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28.02.2014

08:38 Uhr

Insolventer Verlag

100 Weltbild-Filialen auf dem Prüfstand

„Harte Einschnitte, aber kein Blutbad“: Auf die insolvente Verlagsgruppe Weltbild kommt eine schwierige Sanierungsphase zu. Laut einem Medienbericht steht auch schon fest, wie viele Läden absehbar geschlossen werden.

Eine Filiale der Verlagsgruppe Weltbild in Schwerin: In Zukunft wird man die Läden wohl seltener in deutschen Städten sehen. dpa

Eine Filiale der Verlagsgruppe Weltbild in Schwerin: In Zukunft wird man die Läden wohl seltener in deutschen Städten sehen.

Auf das Filialgeschäft der insolventen Verlagsgruppe Weltbild kommt eine harte Sanierung zu. Nach Informationen der Wirtschaftswoche aus dem Unternehmensumfeld stehen derzeit rund 100 Filialen auf dem Prüfstand, das ist knapp die Hälfte des Filialnetzes. Als „harte Einschnitte, aber kein Blutbad“, kommentierte ein Beteiligter die Planungen gegenüber der WirtschaftsWoche.

Bei mindestens 60 Filialen sei demnach eine Schließung durch das Sanierungsmanagement um den vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und dessen Kanzleipartner Christian Plail absehbar.

Die größten deutschen Buchhändler

Deutscher Buchhandel

Der Online-Händler Amazon hat den Buchhandel auch in Deutschland durcheinandergewirbelt und unter Druck gesetzt. Laut Bundesverband der Versandbuchhändler hat Amazon etwa 1,6 Milliarden Euro Umsatz mit Büchern gemacht und damit drei Viertel Anteil am Online-Geschäft.
Insgesamt setzte der Buchhandel 9,6 Milliarden Euro (allen Zahlen für 2012) um, davon die Hälfte im stationären Handel.

Platz 6

Schweitzer Fachinformationen
28 Filialen
Die Angaben beziehen sich auf reine Buchhändler. Fachabteilungen von Kaufhäusern sind nicht gezählt. Quelle: Buchreport

Platz 5

Oslander
28 Filialen

Platz 4

Mayersche Buchhandlung
46 Filialen

Platz 3

Valora Retail (Bahnhofsbuchhandlungen)
178 Filialen

Platz 2

Thalia
293 Filialen

Platz 1

DBH (Weltbild, Hugendubel, u.a.)

420 Filialen


Weitere 40 Standorte stünden „unter Beobachtung“, heißt es. Hier würden Faktoren wie Zugeständnisse bei den Mieten und die Wettbewerbsintensität am jeweiligen Standort über Schließung oder vorläufigen Weiterbetrieb entscheiden. Ein Sprecher der Insolvenzverwaltung betonte zwar die generelle Bedeutung des Filialgeschäfts, wollte sich zu Details aber nicht äußern. „Wir brauchen ein möglichst großes Filialnetz, um die Präsenz der Marke Weltbild in der Fläche zu sichern“, sagte Verdi-Vertreter Timm Boßmann.

Vor wenigen Tagen haben Weltbild und die Verlegerfamilie Hugendubel ihre bis dahin in einer Holding gebündelten Buchläden aufgeteilt. Hugendubel hat künftig das alleinige Sagen bei 77 eigenen Geschäften sowie bei den bisherigen Weltbild-Filialen, die als Shop-in-Shop in Karstadt-Warenhäusern betrieben werden. Der Online-Shop von Hugendubel soll dem Vernehmen nach zunächst weiter in Kooperation mit Weltbild betrieben werden.

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