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18.03.2016

14:53 Uhr

Internet bei der Lufthansa

WLAN auf der Mittelstrecke noch in diesem Jahr

Wie auf der Langstrecke sollen Lufthansa-Passagiere künftig auch auf Mittelstreckenflügen kostenpflichtig im Internet surfen können. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Maschinen mit WLAN-Routern ausgestattet werden.

Ab 2017 soll ein Mischsystem aus Satelliten und Bodenstationen schnellen LTE-Standard in die Flugzeuge bringen. Reuters

Lufthansa-Flieger in Frankfurt

Ab 2017 soll ein Mischsystem aus Satelliten und Bodenstationen schnellen LTE-Standard in die Flugzeuge bringen.

FrankfurtDie Lufthansa rüstet erste A320-Mittelstreckenflugzeuge noch in diesem Jahr mit Internet-WLAN-Routern aus. Passagiere können dann wie schon auf der Langstrecke mit ihren Endgeräten kostenpflichtig im Internet surfen, freilich noch mit einer vergleichsweise niedrigen Datenrate.

Das Unternehmen bestätigte am Freitag in Frankfurt einen Bericht des Magazins „Focus“, nannte aber keine Preise. Auf der Langstrecke wird ein vierstündiges Surfpaket bislang mit 14 Euro berechnet. Die Umrüstung der Flugzeuge soll bis zum ersten Quartal 2018 abgeschlossen sein.

Die vielen Baustellen der Lufthansa

Schwieriger Konzernumbau

Carsten Spohr will die Lufthansa wetterfest machen für die Zukunft, denn der Konkurrenzkampf über den Wolken ist hart. Der Umbau des größten europäischen Luftverkehrskonzerns ist eine Mammutaufgabe. Längst noch nicht alle Probleme sind gelöst. Das sind die Baustellen der Lufthansa.

Quelle: dpa

Billig-Airlines

Vor allem der größte europäische Player im Billigsegment, Ryanair, heizt den Wettbewerb an. Nachdem die Iren über Jahre vor allem auf kleinere Flughäfen in der Provinz gesetzt hatten, bedienen sie nun zunehmend auch große Flughäfen wie Berlin oder Köln. Zudem bieten inzwischen auch Billig-Airlines gegen entsprechenden Preisaufschlag Leistungen an, die sich vor allem an Geschäftsreisende richten – ein Segment, in dem vor allem etablierte Fluggesellschaften unterwegs sind.

Expansive arabische Konkurrenten

Emirates, Qatar Airways und Etihad punkten vor allem auf der lukrativen Langstrecke. Die Airlines vom arabischen Golf haben rasante, von den Herrscher-Familien unterstützte Wachstumspläne. Weite Teile des Verkehrs nach Südostasien und Ozeanien haben sie bereits fest im Griff und bei einigen europäischen Airlines sitzen sie mit am Steuerknüppel – zum Beispiel Etihad bei Air Berlin oder Alitalia.

Probleme mit dem Personal

Ein Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst: Der Dauerstreit mit den Piloten kann nach bisher 13 Streikrunden jederzeit wieder eskalieren. Die Kabinengewerkschaft UFO war im November in einen einwöchigen Streik getreten, einigte sich mit Lufthansa im Januar aber auf Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags. Für das Bodenpersonal gab es zuvor schon eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi.

Das komplizierteste Thema bei den Piloten sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will künftig nur noch feste Arbeitgeberbeiträge zahlen, aber nicht mehr für die endgültige Rentenhöhe garantieren.

Eurowings-Konzept

Neben der klassischen Premium-Lufthansa baut Lufthansa-Chef Spohr eine Billigschiene mit Eurowings auf, die im Europa-Verkehr Ryanair oder Easyjet Paroli bieten soll. Kern des Konzepts ist „Eurowings Europe“ mit Sitz in Wien. Derzeit stellt sie Piloten zu deutlich geringeren Gehältern ein, als bei der Lufthansa-Mutter gezahlt werden.

Der Konzernumbau belastet die Tarifverhandlungen, insbesondere mit den Piloten. Außerdem läuft es bei Eurowings selbst noch nicht rund. Die neue Billig-Airline hat mit Verspätungen auf ihren Fernflügen zu kämpfen.

Germanwings-Absturz

Der vom Co-Piloten Andreas L. im Frühjahr herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten war das größte Unglück in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns. Finanzielle Soforthilfe von zunächst 50.000 Euro pro Opfer wurde schnell auf den Weg gebracht. Um Schmerzensgeldzahlungen ist allerdings ein Millionenpoker entbrannt. Opfer-Anwälte lehnten die Lufthansa-Vorschläge als zu niedrig ab.

Zunächst kommen die Signale noch ausschließlich über eine Satellitenantenne an Bord der Airbus-Jets. Ab 2017 soll dann ein Mischsystem aus Satelliten und 300 Bodenstationen in ganz Europa den schnelleren LTE-Standard in die Flugzeuge bringen. Lufthansa hat sich dazu im vergangenen Jahr an einem Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Telekom mit dem britischen Satellitenbetreiber Inmarsat beteiligt.

Von

dpa

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