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23.03.2006

22:40 Uhr

Interessenten für Übernahme

Überlebenschance für Heros

Für das durch Betrügereien in die Insolvenz geratene Werttransport-Unternehmen Heros gibt es Überlebenschancen.

HB FRANKFURT. Heros kann nach Ansicht von Insolvenzverwalter Manuel Sack rasch in neue Hände kommen. „Wir führen derzeit intensive vertrauliche Verhandlungen mit mehreren Interessenten über eine Übernahme der Betriebe“, erklärte Sack am Donnerstagabend in Hannover. Eine kurzfristige Lösung sei in Sicht, mit der Heros langfristig weiter arbeiten könne. In dieser Woche habe sich erstmals der Gläubigerausschuss getroffen. Der Betrieb von Heros gehe weiter, 140 Mill. Euro Kundengelder habe die Bundesbank gesichert. Zuletzt hatte Sack einen neuen Eigentümer für Ende April in Aussicht gestellt.

Die Kunden von Heros müssen auf Rückerstattungen allerdings noch warten. Die Ansprüche, die Kunden auf von Heros abgeholtes Geld aus den letzten Tagen vor der Insolvenzanmeldung angemeldet haben, seien weitaus höher als die sichergestellte Summe. „Daher ist eine kurzfristige Auszahlung nicht möglich, denn dadurch würden andere benachteiligt“, erklärte Sack in seiner Bilanz vier Wochen nach der Pleite des hannoverschen Unternehmens. Die Prüfung der Unterlagen durch die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young werde voraussichtlich bis Mitte April dauern.

Der Betrug, der nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaften zu der Insolvenz geführt hat, könne nach Angaben der Ermittler wohl erst in einigen Monaten aufgeklärt werden, erklärte Sack. Die Sachverhalte seien kompliziert, Unterlegen fehlten.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem Schneeballsystem aus. Heros soll das bei Geschäften und Banken abgeholte Geld erst mit Verzögerung bei den Kunden abgeliefert haben und Beträge für die Aufrechterhaltung des eigenen Geschäftsbetriebs abgezweigt haben. Der Schaden wird auf bis zu 350 Mill. Euro geschätzt. Konkurrenten hatten dem größten deutschen Geldtransporteur eine Dumpingstrategie vorgeworfen. Von der Insolvenz sind rund 5000 Mitarbeiter in Europa betroffen.

Gegen den Inhaber und drei weitere Heros-Mitarbeiter wird wegen schwerer Untreue und gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt. Zu den Geschädigten gehören unter anderem die Handelsketten Edeka und Rewe, allein letztere beklagt Zeitungsberichten zufolge 161 Mill. Euro Schaden. Auch gegen einen Rewe-Mitarbeiter wird wegen der Manipulationen ermittelt.

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