Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.03.2006

12:44 Uhr

Insolvenz angemeldet

Heros-Chef gibt Betrug zu

Der verhaftete Chef des skandalgeschüttelten Geldtransport-Unternehmens Heros, Karl-Heinz Weis, hat bei den Vernehmungen die Betrugsvorwürfe zugegeben. Sein Mandant habe das angekündigte Geständnis abgelegt, sagte Rechtsanwalt Bertram Börner am Freitag in Hannover.

HB HANNOVER. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Manuel Sack hat sich inzwischen „eine zweistellige Zahl“ von Investoren gefunden, die Interesse an einer Übernahme von Heros haben. „Wir führen bereits Gespräche“, sagte Sack.

Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge sollen die Heros- Manager von Mitarbeitern erpresst worden sein. Dies bestätigte Rechtsanwalt Börner indirekt: „Es hat sich aus den Aussagen von Herrn Weis nicht ergeben, dass es diese Erpressungen nicht gegeben hat.“ Die zuständige Staatsanwaltschaft Mönchengladbach wollte sich dazu nicht äußern. Dem Zeitungsbericht vom Freitag zufolge sitzt seit einer Woche eine 39 Jahre alte Personalmanagerin der Heros-Tochter Nordcash in Viersen in Untersuchungshaft. Sie soll seit 2002 monatlich bis zu 250 000 Euro Schweigegeld kassiert haben, weil sie von den illegalen Machenschaften wusste. Weis und drei ebenfalls verhaftete Mitarbeiter sollen mehr als 300 Mill. Euro Kundengelder unterschlagen haben. Heros meldete nach Bekanntwerden der Vorwürfe Insolvenz an. Insolvenzverwalter Sack sagte, die potenziellen Investoren kämen aus Deutschland und Europa. Ob im Endeffekt die gesamte Heros- Gruppe mit ihren 5 000 Beschäftigten oder nur Teilbereiche gerettet werden könnten, sei noch unklar. Bis Ende April werde der neue Eigentümer voraussichtlich feststehen.

Nach einem Bericht des „Spiegel“ führt der Heros-Skandal beim Handelskonzern Rewe, bei McDonald’s und der Citibank zu Schäden in Millionenhöhe.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×