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08.08.2013

19:29 Uhr

Insolvenz

Katastrophe ruiniert kanadische Bahngesellschaft

Das schwere Unglück mit einem Tankzug in Kanada hat mindestens 47 Todesopfer gefordert. Nun meldet die Betreibergesellschaft Insolvenz an. Die Opfer und ihre Familien sollen trotzdem entschädigt werden.

Die Zugkatastrophe von Lac-Megantic ist eines der schlimmsten Bahnunglücke Kanadas. Reuters

Die Zugkatastrophe von Lac-Megantic ist eines der schlimmsten Bahnunglücke Kanadas.

MontrealEinen Monat nach dem verheerenden Zugunglück in der kanadischen Kleinstadt Lac-Mégantic hat die verantwortliche Bahngesellschaft Insolvenz angemeldet. Sowohl der US-amerikanische als auch der kanadische Zweig der Montreal, Maine & Atlantic Railway wollen sich damit vor den Forderungen ihrer Gläubiger schützen und den laufenden Betrieb sicherstellen.

„Es wurde offensichtlich, dass die Verpflichtungen beider Unternehmen nun ihre Vermögenswerte übersteigen“, erklärte Verwaltungsratschef Edward Burkhardt am Mittwoch in Montreal. Die zu erwartenden Versicherungsleistungen seien dabei schon einbezogen.

Ein Gericht in Montreal gab am Donnerstag grünes Licht für den Gläubigerschutz auf der kanadischen Seite. Das sei der beste Weg, um Entschädigungen für die Opfer zu erreichen, zitierte die Zeitung „Toronto Sun“ den zuständigen Richter.

Bei dem Unglück am 6. Juli in der Provinz Quebec war ein führerloser Güterzug mit mehr als 70 Kesseln voll Rohöl ins Zentrum von Lac-Mégantic gerast und explodiert. Mindestens 47 Menschen starben, die Gegend ist ein Trümmerfeld.

Das Insolvenzverfahren sei „der beste Weg, allen Beteiligten eine faire Behandlung unter diesen tragischen Umständen zusichern zu können“, erklärte Burkhardt. Sein Unternehmen wolle sich auch weiterhin an den Aufräumarbeiten beteiligen.

Die Bahngesellschaft beschäftigt nach eigenen Angaben zurzeit noch 85 Leute. Durch das Unglück hat sie mit erheblichen Einnahmeausfällen zu kämpfen. Die Gesellschaft war 2003 gegründet worden und besitzt an der amerikanischen Ostküste ein Streckennetz von 820 Kilometern. Dort verkehrten nach eigenen Angaben früher täglich 15 Güterzüge.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Charly

08.08.2013, 22:06 Uhr

"Sowohl der US-amerikanische als auch der kanadische Zweig der Montreal, Maine & Atlantic Railway wollen sich damit vor den Forderungen ihrer Gläubiger schützen und den laufenden Betrieb sicherstellen."

Typisch für den Rechtszerfall in diesen Zeiten:
Nachdem man durch Schlamperei Schaden verursacht hat geht es jetzt darum sich aus der Verantwortung zu winden. Dabei ist jedes Mittel Recht.

Nur wenn solche Firmen gnadenlos aufgelöst werden und die bestehenden Vermögenswerte restlos verwertet werden wird man wieder Ordnung schaffen in dieser Welt !

Die Verhaltensmuster sind die gleichen wie bei den verantwortungslosen Bankstern und den Politganoven.

Peterbilt379

08.08.2013, 22:58 Uhr

ät charly
völlig korrekt!

Account gelöscht!

09.08.2013, 00:27 Uhr

Du bist wohl ein Kommunist oder zurückgebliebener SED-Ossi? Ahnung haste aber jedenfalls keine, zumindest nicht vom Insolvenzrecht. Vorschlag: Wandere nach Nordkorea aus. Da bist du unter deines Gleichen.

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