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28.06.2012

19:15 Uhr

Insolvenzverwalter

Auch Schlecker XL kann nicht gerettet werden

Nach den Schlecker-Märkten werden auch die Schlecker-XL-Filialen geschlossen. Es gebe keine wirtschaftliche Perspektive für das Tochterunternehmens der insolventen Drogeriemarktkette, so der Insolvenzverwalter.

Die Scheibe eines Schlecker XL-Drogeriemarkts in Dresden. dpa

Die Scheibe eines Schlecker XL-Drogeriemarkts in Dresden.

Neu-Ulm/Ehingen/OsnabrückBei der Drogeriemarktkette Schlecker verlieren weitere 1100 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Die Gläubiger beschlossen am Donnerstag das endgültige Aus auch für die 350 großen "Schlecker XL"-Märkte, die einst als Zukunft des schwäbischen Unternehmens galten. Ein gemeinsamer Verkauf von Schlecker XL mit den "IhrPlatz"-Drogeriemärkten war gescheitert. Insolvenzverwalter Werner Schneider machte die Gefahr von Kündigungsschutzklagen für das Scheitern der Verkaufsbemühungen verantwortlich. Dieses "viel zu große und nicht kalkulierbare Risiko" habe kein Käufer eingehen wollen. Die Angst vor massenhaften Klagen hatten schon die Interessenten für eine Übernahme von Schlecker abgeschreckt.

Rund 4400 von mehr als 10.000 im März entlassenen Schlecker-Mitarbeiterinnen haben gegen ihre Entlassung geklagt, ein erstes Verfahren ging bereits zugunsten einer Filialleiterin aus. Gut 2500 Gekündigte haben nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit schon einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Eine zweite Klagewelle steht bevor, nachdem die letzten 2800 gewöhnlichen Schlecker-Filialen am Mittwoch die Türen schlossen.

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Die Kündigungen bei Schlecker XL würden bis Mitte Juli versandt, erklärte Schneider. Er hatte Schlecker XL und IhrPlatz gemeinsam an die Münchener Beteiligungsfirma Dubag verkaufen wollen, doch der Kreditversicherer Euler Hermes, einer der wichtigsten Gläubiger, stellte sich quer.

"Für IhrPlatz besteht noch teilweise Hoffnung", hieß es in der Mitteilung. Die Gespräche mit einem Investor für die Kette würden am Montag fortgesetzt. Bei IhrPlatz waren kaum Klagen gegen die Kündigung eingegangen, weil die meisten Mitarbeiter Platz in einer Transfergesellschaft fanden. Bei Schlecker war eine solche Auffanggesellschaft am Widerstand aus der Politik gescheitert. Die Landesregierungen unter Beteiligung der FDP hatten dafür keine öffentlichen Gelder bereitstellen wollen.

Kommentare (3)

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rainerbarensteiner

28.06.2012, 22:54 Uhr

da können sich 10000de mitarbeiterinnen beim dgb bedanken. von ihnen kam der tip zur klage einreichen.und wie man sieht, ging das voll in die hosen. alle werden arbeitslos, denn wer kauft einen "laden" wenn mit tausenden klagen zu rechnen ist. gut gemacht dgb, hoffentlich bekommt er von seinen mitgliedern die quittung.

Beamtenschlafstadt_MG

29.06.2012, 00:41 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

Hanseat

29.06.2012, 11:00 Uhr

XL und Ihr Platz hatte sehr gute Chancen! Der DGB hat es leider mal wieder Versaut!! Und Euler-Hermes hat die Realität wohl auch "Verkannt"... Die guten Chancen konnte man schon an der Qualität der potentiellen Erwerber sehen!! Bedauerlich...!!!

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