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24.06.2012

18:54 Uhr

Insolvente Drogeriekete

Letzte Schlecker-Märkte schließen für immer

Die insolvente Drogeriekette macht ihre letzten Atemzüge. Die verbliebenen 2800 Schlecker-Märkte werden am Mittwochnachmittag geschlossen. Zuvor sollen die Restposten noch per Ramschpreis an den Mann gebracht werden.

Leergeräumte Regale in einem Schlecker-Markt. dpa

Leergeräumte Regale in einem Schlecker-Markt.

EhingenAn diesem Mittwoch um 15.00 Uhr werden die letzten 2800 noch verbliebenen Schlecker-Märkte für immer geschlossen. Diesen Termin teilte die Drogeriekette am Sonntag in Ehingen mit. Sollten einzelne Märkte schon vorab ausverkauft sein, könnten diese auch vorher schließen. 13.200 Beschäftigte verlieren damit ihre Arbeit. Anfang Juni war der Entschluss gefallen, den Betrieb des einstigen Drogeriekönigs einzustellen.

Für die letzten Tage will die insolvente Drogeriekette den Ausverkauf noch einmal mit Rabatten von 90 Prozent ankurbeln. Bislang waren es im Rahmen des Ausverkaufs 50 bis 70 Prozent gewesen. Allerdings gab es in vielen Läden schon in den vergangenen Tagen nicht mehr viel Ware. Der Ausverkauf sei in den vergangenen Wochen sehr gut gelaufen, bestätigte das Unternehmen.

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Das Ringen um die Zukunft der Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker-XL geht unterdessen weiter. Insolvenzverwalter Geiwitz drückte angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Tochter in Österreich zuletzt bei möglichen Käufern aufs Tempo und setzte eine Frist.

Für Finanzinvestoren sei die österreichische Tochter, an der auch die Geschäfte in Luxemburg, Belgien, Polen und Teilen von Italien hängen, uninteressant. "Allein ist Schlecker in Österreich nicht lebensfähig", sagte ein Sprecher. Die Tochter schreibe rote Zahlen, die Zahlungsfähigkeit sei nicht mehr allzu lang gesichert, sagte ein Insider.

Was seit der Insolvenz bei Schlecker passiert ist

20. Januar 2012

Schlecker verkündet seine Zahlungsunfähigkeit. Für 30.000 Mitarbeiter beginnt das Bangen um den Arbeitsplatz.

23. Januar 2012

Der Insolvenzantrag geht beim Ulmer Amtsgericht ein. Als vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt das Gericht den Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz.

26. Januar 2012

Die Unternehmenstochter Ihr Platz stellt Insolvenzantrag.

29. Februar 2012

Geiwitz kündigt an, dass Schlecker Ende März mehr als 2000 Filialen in Deutschland schließen wird und über 11.000 Mitarbeiter gehen müssen.

5. März 2012

Das Land Baden-Württemberg stellt erstmals eine Kreditbürgschaft in Aussicht. Andere Länder und der Bund sollen mitmachen. Mit Hilfe der Bürgschaft soll Schlecker einen Kredit aufnehmen, um damit eine Auffanggesellschaft für entlassene Mitarbeiter zu finanzieren.

11. März 2012

Das Bundeswirtschaftsministerium lehnt eine Beteiligung an der rund 70 Millionen Euro schweren Kreditbürgschaft ab.

29. März 2012

Eine von den Bundesländern getragene Bürgschaft scheitert am Widerstand der FDP. Gut 10.000 Beschäftigte werden damit ab April arbeitslos.

2. Mai 2012

Die Aufteilung von Schlecker beginnt: Das tschechische Handelsunternehmen PKS kauft die dortige Schlecker-Tochter. Auch für andere Auslandsableger und für Ihr Platz soll es Investoren geben.

23. Mai 2012

Die Interessenten für das Gesamtunternehmen werden weniger: Nach Penta springt Medienberichten zufolge auch das Emirat Katar als möglicher Investor ab. Rund 4000 Kündigungsschutzklagen entlassener Mitarbeiter erschweren die Investorensuche, weil sie Zusatzkosten verursachen könnten. Außerdem gibt es noch keinen Sanierungstarifvertrag für die verbliebenen gut 13.000 Beschäftigten.

24. Mai 2012

Es wird bekannt, dass der Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen sich angeblich für Schlecker interessiert.

1. Juni 2012

Die Gläubigerversammlung ist zusammentreten - und hat beschlossen, dass Schlecker abgewickelt werden soll.

8. Juni 2012

Bei Schlecker beginnt der Ausverkauf. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen zum Monatsende die Kündigung erhalten.

27. Juni 2012

Der Ausverkauf endet: Bis auf die XL- und die Ihr Platz-Märkte schließen sämtliche Schlecker-Filialen. Es wird bekannt, dass Anton Schlecker sein Privathaus im Wert von zwei Millionen Euro vor der Insolvenz an seine Frau übertragen hat. Ein weiteres Grundstück soll an seinen Sohn gegangen sein.

8. Juli 2012

Frühere Berater werfen Anton Schlecker schwere Fehler vor. Der Unternehmer habe bei einem Restrukturierungsprogramm nicht über Finanzierungsfragen sprechen wollen. Außerdem habe er die Schließung unrentabler Filialen verhindert.

18. Juli 2012

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart leitet ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrott gegen Anton Schlecker und 13 weitere Beschuldigte ein.

In Österreich war die Kreditversicherung aufgekündigt worden und Geiwitz habe der Auslandsgesellschaft bisher rund 27 Millionen Euro in Form von Waren und Bargeld geborgt. Eine sogenannte Stand-alone-Lösung habe keine Chance, weil Schlecker-Österreich zu sehr vom Mutterkonzern abhängig sei, sagte Geiwitz.

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