Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.10.2012

13:20 Uhr

Insider

Metro zerschlägt das Sorgenkind Real

Der Düsseldorfer Metro-Konzern peilt offenbar den Verkauf seines Sorgenkinds Real in Häppchen an – und zwar außerhalb des deutschen Heimatmarkts. An der Börse legen Metro-Aktien deutlich zu.

Metro arbeitet derzeit mit aller Kraft am Konzernumbau. dpa

Metro arbeitet derzeit mit aller Kraft am Konzernumbau.

DüsseldorfDer Handelsriese Metro bereitet Insidern zufolge die Zerschlagung des internationalen Geschäfts der Supermarktkette Real vor. Der Düsseldorfer Konzern steuere auf einen Verkauf von Real außerhalb des deutschen Heimatmarkts zu und peile dabei an, Real-Landesgesellschaften einzeln zu veräußern, sagten mehrere Insider am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Es zeichne sich ab, dass der Konzern Real International nicht im Paket verkaufen werde. Ein Metro-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Metro-Aktien legten deutlich zu.

Nach Gewinneinbruch: Metro muss Kraftreserven mobilisieren

Nach Gewinneinbruch

Metro muss Reserven mobilisieren

Dem Handelsriesen Metro machen weiter sinkende Gewinne zu schaffen.

Der Konzern hatte die Supermarktkette Real und die Warenhaustochter Real bereits seit langem ins Schaufenster gestellt - der Handelsriese will sich auf sein Geschäft mit Großmärkten und Europas größter Elektronikkette Media-Saturn konzentrieren. Pläne zum Verkauf der Warenhauskette Kaufhof hatte der seit Jahresbeginn amtierende Metro-Chef Olaf Koch indes auf Eis gelegt. Im Falle von Real will er bis zum Jahresende über die Zukunft der Kette entscheiden. Zuletzt hatte er aber angedeutet, dass das Inlandsgeschäft der Supermarktkette bei Metro verbleiben könnte.

Die größten Einzelhändler der Welt

Platz 10

Best Buy (USA)

Das US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2010 betrug 50,27 Milliarden Dollar.

Platz 9

Walgreens (USA)

Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2010 über einen Umsatz von 67,42 Milliarden Dollar freuen.

Platz 8

Home Depot (USA)

Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 68 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

Platz 7

Costco Wholesale (USA)

Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 77,95 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2010 gigantisch aus.

Platz 6

Kroger

Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2010 setzte der Lebensmittelhändler 82,19 Milliarden Dollar um.

Platz 5

Metro (Deutschland)

Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 89,08 Dollar im Jahr 2010 ebenfalls einen Spitzenplatz.

Platz 4

Tesco (Großbritannien)

Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit betreiben die Briten 5390 Supermärkte Großbritannien 94,185 4,104 384.389 Einzelhandel Philip Clarke

Platz 3

CVS Caremark (USA)

In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Die Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2010 rund 96,4 Milliarden Dollar um.

Platz 2

Carrefour (Frankreich)

Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit 471.755 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2010 einen Umsatz von 120,3 Milliarden Dollar. Nur ein Einzelhändler setzte mehr um.

Platz 1

Walmart (USA)

Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 421,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2010 um - bei einem Gewinn von 16 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern 2,1 Millionen Angestellte.

Denn hier kann Metro hohe Verlustvorträge nutzen - schreibt Real in Deutschland nachhaltig schwarze Zahlen, treibt dies die zuletzt bröckelnden Gewinne des Konzerns. Anders sehe es mit dem Auslandsgeschäft aus, sagten Insider - hier zeichne sich ein Verkauf ab. Dabei könnten Landesgesellschaften einzeln veräußert werden.

"Man ist der Ansicht, dass die Werthaltigkeit der Einzelteile größer ist als bei einem Paketverkauf", sagte ein Insider Reuters. Die juristische Selbstständigkeit der einzelnen Landesgesellschaften werde vorbereitet, um sie besser veräußern zu können, sagte eine weitere mit dem Vorgang vertraute Person. Es gebe Interessenten für die Landesgesellschaften, nur ein Verkauf von Real in Polen könne sich als schwieriger erweisen, berichtete ein weiterer Insider.

