitung „Kommersant“ (Freitagsausgabe) hatte zuerst über die Kaufabsichten Nestles berichtet und dabei einen Manager eines großen Nahrungsmittelverarbeiters mit den Worten zitiert: „Gemäß den Informationen, die uns vorliegen, könnte die Transaktion in den nächsten zwei Wochen angekündigt werden.“ Nestle habe andere Interessenten wie den US-Konzern Heinz und die französische Danone ausgestochen. „Mit der Übernahme von Progress könnte sich Nestle unter den globalen Unternehmen die Spitzenposition auf dem russischen Markt für Babynahrung sichern“, erklärte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy.

Gemessen am Umsatz von rund einer Milliarde Euro sei Russland der sechstgrößte Markt für Babynahrung weltweit. Gegenwärtig sei Nestle die Nummer Fünf auf dem russischen Markt, der von lokalen Akteuren wie Progress beherrscht werde. Der Zukauf von Progress würde 0,2 Prozent zum Konzernumsatz beisteuern. „Unserer Ansicht nach wäre eine solche Übernahme sinnvoll und stünde im Einklang mit der Strategie“, erklärte Bertschy. Nestle wolle bis 2020 rund 45 Prozent des Umsatzes in Schwellenländern erwirtschaften.

Bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen im vergangenen Monat hatte Nestle erklärt, es gebe „beispiellose Gelegenheiten“ für Zukäufe und organisches Wachstum und auf ein neues Aktienrückkaufprogramm verzichtet. Mit einer geringen Verschuldung und dem Spitzen-Kreditrating „AAA“ kann der Schweizer Konzern auch eine Milliarden-Übernahme problemlos stemmen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×