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29.09.2013

15:01 Uhr

Insolvenz

Nicht nur Hornbach will Max-Bahr-Filialen

Praktiker gibt es nicht mehr, für das Tochter-Unternehmen Max Bahr besteht aber noch Hoffnung. Mehrere Bieter haben Interesse an den Filialen. Ein paar Rosinen möchte sich Konkurrent Hornbach herauspicken.

Früher hat Max Bahr seinen Kunden geholfen, heute braucht die Baummarktkette selbst Hilfe. dpa

Früher hat Max Bahr seinen Kunden geholfen, heute braucht die Baummarktkette selbst Hilfe.

HamburgFür die insolvente Baumarktkette Max Bahr sollen nach einem Medienbericht Interessenten bis Dienstag verbindliche Kaufangebote abgeben. Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ sollen sich die Globus-Gruppe, ein Konsortium um die Baumarktkette Hellweg sowie ein weiterer strategischer Investor für die Praktiker-Tochter interessieren. Insgesamt sollen mindestens 125 Märkte den Besitzer wechseln. „Wir geben wie gehabt keine Wasserstandsmeldungen ab“, sagte der Sprecher der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon und Jens-Sören Schröder.

Auch der Baumarkt-Konzern Hornbach will bis zu zehn Praktiker- und Max-Bahr-Märkte übernehmen. „Wir haben bei den Insolvenzverwaltern Interesse an bis zu zehn Praktiker- und Max-Bahr-Standorten angemeldet, die wir mieten oder kaufen wollen, um weiße Flecken auf der Hornbach-Landkarte zu schließen“, sagte Hornbach-Holding-Chef Albrecht Hornbach dem „Tagesspiegel“ (Montagausgabe). In Köln und Düsseldorf, aber auch in Rostock, Hamburg und München gebe es noch Potenzial. Durch die Praktiker-Pleite ist Hornbach zum drittgrößten Baumarktkonzern nach Obi und Bauhaus aufgestiegen.

Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ gilt als Knackpunkt die Frage, inwieweit die Royal Bank of Scotland (RBS) Mietkürzungen akzeptiert. Die Bank ist größter Gläubiger des Max-Bahr-Vermieters Moor Park.

Anfang September hatten die Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass der Verkauf von Praktiker gescheitert ist. Die Kette verschwindet vom deutschen Markt, derzeit läuft in den Filialen der Ausverkauf. Max Bahr gilt als Perle des Konzerns. Unter dieser Bezeichnung werden insgesamt 132 Märkte geführt - 54 ehemalige Praktiker-Filialen waren erst in den vergangenen Monaten umgeflaggt worden.

Wegen der Praktiker-Pleite hoffen die Konkurrenten auf mehr Kunden. „Die ganze Branche wird davon profitieren, dass Praktiker den Markt verlässt, auch wir“, sagte Hornbach. „Wir denken, dass rund ein Drittel der Praktiker-Umsätze in Höhe von drei Milliarden Euro künftig beim Wettbewerb landen werden.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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MaxBahrler

29.09.2013, 12:40 Uhr

In Ihrem Artikel ist die Rede von mindestens 125 Märkten die den Besitzer wechseln sollen. Leider ist diese Zahl falsch, zumindest in Bezug auf die Rettung von Max Bahr die sie beschreiben. Von den ehemals 132 Märkten werden mit Stand heute 12 Märkte geschlossen. Darunter 7 Märkte die in den letzten Monaten von Praktiker auf Max Bahr umgebaut wurden, sowie 5 Bestandsmärkte die seit jeher unter der Marke liefen. Weitere Märkte sind akut gefährdet. Die Insolvenzverwaltung agiert jedoch äußerst geschickt und lässt diese Marktschließungen mit mehreren hundert betroffenen Mitarbeitern unter dem Deckmantel der Praktikerabwicklung verschwinden.

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