Ist Media Markt teurer oder billiger?

Der Preisvergleich

"Wir sind doch nicht blöd!" lautet der Werbespruch. Aber blöd ist tatsächlich, wer beim Kauf von Elektrogeräten nur bei Media Markt sucht und sich nicht im Internet umschaut. Die folgenden Beispiele zeigen, wo Media Markt billiger ist - und wo teurer...

Media Markt teurer: Digitalkamera

Produkt: Samsung PL210

Preis Media Markt:99,-

Günstigster Online-Anbieter: 75,50

Unterschied (in Prozent): 23,7

Media Markt teurer: Festplattenrekorder

Produkt:Humax iCord Cable

Preis Media Markt: 379

Günstigster Online-Anbieter: 322,66

Unterschied (in Prozent): 14,9

Media Markt teurer: Fernseher

Produkt: Toshiba 37 SL 833G

Preis Media Markt: 499,-

Günstigster Online-Anbieter: 435,-

Unterschied (in Prozent): 12,8

Media Markt teurer: Smartphone

Produkt: LG P990 Optimus Speed

Preis Media Markt: 329,-

Günstigster Online-Anbieter: 302,40

Unterschied (in Prozent):8,1

Media Markt teurer: Computer

Produkt:HP Pavillion p6-2037de

Preis Media Markt: 649,-

Günstigster Online-Anbieter: 599,-

Unterschied (in Prozent): 7,7

Media Markt teurer: PC-Monitor

Produkt: Samsung S22 A300B LES 22

Preis Media Markt: 139,-

Günstigster Online-Anbieter: 129,99

Unterschied (in Prozent): 6,5

Media Markt teurer: Waschmaschine

Produkt: Siemens WM 14 S 750

Preis Media Markt: 648,-

Günstigster Online-Anbieter: 623,93

Unterschied (in Prozent): 3,7

Media Markt teurer: Spülmaschine

Produkt: Siemens SE 24 M 262 EU

Preis Media Markt: 368,-

Günstigster Online-Anbieter:359,-

Unterschied (in Prozent): 2,4

Media Markt teurer: Playstation

Produkt: PS3 Move Super-Sparpaket

Preis Media Markt: 299,-

Günstigster Online-Anbieter: 293,78

Unterschied (in Prozent): 1,7

Media Markt teurer: Staubsauger

Produkt:Siemens VSZ 6 XTRM 11

Preis Media Markt: 169,-

Günstigster Online-Anbieter: 166,29

Unterschied (in Prozent): 1,6

Media Markt billiger: PC-Monitor

Produkt: Philips 247 E3 LPHSU 24

Preis Media Markt: 159,-

Günstigster Online-Anbieter: 188,69

Unterschied (in Prozent): 18,7

Media Markt billiger: Kaffeemaschine

Produkt: Bosch TAS 4211

Preis Media Markt: 79,-

Günstigster Online-Anbieter: 88,99

Unterschied (in Prozent): 12,6

Media Markt billiger: Externe Festplatte

Produkt: Seagate Expansion Portable 1 TB

Preis Media Markt: 66,-

Günstigster Online-Anbieter: 70,98

Unterschied (in Prozent): 7,5

Media Markt billiger: Schnurlos-Telefon

Produkt: Philips CD 1863B

Preis Media Markt: 65,-

Günstigster Online-Anbieter: 68,75

Unterschied (in Prozent): 5,8

Media Markt billiger: Fernseher

Produkt: Samsung UE D 6200 TSXZG 40

Preis Media Markt: 649,-

Günstigster Online-Anbieter: 657,95

Unterschied (in Prozent): 1,4

Real ist mit 108 Märkten in Osteuropa - unter anderem in Russland, Polen und Rumänien - sowie in der Türkei vertreten, in Deutschland gibt es 312 Standorte. Real beschäftigt insgesamt knapp 50.000 Menschen. In den ersten neun Monaten 2012 hatte die Kette im Ausland einen Umsatz von rund 2,1 Milliarden Euro eingefahren. Metro-Chef Koch hatte erst am Dienstag gesagt, ein Verkauf des Auslandsgeschäfts von Real sei eine Möglichkeit, eine Entscheidung solle bis Jahresende fallen.

