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17.01.2005

08:39 Uhr

Interesse an anderen Postkonzernen

Deutsche Post erreicht ihr Gewinnziel

VonAxel Granzow

Die Deutsche Post hat ihre Gewinnprognose für das abgelaufene Geschäftsjahr 2004 erreicht. „Das vierte Quartal mit dem für die Post so wichtigen Weihnachtsgeschäft ist sehr zufriedenstellend verlaufen“, sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel vor Journalisten in Bonn.

Post-Chef Klaus Zumwinkel bekräftigt Interesse an dänischer, belgischer und österreichischer Post.

Post-Chef Zumwinkel: Prognosen erreicht.

HB BONN. „Auch bei der Postbank brummt das Geschäft.“ Trotz des Verlusts der Pakettochter DHL in den USA von rund 500 Mill. Euro wird das operative Ergebnis (Ebitda) 2004 voraussichtlich um rund 10 Prozent steigen und dürfte damit bei 3,3 Mrd. Euro liegen. Geplant war ein Zuwachs zwischen 7,5 bis 12,5 Prozent. Im Geschäftsjahr 2005 erwartet die Post eine Ergebnissteigerung auf mindestens 3,6 Mrd. Euro.

An der Börse legte die Post-Aktie am Freitag daraufhin leicht zu. Dass das Geschäft der Deutschen Post gut läuft, sei aber keine große Überraschung, sagte Per-Ola Hellgren, Analyst von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Er hatte ein Ebitda in dieser Größenordnung erwartet. Nach Ansicht von ABN Amro bieten die Aktien der Deutschen Post eine attraktive Bewertung und sind ein „relativ sicherer Hafen“ .

In den USA hatte Zumwinkel im vergangenen Jahr die Weichen bei der Pakettochter DHL neu gestellt und die Integration des US-Expressdienstes Airborne beschleunigt sowie eine Marketingkampagne gestartet. Da die Ergebnisplanung deutlich verfehlt worden war, musste der zuständige Paket-Vorstand Uwe Dörken den Hut nehmen. DHL peilt nun Ende 2006 mit neuer Führung schwarze Zahlen an, ein Jahr später als geplant. Nach Auffassung von Branchenkennern hatte DHL die Schwierigkeiten beim Aufbau des US-Paketgeschäfts unterschätzt. Die Konkurrenten UPS und Fedex kontrollieren gut 80 Prozent des US-Paketmarkts.

Im Gegensatz zur Deutschen Post hat der weltgrößte Paketzusteller United Parcel Service (UPS) eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal 2004 veröffentlicht. UPS macht für das Verfehlen der Ergebnisprognose einen deutlichen Rückgang des Paketvolumens in den USA zwischen Weihnachten und Neujahr sowie höhere Kosten wegen des schlechten Wetters im Mittleren Westen der USA verantwortlich. Dagegen hat der Konkurrent Fedex seine Ergebnisprognose bereits bestätigt.

Spätestens im Juni rechnet Zumwinkel mit einer Entscheidung der dänischen Regierung darüber, wer den Zuschlag für eine Beteiligung von 25 Prozent an der dänischen Post erhält. Neben der Deutschen Post sind auch andere Postkonzerne im Rennen, beispielsweise der niederländische Konkurrent TPG. Die geplanten Teilprivatisierungen der Postkonzerne in Belgien und Österreich will sich Zumwinkel genau ansehen. Eine reine Finanzbeteiligung käme für ihn aber nicht in Betracht, insbesondere in Belgien. Gute Chancen sieht er bei den Verhandlungen mit der Karstadt Quelle AG über den Kauf von Teilen der Logistiksparte des Handelskonzerns. Zumwinkel erwartet einen Abschluss in den nächsten ein bis zwei Monaten. Vom Bundeskartellamt hat die Post bereits grünes Licht zur Übernahme der Warenhauslogistik.

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