Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.04.2012

11:44 Uhr

Insolvente Drogeriekette

Schlecker-Beschäftigte zum Verzicht bereit

Nach Gesprächen über einen Beitrag zur Schlecker-Sanierung haben sich die Beschäftigten der Drogeriekette bereit erklärt, Einschnitte zur Senkung der Personalkosten hinzunehmen - allerdings unter bestimmten Bedingungen.

Schlecker-Beschäftigte demonstrierten im März für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. dpa

Schlecker-Beschäftigte demonstrierten im März für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

DüsseldorfDie Beschäftigten der insolventen Drogeriekette Schlecker sind unter Bedingungen zu Gesprächen über einen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens bereit. Dies sei das Ergebnis einer Sitzung der Verdi-Tarifkommission, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit. Die Gewerkschaft geht damit auf Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz zu, der nach der Entlassung von rund 10.000 Schlecker-Mitarbeitern Einschnitte bei den verbliebenen rund 16.000 Beschäftigten gefordert hatte. Den Vorschlag von Geiwitz, die Personalkosten über einen Zeitraum von drei Jahren um 15 Prozent zu senken, kritisierte Verdi aber als überzogen. Am Donnerstag wollen Beschäftigte und Insolvenzverwalter weiter über mögliche Sanierungsbeiträge verhandeln.

Die Beschäftigten hätten ihre Verhandlungsbereitschaft mit der „Erfüllung unverzichtbarer Voraussetzungen“ verknüpft, teilte die Gewerkschaft mit. Geiwitz müsse Verdi und den Beschäftigten „die nötigen Informationen sowohl über die aktuelle wirtschaftliche Lage des Unternehmens als auch über ein nachvollziehbares Fortführungskonzept und Informationen über die potenziellen Investoren zur Verfügung stellen“, forderte Verdi- Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Gesicherte Informationen seien notwendig, wenn es darum gehe, eine verlässliche Einschätzung zu den Zukunftsperspektiven von Schlecker zu machen. Geiwitz will bis Pfingsten einen Investor für Schlecker finden.

Mit einem Sanierungstrafivertrag hatten die Beschäftigten etwa auch einen Beitrag geleistet, den Warenhauskonzern Karstadt aus der Insolvenz zu führen. Das Essener Unternehmen war 2010 vom Investor Nicolas Berggruen übernommen worden. Der Sanierungstarifvertrag dort läuft noch bis August.

Von

rtr

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.04.2012, 13:23 Uhr

Ich glaube leider nicht, dass die Firma Schlecker mit welchem Investor auch immer eine Zukunft hat. Zunächst wurde ja das Image der Kette lange Zeit nachhaltig geschädigt, auch von den Mitarbeitern und Gewerkschaften. Die Lebensleistung von Anton Schlecker ist dahin, denn eines darf man ihm sicherlich trotz aller berechtigten Kritik bescheinigen, er war ein begnadeter Kaufmann sonst hätte er es nicht soweit gebracht (wenn man die Uhr ein paar Jahre zurückdreht).

Die Konkurrenz ist gerade aus diesem Grund nun an der Kette vorbei gezogen, man wird sich die Hände reiben. Die Beschäftigten bei Schlecker, viele ja nur in 400Euro-Manier, werden sich bald andere Stellen suchen müssen.

Es mag zwar nett sein zu Demonstrieren, aber helfen wird dies leider gar nichts. Es wäre sicherlich ratsam sich anstatt dessen einen neuen Arbeitsplatz zu suchen - klingt hart ist aber die Wahrheit.

Die Insolvenz hat Schlecker nichts gebracht, wie sollte auch ein Jurist - der nebenbei für die Abwicklung seiner Insolvenz-Fälle Millionen Honorare kassiert - einen guten Kaufmann ersetzen können?

Es wird sein wie immer, siehe Hertie, ein paar Jahre läuft die Sache noch dahin und dann fällt der letzte Vorhang. Schade eigentlich, denn gerade auf dem Land war Schlecker teilweise sehr beliebt und gut besucht.

Dieter

17.04.2012, 14:38 Uhr

Die Beschäftigten sind nicht gefragt worden was sie wollen.Ich glaube das VERDI nur bei der Presse gut da stehen will,Ich werde bei VERDI austreten.Ich glaube nicht mehr das sie uns helfen können.Jede andere Gewerkschaft währe schon längst auf die Strasse gegangen,nur bei Verdi tut sich nicht,da fragt mann sich doch warum.

Herr-Ehrlich

17.04.2012, 15:55 Uhr

Eine Mitgliederbefragung und Mitarbeiterbefragung wird selbstverständlich durchgeführt. Hier handelt es sich lediglich um die Erklärung, dass Bereitschaft besteht einen Beitrag zu leisten, über den dann natürlich Mitarbeiter (Verdianer) auch mitbestimmen sollen und dürfen. Die Gewerkschaft selbst ist nicht Schuld an der Insolvenz oder am Missmanagement, da läuft irgendetwas falsch . Die Schuldigen sitzen in Ehingen in der Zentrale oder jetzt beim Insov. Ver.di darf jetzt lediglich versuchen, den Schaden so klein wie möglich zu halten. Ver.di hat auch nicht gekündigt, kein Gehalt bezahlt, Schulden gemacht,................etc.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×