Die Vermarktungstricks von Media Markt

Regalplatz für hochauflösende Fernsehgeräte

Regalplatz für hochauflösende Fernsehgeräte: Hersteller zahlen Pauschalen von bis zu 60.000 Euro*, damit Media Markt sie ins Sortiment aufnimmt

* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

Werbelogos von Elektronikmarken an den Wänden

Werbelogos von Top- Elektronikmarken an den Wänden: Unternehmen zahlen bis zu 5000 Euro* pro Fläche

* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

Internetecke

Promotionsagentur MV Group steht im Verdacht auf Schmiergeldzahlungen an Media-Markt-Manager in Höhe von 3,6 Millionen Euro

Promotionsinsel für Mobilfunk

Geheime, möglicherweise wettbewerbswidrige Vertragsklausel mit Debitel sicherte Media Markt offenbar eine Erfolgsbeteiligung in Millionenhöhe zu

Palettenplätze für Lockangebote an von Kunden stark frequentierten Durchgängen

Für solche Sonderaktionen zahlen Hersteller bis zu 40.000 Euro*

* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

Trittspuren auf dem Fußboden, die zu einem Produkt mit einem „guten Preis“ führen

Hersteller dürften dafür bis zu 20.000 Euro* als Werbekostenzuschuss zahlen.

* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale

Ein Verkauf wäre ein Befreiungsschlag für den zuletzt in Bedrängnis geratenen Konzern - die lange schwächelnden Metro-Aktien legten am Mittwoch bis zu 3,9 Prozent auf ein Vier-Wochen-Hoch von 23,08 Euro zu und waren damit zeitweise größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax. In den vergangenen Monaten hatte der Handelsriese den Abstieg seiner Aktien aus dem Dax verkraften und Koch seine Gewinnerwartungen für 2012 zurücknehmen müssen. Zudem stuften wichtige Rating-Agenturen Metro herunter. Am Dienstag legte Koch dann Zahlen für das dritte Quartal vor - der Gewinneinbruch fiel dabei noch stärker aus als von Analysten befürchtet.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

NORDPOL

01.11.2012, 10:35 Uhr

METRO findet sich schlecht in den neuen Realitäten zurecht und handelt etwas langsam. Die Eigentümer werden nervös und erwirken, dass stetig Geld aus dem Konzern abgezogen wird. Zu dem INTERNET-Zeitalter und REIFEN MÄRKTEN Realität kommen so auch Geldabflüsse.

Aber METRO sendet Führungsnachwuchskräfte an den Nordpol:
http://www.metrogroup.de/internet/site/antarctic/print/239467/Lde/index.html
Das ist ein gutes Timing ... hier die Probleme in der realen Welt und dort isolierte Entscheidungen aus warmen Büros der Personalabteilungen.

METRO hat AMAZON schlicht verschlafen. Da helfen leider auch keine gesponserten Trips Weniger an der Nordpol. METRO verschläft auch kleine Fachhändler, die auch geschickt mittels INTERNET auch "kleine MEDIA MARKT´s" darstellen können. Das ist ZEITGEIST.

METRO muss sich NEU erfinden. Ob es das kann ? Wenn es die METRO nicht kann, werden die Eigentümer die METRO scheibchenweise zerlegen und an dem Meistbietenden verkaufen. Schlimm ist es nicht. Unternehmen wachsen aber auch ein gekonntes Schrumpfen ist eine reale Option.

Die Verwaltereneration ist hier eh am Werk. Die METRO-Gründer haben Großartiges geleistet in einer stürmischen Aufbruchszeit der Chancen. Die Sorgen der Eigentümer von damals waren sicher größer. Heute stellen sich die jetzige Eigentümergenerationen und Clans ganz andere Fragen.

Renatto

01.11.2012, 14:51 Uhr

ein ziemlich "liebes" Kommentar, die Realität ist aber viel härter, Real Ausland steht zum Verkauf, damit die Metro ans Geld kommt.
Deren Anleihen sind auf (fast) Ramsch-Niveau herabgestufft; sich Geld von dem "freien" Markt zu besorgen, wäre für die Metro sicherlich sehr teuer

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×