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03.11.2013

12:18 Uhr

Investitionsstau im Schienennetz

Bahn-Chef fordert staatliche Milliarden-Spritze

Ohne zusätzliche staatliche Investitionen droht das Schienennetz zu verrotten, warnt Bahn-Chef Rüdiger Grube. Er fordert eine Steigerung der Ausgaben um mindestens ein Drittel.

Gleisanlage: Bahn-Chef Rüdiger Grube beklagt die jahrzehntelange Vernachlässigung des Schienennetzes. ap

Gleisanlage: Bahn-Chef Rüdiger Grube beklagt die jahrzehntelange Vernachlässigung des Schienennetzes.

BerlinIm deutschen Schienennetz fehlen nach Einschätzung von Bahnchef Rüdiger Grube Investitionen in Milliardenhöhe. „Angesichts der dramatischen Unterfinanzierung hat die Bahn einen Investitionsstau bei Gleisen, Weichen und Stellwerken von über 30 Milliarden Euro“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Montag). Die Länder beklagen bereits seit Jahren, dass zu wenig Geld ins Netz fließe.

Zwar würden Bund und Bahn jedes Jahr drei Milliarden Euro in das Netz investieren, doch um die heutige Qualität zu sichern, seien mehr als vier Milliarden Euro pro Jahr nötig, erklärte der Chef des bundeseigenen Konzerns. „Wenn sich nichts ändert, steigt der Rückstand bis 2020 auf gigantische 50 Milliarden Euro.“

Bei den zusätzlichen Geldern müsse der Bund helfen, forderte Grube. Die Bahn stehe zwar zu ihrer Verpflichtung, jedes Jahr zwei Milliarden Euro Eigenmittel in das Netz zu stecken. Klar sei aber: „Weil die Schiene jahrzehntelang vernachlässigt wurde, können wir es allein nicht schaffen.“

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

Sollten die Investitionen ausbleiben, gebe es nur noch zwei Möglichkeiten, meinte Grube: „Entweder die Qualität der Bahn lässt deutlich nach, es gibt also mehr unpünktliche Züge. Oder wir müssen Strecken sperren.“ Schon der Erhalt des Schienennetzes sei eine Aufgabe, die die Bahn mindestens eine Generation lang beschäftigen werde.

Das Netz sei überaltert, klagte der Bahn-Chef. „Hunderte unserer Stellwerke hätte noch Kaiser Wilhelm einweihen können.“ 1400 Bahnbrücken seien zudem in einem so kritischen Zustand, dass sofort gehandelt werden müsse. Der Grundsatz sollte daher lauten: „Das Bestandsnetz hat Vorrang vor dem Aus- und Neubau.“ Überlastete Knotenpunkte wie Hamburg, Frankfurt am Main oder Köln müssten erweitert werden. Bahnübergänge seien zu ersetzen, damit die Züge schneller fahren könnten.


Von

dpa

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