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23.03.2004

07:54 Uhr

Handel + Dienstleister

Intermarché lässt Spar fallen

Der Spar-Vorstandschef rechnet damit, dass der Pariser Großaktionär vermutlich nach der Sanierung aussteigt. ITM ist damit zum zweiten Mal in Deutschland gescheitert.

beu/lip HAMBURG. Der französische Handelskonzern Intermarché wird sich voraussichtlich nach Abschluss der Sanierung seiner deutschen Tochter Spar Handels-AG, Schenefeld bei Hamburg, aus Deutschland zurückziehen. „Wenn der Großaktionär ITM die Möglichkeit hat, sich aus Deutschland zu verabschieden, wird er dies vermutlich tun,“ schätzt Spar-Vorstandschef Fritz Ammann. Nicht kommentieren wollte er Spekulationen, wonach Spar bereits mit Interessenten über einen Verkauf verhandelt. Ammann: „Man sollte Dinge, die sich in einem Analysestadium befinden, nicht kommentieren.“ Intermarché war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Ein Rückzug von ITM aus Deutschland sei zudem nur denkbar, wenn für den siebtgrößten Lebensmittelhändler Deutschlands eine vernünftige Lösung gefunden werde und eine neue Struktur stehe. Ammann: „Rosinenpicken oder Insolvenz kommen nicht in Frage.“



ITM ist damit auch zum zweiten Mal in Deutschland gescheitert. Die französische Handelsgruppe war im Mai 1997 bei Spar eingestiegen und sich mit 85 % beteiligt. Sie wollte durch den Umbau der Eurospar-Regiebetriebe auf die werthaltigere Intermarché-Linie den finanziell schlingernden Konzern wieder fit machen. Der deutsche Ausflug hat nach Schätzung von Experten die Franzosen rund 1,3 Mrd. Euro gekostet.

Handelskonzern in der Krise

Vertriebslinien: Der Spar Handelskonzern will sich künftig auf den Großhandel, die selbstständigen Einzelhändler sowie den Discountbereich Netto konzentrieren. Von den Verbrauchermärkten Eurospar/Intermarche will sich der Konzern bis Mitte 2004 trennen. Spar hat mehr als eine Milliarde Euro Schulden.

Großaktionäre: Der französische Handelskonzern ITM Entreprises S.A. war im Mai 1997 bei dem achtgrößten Lebensmittelhändler Deutschlands eingestiegen. Er hält 85,07 % der Stimmrechte. 9,91 % besitzt die Londoner UBS Warburg, 2,56 % die Carlson Capital sowie 2,41 % die Cross Asset Management.

Mitarbeiter: Spar beschäftigte Ende 2003 mehr als 22 000 Mitarbeiter. Ein Jahr zuvor waren es noch 2100 mehr gewesen.

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