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13.03.2014

10:14 Uhr

Internet bringt mehr Päckchen

Österreichische Post profitiert vom Onlinehandel – noch

Wegen des Mailverkehrs bricht das Briefgeschäft ein, andererseits bringt der Onlinehandel mehr Paketsendungen. 2013 bescherte der österreichischen Post höhere Gewinne und Dividenden, doch 2014 müssen Angestellte bluten.

Eine Filiale? Immer weniger Leute brauchen sie für klassische Briefservices, ob in Österreich oder Deutschland. Doch dafür flattern den Bürgern immer mehr Onlinehandels-Bestellungen ins Haus. Reuters, Sascha Rheker

Eine Filiale? Immer weniger Leute brauchen sie für klassische Briefservices, ob in Österreich oder Deutschland. Doch dafür flattern den Bürgern immer mehr Onlinehandels-Bestellungen ins Haus.

WienDie Österreichische Post hat ihren operativen Gewinn im vergangenen Jahr dank des wachsenden Paketgeschäfts leicht gesteigert. Das Betriebsergebnis legte bei einem stagnierenden Umsatz von 2,4 Milliarden Euro um zwei Prozent auf 186 Millionen Euro zu, wie das teilstaatliche Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Zwar machten der Post auch weiterhin das schrumpfende Briefgeschäft zu schaffen, weil Firmen und Privatpersonen immer mehr E-Mails schreiben. Doch im vergangenen Jahr profitierte die Firma von der Flut an Informationsschreiben für die Parlamentswahlen und für eine Volksbefragung.

Zudem beflügelt der boomende Online-Handel das Geschäft: Viele Kunden bestellen ihre Waren verstärkt bei Anbietern wie Amazon im Internet – ausgeliefert werden sie dann von der Post. Der Nettogewinn stagnierte im vergangenen Jahr bei 124 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen dennoch eine um zehn Cent auf 1,90 Euro erhöhte Dividende erhalten. Davon profitiert auch der österreichische Staat, der 52,8 Prozent an der Firma hält und damit Dividenden von insgesamt knapp 70 Millionen Euro erhält.

Was Paketlogistik im E-Commerce-Zeitalter leisten muss

Packstation

Ende 2001 wurden in Dortmund und Mainz die ersten Packstationen in Betrieb genommen, heute stehen mehr als 2.500 dieser Automaten in ganz Deutschland den Kunden von DHL zur Verfügung. An sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr können sie hier ihre Pakete abholen. Insbesondere für Berufstätige ist die Zustellung an eine Packstation eine sinnvolle Alternative zur Heimzustellung.

Online-Retoure

Für den Betreiber fällt damit die kostenintensive und wenig umweltfreundliche Produktion vieler ungenutzter Retouren-Label weg. Der Käufer muss nicht wie bisher üblich diese Label lange aufbewahren, sondern kann sie bei Bedarf zuhause ausdrucken. Der Shop-Betreiber wiederum hat die Möglichkeit zu wissen, welche Retouren überhaupt zu ihm unterwegs sind – und kann sie bereits für den Wiederverkauf einplanen, wenn sie noch gar nicht wieder bei ihm angekommen sind. Das erhöht die Umlaufgeschwindigkeit der Ware und verringert die Kapitalbindung.

Wunschzustellung

Registrierte DHL-Kunden können bei der Bestellung ihrem Händler ihre DHL-Kundennummer angeben. Sie werden dann von DHL per SMS kostenlos über den voraussichtlichen Zustelltag informiert. Ebenfalls per SMS kann der Kunde antworten und, für einen geringen Preisaufschlag, einen anderen Zustelltag vereinbaren und damit selbst bestimmen, wann er sein Paket empfangen möchte.

Internationale Retouren

Dank dieses vollständig webbasierten Verfahrens können Kunden die Sendungen bei allen Filialen der Postgesellschaften im Zielland zurückgeben. Den Online-Händlern stehen dabei drei unterschiedliche Varianten zur Verfügung, von einer Online-Buchungsmaske mit Link zum Retouren-Label bis zur Vollintegration in den eigenen Webauftritt.

Angebote für Shop-Betreiber

Vom Aufbau eines Web-Shops über die logistische Abwicklung und Lagerhaltung bis hin zum Kunden- und Debitoren-Management reichen die Fulfillment-Lösungen, die DHL für Versandhändler offeriert. Damit kann der Händler sehr flexibel auf die Nachfrage in seinem Shop reagieren und die von seinen Kunden erwartete Servicequalität sichern. Hinzu kommen spezielle Angebote für Powerseller wie der kostenlos herunterladbare DHL Versandhelfer: Mit Portorechner, Ausfüllhilfe, Online-Frankierung, Sendungsverfolgung, Postfinder und Adressbuch.

„Auch in Zukunft werden wir das Wachstum im Paketgeschäft und im internationalen Geschäft forcieren, um die Rückgänge durch das sinkende Briefvolumen zu kompensieren“, sagte Firmenchef Georg Pölzl. Im laufenden Jahr will die Firma ihr Betriebsergebnis bei einem stabilen Umsatz weiter steigern. Dabei helfen könnte auch der Stellenabbau: Die Post hatte bereits angekündigt, im laufenden und im kommenden Jahr 200 bis 400 Stellen zu streichen. Gelingen soll das, indem frei werdende Stellen nicht nachbesetzt werden.

Auch die Deutsche Post erhofft sich durch den boomenden Online-Handel und dank einer Portoerhöhung im laufenden Jahr einen Gewinnzuwachs.

Von

rtr

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