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11.11.2012

21:39 Uhr

Internetbörse Anyvan

Das kleinste Gebot gewinnt

VonChristoph Schlautmann

Die Internetbörse Anyvan versteigert Laderaum für Transportfahrten. Privatleute können sich so ihre Fracht günstig liefern lassen. Spediteure befürchten allerdings einen Preissturz für ihre Ladung.

Der Preiskampf unter den Logistikern tobt. dpa

Der Preiskampf unter den Logistikern tobt.

Düsseldorf„Schaufensterbüsten, in Torso und Ständer zerlegt, 4 Stück“, lautet der Transportauftrag vom bayerischen Ebermannstadt ins 429 Kilometer entfernte Düsseldorf. 138 Kilometer Fahrt beansprucht der Frachtjob von Hamburg nach Ganderkesee bei Bremen, wo „Autoreifen, 4 Stück, auf Felge“ abgegeben werden sollen.

Spediteuren, die im Internet auf die neu eröffnete Auktions-Plattform Anyvan klicken, bietet sich schon jetzt eine ganze Flut an möglichen Aufträgen. Ein Küchenblock will von Verden nach Jena gebracht werden, eine Doppelliege von Eslohe nach Dreieich, ein Sofa von Köln nach Hooksiel.

„Wir geben Spediteuren die Möglichkeit, bereits geplante Fahrten mit zusätzlicher Beiladung noch besser auszulasten“, sagt der britische Gründer Ben Goor. Gleichzeitig mache dies den Transport für Kunden um bis zu 75 Prozent günstiger.

„cust3003“, wie sich der Klein-Verlader mit den Schaufensterpuppen im Internet nennt, dürfte dies demnächst bestätigen. Schon wenige Stunden, nachdem er seinen Auftrag ins Web gestellt hat, unterbieten sich drei Spediteure gegenseitig, um den Job zu ergattern.

„DeltaPeg“ verlangt für die Tour 129 Euro, „Braeuer“ 120 und „light007“ schließlich nur noch 99. Für den Absender könnte es am Ende sogar noch billiger werden. Die Abgabefrist für noch günstigere Offerten, so hat er bestimmt, endet erst in vier Wochen.

Ähnlich sieht die Lage bei den Autoreifen aus. Nach nur einem Auktionstag sind die Preise für den Transport von 95 auf nun nur noch 69 Euro gefallen. Und selbst für den Transport einer Beton-Rüttelmaschine quer durch Süddeutschland finden sich binnen fünf Tagen elf Konkurrenzbieter, die den Preis nach unten treiben.

Was den Dienst für Versender zusätzlich attraktiv macht: Die Auktion kostet sie keinen Cent.

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