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07.08.2015

15:42 Uhr

Internationaler Tag des Gerstensaftes

Mexiko, der überraschende Bier-Exportweltmeister

Nicht Deutschland, sondern Mexiko ist der größte Bierexporteur der Welt. Corona und Co. werden vor allem in den USA getrunken, die Brauereien rüsten weiter auf. Doch die Mexikaner selbst lieben auch deutsches Bier.

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Mexiko-StadtDeutschland gilt zwar vielfach als das Bier-Land schlechthin, der größte Exporteur des Gerstensafts ist allerdings Mexiko. 27,5 Millionen Hektoliter Bier exportierten die mexikanischen Brauereien im vergangenen Jahr nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Mexiko City – fast doppelt so viel wie die deutschen Braustätten. Der größte Teil des Exports ging in die USA. Insgesamt aber kann man ein mexikanisches Bier in mehr als 180 Ländern der Welt bestellen.

In Deutschland ist vor allem die Marke Corona bekannt – wohl nicht zuletzt wegen ihrer schicken Flaschen im Retro-Look. „Corona - das meist verkaufte mexikanische Bier der Welt“, lautet auch der stolze Werbeslogan der Brauerei mit der Krone.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Und es wird weiter kräftig investiert. Zuletzt kündigte der US-Konzern Constellation Brands den Ausbau einer Bier- und Verpackungsfabrik im nördlichen Bundesstaat Coahuila für mehr als zwei Milliarden US-Dollar (gut 1,8 Milliarden Euro) an. Dort werden die Marken Corona, Modelo, Pacífico und Victoria für den US-Markt gebraut. Nach dem Ausbau soll die Jahresproduktion auf 25 Millionen Hektoliter steigen. Das ist mehr als ein Viertel des jährlichen Bierabsatzes in Deutschland.

Insgesamt werden in Mexiko jährlich knapp 90 Millionen Hektoliter Bier gebraut, damit ist das Land der sechstgrößte Bierproduzent der Welt. Deutschland liegt beim Ausstoß vor Mexiko: Die deutschen Brauereien kamen 2014 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 95,6 Millionen Hektoliter. Allerdings waren fast 84 Prozent des Bierabsatzes für den Inlandsverbrauch bestimmt.

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Der Biermarkt in Mexiko ist fest in der Hand von zwei Brauereien, die zuletzt von multinationalen Konzernen gekauft wurden. Anheuser-Busch Inbev übernahm 2013 den Marktführer Grupo Modelo für 13,2 Milliarden US-Dollar. Bereits 2010 hatte Heineken durch einen Aktientausch die Brauerei Cuauhtémoc Moctezuma (CCM) erworben.

Die mexikanischen Brauereien profitieren von den mehr als 40 Freihandelsverträgen Mexikos, die einen zollfreien Export in die ganze Welt ermöglichen. So stieg das Ausfuhrvolumen von Bier zwischen 1992 und 2014 von 190 Millionen US-Dollar auf 2,4 Milliarden Dollar.

„Die Öffnung der mexikanischen Wirtschaft war der Schlüssel für unseren Erfolg als Bier-Exporteur“, sagt Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo. „Und wir haben weiterhin große Erwartungen - 2015 wird unser Bierjahr.“

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